Du bleibst zu Hause, kümmerst dich um den Haushalt und bald um dein Baby, und fragst dich, ob dir überhaupt Elterngeld zusteht, wenn du vor der Geburt kein eigenes Gehalt bekommen hast. Die beruhigende Antwort gleich vorweg: Ja, auch ohne Erwerbseinkommen hast du Anspruch auf Elterngeld. Es gibt sogar einen festen Mindestbetrag, der genau für solche Situationen gedacht ist. Schauen wir uns in Ruhe an, was dir zusteht, wie viel es ist und worauf du achten solltest.
Haben Hausfrauen Anspruch auf Elterngeld?
Ja. Elterngeld hängt nicht davon ab, ob du vor der Geburt gearbeitet hast. Das Gesetz zahlt den Mindestbetrag ausdrücklich auch dann, wenn vorher kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit vorhanden war. Ob du nie berufstätig warst oder deinen Job schon länger beendet hast, spielt für den grundsätzlichen Anspruch keine Rolle.
Elterngeld soll Familien den Rücken freihalten, egal wie die Erwerbssituation vorher aussah. Entscheidend ist, dass du jetzt für dein Kind da bist.
Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
Ein paar grundlegende Bedingungen gelten für alle Eltern, auch für dich. Sie haben nichts mit deinem Einkommen zu tun, sondern beschreiben einfach deine Lebenssituation nach der Geburt.
Damit du Elterngeld bekommst, müssen diese vier Punkte zutreffen:
- Du hast deinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland.
- Du lebst mit deinem Kind in einem Haushalt zusammen.
- Du betreust und erziehst dein Kind selbst.
- Du arbeitest nicht oder nicht voll, also im Durchschnitt des Lebensmonats höchstens 32 Wochenstunden.
Als Hausfrau erfüllst du diese Punkte in aller Regel ganz automatisch. Du bist zu Hause, kümmerst dich um dein Kind und arbeitest keine 32 Stunden nebenher. Mehr braucht es für den grundsätzlichen Anspruch nicht.
Einkommensgrenze des Partners im Blick behalten
Eine Sache solltest du trotzdem kennen, und die betrifft nicht nur dich, sondern euer gemeinsames Einkommen. Für Geburten ab dem 1. April 2025 liegt die Einkommensgrenze bei 175.000 Euro zu versteuerndem Einkommen. Wird diese Grenze überschritten, besteht kein Elterngeldanspruch, auch nicht der Mindestbetrag.
Dabei geht es um das zu versteuernde Einkommen beider Eltern zusammen, nicht nur um deins. Verdient dein Partner sehr gut, kann das dazu führen, dass trotz deines fehlenden eigenen Verdienstes kein Anspruch besteht. Das zu versteuernde Einkommen ist allerdings nicht dasselbe wie das Bruttogehalt, sondern eine steuerliche Größe nach Abzügen und Freibeträgen. Wenn du unsicher bist, ob ihr in die Nähe dieser Grenze kommt, melde dich gerne bei mir, dann schauen wir das gemeinsam an.
Wie viel Elterngeld bekommt man als Hausfrau?
Ohne vorheriges Einkommen bekommst du den gesetzlichen Mindestbetrag von 300 Euro Basiselterngeld im Monat. Dieser Betrag ist fest und greift immer dann, wenn vor der Geburt kein Erwerbseinkommen vorhanden war. Er ist kein Prozentsatz aus einem Null-Einkommen, sondern eine garantierte Untergrenze, die der Gesetzgeber genau für solche Fälle festgelegt hat.
ElterngeldPlus als Alternative
Statt des Basiselterngeldes kannst du dich für ElterngeldPlus entscheiden. Ohne eigenes Einkommen bekommst du damit 150 Euro im Monat, also die Hälfte, dafür aber über doppelt so viele Monate. Ein Monat Basiselterngeld wird dabei in zwei Monate ElterngeldPlus umgewandelt. Unterm Strich zahlst du dir denselben Gesamtbetrag aus, nur gestreckt über einen längeren Zeitraum. Für dich als Hausfrau ohne Verdienst ist ElterngeldPlus deshalb vor allem eine Frage, ob du lieber einen etwas höheren Betrag über kürzere Zeit möchtest oder eine kleinere Summe über eine längere Phase. Wie sich das auf Geschwisterkinder auswirkt, schauen wir uns gleich noch an.
Geschwisterbonus bei älteren Kindern im Haushalt
Lebt schon ein Geschwisterkind bei euch, kann sich dein Elterngeld durch den Geschwisterbonus erhöhen. Er greift, wenn du mit mindestens zwei Kindern unter drei Jahren oder mit mindestens drei Kindern unter sechs Jahren in einem Haushalt lebst. Das Elterngeld steigt dann um 10 Prozent, mindestens aber um 75 Euro.
Gerade beim Mindestbetrag ist dieser Aufschlag spürbar. Weil 10 Prozent von 300 Euro nur 30 Euro wären, greift der gesetzliche Mindestzuschlag von 75 Euro. Schauen wir uns an, wie der Geschwisterbonus bei beiden Varianten wirkt.
| Monatlicher Betrag ohne Einkommen | Mit Geschwisterbonus | |
|---|---|---|
| Basiselterngeld | 300 Euro | mindestens 375 Euro |
| ElterngeldPlus | 150 Euro | mindestens 225 Euro |
Auch beim ElterngeldPlus kommt der Mindestzuschlag von 75 Euro zum Tragen, sodass aus 150 Euro mindestens 225 Euro werden, solange der Geschwisterbonus in den jeweiligen Lebensmonaten besteht.
Wie lange gibt es Elterngeld für Hausfrauen?
Basiselterngeld gibt es für bis zu zwölf Monate, und mit den Partnermonaten sind insgesamt bis zu 14 Monate möglich. Dabei wird Elterngeld nicht nach Kalendermonaten gezahlt, sondern nach Lebensmonaten deines Kindes. Ein Lebensmonat läuft jeweils vom Geburtstag deines Kindes bis zum Tag vor dem gleichen Datum im Folgemonat.
Das klingt im ersten Moment verwirrend, ist im Alltag aber nicht kompliziert. Wenn dein Kind am 10. geboren wird, läuft jeder Elterngeldmonat eben vom 10. bis zum 9. des nächsten Monats.
Wann werden daraus 14 Monate?
Die zwölf Monatsbeträge Basiselterngeld stehen euch Eltern gemeinsam zu. Zwei zusätzliche Monate kommen hinzu, wenn sich bei einem Elternteil in zwei Lebensmonaten das Einkommen aus Erwerbstätigkeit verringert. Diese beiden werden häufig Partnermonate genannt.
Für euch bedeutet das meist, dass dein Partner mindestens zwei Monate Elterngeld bezieht und dafür beruflich kürzertritt. Nimmt er diese zwei Monate, erreicht ihr gemeinsam die vollen 14 Monatsbeträge. Ein Elternteil allein kann höchstens zwölf Monatsbeträge bekommen.
Bezug mit ElterngeldPlus auf bis zu 24 Monate strecken
Möchtest du länger eine laufende Zahlung haben, kannst du über ElterngeldPlus den Bezugszeitraum verlängern. Weil ein Monat Basiselterngeld in zwei Monate ElterngeldPlus umgewandelt wird, ergeben sich aus zwölf Monaten Basiselterngeld bis zu 24 Monate ElterngeldPlus. Ohne Einkommen nach der Geburt bekommst du dann statt 300 Euro über zwölf Monate eben 150 Euro über 24 Monate. Die Gesamtsumme bleibt gleich, du verteilst sie nur auf einen längeren Zeitraum. Für manche Familien ist genau diese gleichmäßige, längere Unterstützung angenehmer.
Kann der Partner Elterngeld nehmen, wenn die Frau Hausfrau ist?
Ja, dein Partner kann selbst Elterngeld beantragen, auch wenn du Hausfrau bist und kein eigenes Einkommen hast. Sein Anspruch richtet sich nach seinen eigenen Voraussetzungen und wird nach seinem Einkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt berechnet. Dein Einkommen spielt für die Höhe seines Elterngeldes keine Rolle. Dadurch kann sein Elterngeld deutlich höher ausfallen als dein Mindestbetrag, weil es an sein Gehalt anknüpft. Wie hoch das konkret werden kann, zeigt zum Beispiel ein Blick auf das Elterngeld bei 3.000 Euro netto.
Zwei zusätzliche Monate für die Familie sichern
Wenn dein Partner mindestens zwei Lebensmonate Elterngeld bezieht, sichert ihr euch die beiden Partnermonate und kommt gemeinsam auf bis zu 14 Monatsbeträge. Ein verbreitetes Modell sieht so aus, dass du als Mutter den Großteil der Monate nimmst und dein Partner zwei Monate dazukommt. Wie ihr die Monate am besten aufteilt, hängt von eurem Alltag und eurem Budget ab, und genau da unterstütze ich dich gerne, falls du dir unsicher bist.
Elternzeit und Elterngeld nicht verwechseln
Elternzeit und Elterngeld sind zwei verschiedene Dinge, die oft durcheinandergeraten. Elternzeit ist die arbeitsrechtliche Freistellung gegenüber dem Arbeitgeber, also das Recht deines Partners, beruflich zu pausieren. Elterngeld ist die staatliche Familienleistung, also das Geld.
Beide hängen zusammen, sind aber getrennt zu beantragen. Dein Partner nimmt Elternzeit bei seinem Arbeitgeber und beantragt das Elterngeld zusätzlich bei der zuständigen Stelle. Für dich als Hausfrau ohne Arbeitgeber stellt sich die Frage der Elternzeit nicht, du beantragst nur das Elterngeld.
Kann eine Hausfrau Mutterschaftsgeld bekommen?
Unter bestimmten Voraussetzungen ja, allerdings nur in einer kleinen Variante. Frauen, die nicht selbst Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, bekommen nicht das reguläre Mutterschaftsgeld einer Krankenkasse. Für dich als Hausfrau kommt es darauf an, wie du versichert bist.
Bist du über deinen Partner familienversichert oder privat krankenversichert, kann Mutterschaftsgeld vom Bundesamt für Soziale Sicherung in Betracht kommen. Das ist der Weg, der für viele Hausfrauen offensteht, weil sie eben nicht selbst Pflichtmitglied einer gesetzlichen Kasse sind.
Einmalzahlung von höchstens 210 Euro
Das Mutterschaftsgeld des Bundesamts für Soziale Sicherung beträgt insgesamt höchstens 210 Euro. Es handelt sich um eine einmalige Zahlung, nicht um eine laufende monatliche Leistung. Verglichen mit dem Elterngeld ist das eine überschaubare Summe, aber es ist zusätzliches Geld, das du nicht liegen lassen solltest.
Mutterschaftsgeld ersetzt kein Elterngeld
Das Mutterschaftsgeld ist kein Ersatz für dein Elterngeld, sondern eine eigene Leistung, die du zusätzlich beantragen kannst. Dein Elterngeld in Höhe des Mindestbetrags steht dir so oder so zu, und obendrauf kommt gegebenenfalls die einmalige Mutterschaftsgeld-Zahlung. Ob das Mutterschaftsgeld mit dem Elterngeld verrechnet wird, ist eine Frage, die viele Mütter in dieser Situation beschäftigt.
Wenn du magst, gehen wir deine persönliche Situation gemeinsam durch und schauen, welche Leistungen für dich in Frage kommen. Eine erste Beratung bei mir ist kostenlos und unverbindlich, und viele Eltern starten danach mit einem richtig guten Gefühl in dieses neue Kapitel.
FAQ
Hat man als Hausfrau Anspruch auf Elterngeld, wenn man nicht arbeitet?
Ja. Elterngeld setzt kein vorheriges Einkommen voraus. Als Hausfrau ohne Erwerbstätigkeit bekommst du den gesetzlichen Mindestbetrag von 300 Euro Basiselterngeld im Monat, solange die übrigen Voraussetzungen wie Wohnsitz in Deutschland und Betreuung des Kindes erfüllt sind.
Wie viel Elterngeld bekommt man, wenn man noch nie gearbeitet hat?
Ohne jegliches vorheriges Erwerbseinkommen bekommst du den Mindestbetrag von 300 Euro Basiselterngeld pro Monat. Liegt ein Geschwisterbonus vor, erhöht sich dieser Betrag auf mindestens 375 Euro. Alternativ kannst du ElterngeldPlus wählen und bekommst dann 150 Euro über einen doppelt so langen Zeitraum.
Kann eine Hausfrau Mutterschaftsgeld bekommen?
Das kommt auf deine Krankenversicherung an. Bist du nicht selbst Pflichtmitglied einer gesetzlichen Krankenkasse, also zum Beispiel familienversichert oder privat versichert, kannst du beim Bundesamt für Soziale Sicherung eine Einmalzahlung von höchstens 210 Euro beantragen. Das reguläre Mutterschaftsgeld der Krankenkasse steht dir ohne eigene Pflichtmitgliedschaft nicht zu.
Kann der Mann Elternzeit nehmen, wenn die Frau Hausfrau ist?
Ja, das geht unabhängig von deiner Situation. Dein Partner beantragt sein Elterngeld auf Basis seines eigenen Einkommens und nimmt Elternzeit bei seinem Arbeitgeber. Dein fehlendes Einkommen hat keinen Einfluss auf seinen Anspruch. Nimmt er mindestens zwei Monate, sichert ihr euch gemeinsam bis zu 14 Monatsbeträge Elterngeld.
Wird Elterngeld auf Bürgergeld angerechnet?
Seit 2023 wird Elterngeld vollständig auf das Bürgergeld angerechnet, sofern du Bürgergeld beziehst. Das bedeutet, dein Bürgergeld verringert sich um den Elterngeld-Betrag, sodass du unter dem Strich nicht mehr Geld hast. Ausnahmen und genaue Regelungen solltest du direkt beim zuständigen Jobcenter erfragen.
Muss man Elterngeld als Hausfrau versteuern?
Elterngeld selbst ist steuerfrei. Es unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das heißt, es erhöht den Steuersatz, der auf deine übrigen Einkünfte angewendet wird. Als Hausfrau ohne eigenes Erwerbseinkommen hat der Progressionsvorbehalt für dich in der Regel keine spürbare Auswirkung, weil du ohnehin kaum andere Einkünfte hast. Wenn du langfristig für dein Kind vorsorgen möchtest, lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten der Geldanlage.
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