Finanziell frei bist du, wenn dein Vermögen genug abwirft, um deine Ausgaben zu decken, ganz ohne auf Lohn oder Rente angewiesen zu sein. Der Rechner zeigt dir zwei Dinge auf einmal: ab welchem Alter dein Depot deine Ausgaben voll trägt, und wie groß deine Rentenlücke bei Renteneintritt ist.
Dafür vergleicht er deine Ausgaben mit deiner erwarteten Rente, rechnet dein Vermögen mit Sparrate und Rendite hoch und zieht die Inflation ab. So siehst du schwarz auf weiß, ob du auf Kurs bist und was dir noch fehlt, um die Lücke zu schließen.
Wie funktioniert der Finanzielle-Freiheit-Rechner?
Der Rechner arbeitet in heutiger Kaufkraft, damit die Zahlen greifbar bleiben. Alle Ergebnisse sind also in dem Geldwert angegeben, den du heute kennst.
- Reale Rendite: Aus deiner erwarteten Rendite und der Inflation ergibt sich, wie stark dein Geld wirklich wächst. Bei 6 % Rendite und 2 % Inflation sind das rund 3,9 % reale Rendite pro Jahr.
- Rentenlücke: die Differenz zwischen deinen monatlichen Ausgaben und deiner erwarteten Nettorente. Diese Lücke musst du im Ruhestand aus eigenem Vermögen decken.
- Benötigtes Kapital: nach der bekannten 4 %-Regel das 25-fache deiner jährlichen Lücke. Aus diesem Topf entnimmst du jedes Jahr so viel, dass er dich voraussichtlich ein Leben lang trägt.
- Dein Vermögen bei Rente: dein heutiges Vermögen plus Sparrate, hochgerechnet mit der realen Rendite bis zum Renteneintritt.
Am Ende steht die wichtigste Zahl: das Alter, ab dem dein Vermögen deine kompletten Ausgaben trägt, und ein klarer Hinweis, ob deine Rentenlücke bei Renteneintritt gedeckt ist oder wie viel du dafür zusätzlich sparen müsstest.
Die 4 %-Regel ist eine erprobte Faustregel, keine Garantie. Je nach Lebenserwartung, Steuern und Marktphasen kann dein Bedarf abweichen. Für die eigene Familie lohnt sich deshalb immer ein genauer Blick.
So entsteht deine Rentenlücke
Die gesetzliche Rente ersetzt nur einen Teil deines letzten Einkommens, je nach Verlauf oft nur die Hälfte bis 60 %. Den Rest musst du selbst aufbringen. Genau das ist die Rentenlücke.
Ein Beispiel: Wer heute 2.500 € im Monat ausgibt und mit 1.300 € Nettorente rechnet, hat eine Lücke von 1.200 € pro Monat. Übers Jahr sind das 14.400 €. Um diese Lücke mit der 4 %-Regel ein Leben lang zu decken, braucht es rund 360.000 € Kapital.
Wie groß deine persönliche Lücke ausfällt, hängt vor allem von zwei Zahlen ab: deinen monatlichen Ausgaben und deiner erwarteten Rente. Schon ein paar hundert Euro Unterschied verändern das benötigte Kapital deutlich. Die folgende Übersicht zeigt dir typische Konstellationen und wie viel du jeweils zurücklegen müsstest:
| Ausgaben / Monat | Rente / Monat | Lücke / Monat | Benötigtes Kapital |
|---|---|---|---|
| 2.000 € | 1.300 € | 700 € | 210.000 € |
| 2.500 € | 1.300 € | 1.200 € | 360.000 € |
| 3.000 € | 1.500 € | 1.500 € | 450.000 € |
| 4.000 € | 1.800 € | 2.200 € | 660.000 € |
Die Zahlen wirken groß. Über 20 oder 30 Jahre und mit dem Zinseszins sind sie aber gut erreichbar, wenn du früh und konsequent anfängst.
Rechenbeispiel: mit 500 € im Monat zur Freiheit
Fallbeispiel: Du bist 35, gibst 2.500 € im Monat aus, hast 20.000 € angelegt und sparst 500 € monatlich bei 6 % Rendite und 2 % Inflation. Deine erwartete Rente liegt bei 1.300 €.
Deine Rentenlücke beträgt 1.200 € im Monat, dafür brauchst du rund 360.000 € Kapital. Bis zum Renteneintritt mit 67 wächst dein Vermögen in heutiger Kaufkraft auf etwa 450.000 €. Die Lücke ist also gedeckt, du hast sogar einen Puffer von rund 90.000 €.
So verändert eine höhere Sparrate das Vermögen bei Renteneintritt (Start 20.000 €, 6 % Rendite, 2 % Inflation, 32 Jahre, in heutiger Kaufkraft):
| Sparrate / Monat | Vermögen mit 67 | Deckt Lücke von 360.000 €? |
|---|---|---|
| 250 € | ca. 260.000 € | teilweise |
| 500 € | ca. 450.000 € | ja, mit Puffer |
| 750 € | ca. 640.000 € | klar gedeckt |
Wer die volle finanzielle Freiheit anstrebt, also die kompletten Ausgaben aus dem Depot deckt, braucht mehr: rund 750.000 € bei 2.500 € Ausgaben. Mit 500 € Sparrate ist das etwa um das 42. Lebensjahr plus einige Jahre erreichbar, je früher und mehr du sparst, desto schneller.
Drei Hebel: Sparrate, Zeit und Rendite
Ob und wann du frei wirst, hängt an drei Stellschrauben. Alle drei lassen sich beeinflussen.
- Zeit: der stärkste Hebel. Wer mit 30 statt mit 40 anfängt, hat am Ende oft das Doppelte, bei gleicher Sparrate, allein durch den Zinseszins.
- Sparrate: jeder zusätzliche Euro, der automatisch gespart wird, arbeitet für dich. Sinnvoll ist, die Rate mit steigendem Einkommen mitwachsen zu lassen.
- Rendite: ein breit gestreuter Welt-ETF hat langfristig rund 6 bis 7 % pro Jahr gebracht. Hohe Kosten und häufiges Umschichten fressen diese Rendite auf.
Und ein vierter, oft vergessener Punkt: deine Ausgaben. Wer seine Fixkosten im Griff hat, senkt die benötigte Summe gleich doppelt, weil weniger Ausgaben weniger Kapitalbedarf bedeuten.
FAQ
Was bedeutet finanzielle Freiheit genau?
Finanziell frei bist du, wenn dein Vermögen genug abwirft, um deine Lebenshaltungskosten dauerhaft zu decken, ohne dass du arbeiten musst. Eine gängige Faustregel ist die 4 %-Regel: Du brauchst etwa das 25-fache deiner Jahresausgaben als Kapital.
Was ist die 4 %-Regel?
Sie besagt, dass du jährlich rund 4 % deines Vermögens entnehmen kannst, ohne dass es im Schnitt aufgebraucht wird. Umgekehrt heißt das: Für 1.000 € monatliche Entnahme brauchst du etwa 300.000 € Kapital. Die Regel ist eine Orientierung, keine Garantie.
Wie finde ich meine erwartete Rente heraus?
Deine Renteninformation bekommst du jährlich von der Deutschen Rentenversicherung, ab 27 Jahren und 5 Beitragsjahren. Dort steht deine voraussichtliche Rente. Rechne mit dem Netto-Betrag, von der Rente gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung sowie eventuell Steuern ab.
Warum rechnet der Rechner mit Inflation?
Weil 2.500 € in 30 Jahren deutlich weniger wert sind als heute. Indem der Rechner mit der realen Rendite arbeitet, zeigt er alle Ergebnisse in heutiger Kaufkraft. So weißt du, was dein Vermögen später wirklich leisten kann.
Zählt das Vermögen fürs Kind hier mit?
Nein, dieser Rechner betrachtet deine eigene finanzielle Freiheit. Ein Kinderdepot baust du am besten getrennt davon auf, mit eigenen Freibeträgen fürs Kind. Wie beides zusammenpasst, zeigen wir dir gern im kostenlosen Gespräch.

