Kaum ist das Baby da, wartet schon der nächste Papierkram, und ausgerechnet jetzt, wo du eigentlich nur kuscheln und schlafen willst, soll ein Elterngeldantrag ausgefüllt werden. Keine Sorge, das wirkt gleich viel überschaubarer, sobald du weißt, welche Formulare du brauchst und in welcher Reihenfolge du vorgehst. Genau da fangen wir an.
Welche Formulare brauche ich für den Elterngeldantrag?
Du brauchst das Antragsformular deines Bundeslandes, denn ein bundesweit einheitliches Elterngeldformular gibt es nicht. Jedes Bundesland hat sein eigenes Formular, und genau das solltest du verwenden. Das klingt erstmal unpraktisch, ist aber kein Grund zur Panik.
Warum hat jedes Bundesland sein eigenes Formular?
Die Elterngeldstellen sind auf Länderebene organisiert, deshalb unterscheiden sich die Formulare von Bundesland zu Bundesland. Auch die Bezeichnungen der einzelnen Anlagen können variieren. Für dich heißt das vor allem: Nimm das Formular, das zu deinem Wohnort passt, dann bist du auf der sicheren Seite.
Wo bekommst du das richtige Formular?
Das passende Formular für dein Bundesland findest du über das Familienportal sowie bei den zuständigen Landes- und Elterngeldstellen. Dort sind die Vordrucke hinterlegt, die du direkt herunterladen oder anfordern kannst. Zuständig ist grundsätzlich die Elterngeldstelle am Wohnort deines Kindes.
Elterngeld digital beantragen mit ElterngeldDigital
Statt Papier geht es in vielen Fällen auch online. Das Familienportal verweist auf ElterngeldDigital als Möglichkeit, den Antrag digital zu stellen. Ob das für dich verfügbar ist, hängt allerdings von deinem Bundesland ab, denn nicht überall ist der komplett digitale Weg schon freigeschaltet. Ist er offen, spart er dir oft einiges an Lauferei und Ausdrucken, gerade mit einem Neugeborenen im Arm ein echter Gewinn.
Welche Unterlagen gehören zum Antrag?
Neben dem ausgefüllten Formular brauchst du vor allem die Geburtsurkunde deines Kindes und Nachweise über dein bisheriges Einkommen. Das sieht auf den ersten Blick nach viel aus, lässt sich aber gut abarbeiten. Am besten legst du dir eine kleine Mappe an und hakst Stück für Stück ab, dann verlierst du nichts aus dem Blick.
Als typische Unterlagen gelten:
- ausgefülltes Antragsformular mit den Unterschriften beider Eltern
- Ausweise oder Pässe der Eltern
- Einkommens- und Mutterschaftsgeldnachweise
- Geburtsurkunde im Original vom Standesamt
Was hinter den einzelnen Punkten steckt, schauen wir uns jetzt der Reihe nach an.
Geburtsurkunde, Ausweise und das ausgefüllte Formular
Die Geburtsurkunde deines Kindes im Original vom Standesamt, die Ausweise oder Pässe von euch beiden und das ausgefüllte Formular mit beiden Unterschriften bilden die Grundausstattung für jeden Antrag. Die Geburtsurkunde bekommst du ohnehin nach der Geburt, achte nur darauf, dir gleich eine Ausfertigung für Elterngeldzwecke mitgeben zu lassen.
Einkommensnachweise für Angestellte
Als angestellte Mutter reichst du grundsätzlich die Lohn- oder Gehaltsabrechnungen der zwölf Monate vor dem Monat ein, in dem dein Mutterschutz beginnt. Für die Berechnung sind grundsätzlich die zwölf Kalendermonate vor dem Geburtsmonat maßgeblich, für die Mutter gelten rund um den Mutterschutz allerdings besondere Regeln.
Bist du als Vater angestellt, brauchst du grundsätzlich die Lohn- oder Gehaltsabrechnungen der zwölf Monate vor der Geburt. Diese Zettel liegen bei den meisten ohnehin digital im Postfach des Arbeitgebers bereit, sodass du sie nur noch zusammensuchen musst.
Einkommensnachweise für Selbstständige
Bist du selbstständig, tritt an die Stelle der Gehaltszettel in der Regel dein letzter Steuerbescheid. Welche Nachweise die Elterngeldstelle im Detail sehen möchte, kann je nach Stelle und deiner individuellen Einkommenssituation etwas variieren.
Gerade bei Selbstständigen wird die Einkommensberechnung manchmal knifflig. Wenn du dazu Fragen hast, meld dich gerne bei mir, dann schauen wir gemeinsam drauf. Meistens ist es einfacher, als es auf den ersten Blick wirkt. Wer zum Beispiel den Elterngeld-Trick für Selbstständige kennt, kann oft deutlich mehr herausholen.
Mutterschaftsgeld und Zuschüsse nachweisen
Als Arbeitnehmerin reichst du zusätzlich zwei Bescheinigungen ein: eine von deiner Krankenkasse über das nach der Geburt gezahlte Mutterschaftsgeld und eine von deinem Arbeitgeber über die Zuschüsse zum Mutterschaftsgeld. Beide Nachweise braucht die Elterngeldstelle, um dein Elterngeld korrekt zu berechnen. Ob das Mutterschaftsgeld mit dem Elterngeld verrechnet wird, ist dabei eine Frage, die viele Mütter beschäftigt.
Bist du privat krankenversichert und hast eine Krankentagegeldversicherung, kann stattdessen eine Bescheinigung deiner privaten Krankenversicherung über das während des Mutterschutzes gezahlte Krankentagegeld nötig sein.
Besonderheit für unverheiratete Väter
Seid ihr als Eltern nicht verheiratet, kann für den Vater ein Nachweis über die Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft verlangt werden. Läuft ein entsprechendes Verfahren noch, reicht alternativ ein Nachweis über das bereits eingeleitete Vaterschaftsfeststellungs- oder Anerkennungsverfahren.
Welche Unterlagen muss der Arbeitgeber für den Elterngeldantrag ausfüllen?
Dein Arbeitgeber muss vor allem die Bescheinigung über die Zuschüsse zum Mutterschaftsgeld ausstellen. Das ist der Teil, den du nicht selbst erledigen kannst, und es hilft zu wissen, dass er dazu gesetzlich verpflichtet ist. Du musst also niemanden überreden, sondern kannst freundlich, aber bestimmt darum bitten.
Ein bundesweit einheitliches Formular mit dem festen Titel „Arbeitgeberbescheinigung“ gibt es nach den offiziellen Vorgaben nicht eindeutig. Entscheidend ist der Inhalt, nämlich dass die Zuschüsse zum Mutterschaftsgeld sauber bescheinigt werden. Zusammen mit der Bescheinigung deiner Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld ergibt sie das vollständige Bild für die Elterngeldstelle.
Beamtinnen und Soldatinnen weisen Dienstbezüge separat nach
Arbeitest du als Beamtin oder Soldatin, läuft es etwas anders als bei einem klassischen Angestelltenverhältnis. Du musst Nachweise über deine Dienstbezüge während des Mutterschutzes sowie über die Zuschüsse zu diesen Bezügen einreichen. Diese Nachweise stellt dir deine Bezügestelle beziehungsweise dein Dienstherr aus, auch hier gilt die Ausstellungspflicht. Wie das Elterngeld für Beamte und Lehrer im Detail funktioniert, ist dabei eine eigene Frage wert.
Wie fülle ich den Elterngeldantrag richtig aus?
Beim Ausfüllen kommt es vor allem darauf an, dass du im Antrag angibst, für welche Lebensmonate du welche Leistungsart beantragst. Elterngeld ist schriftlich zu beantragen, und genau diese Angaben braucht die Elterngeldstelle, um deinen Anspruch zu berechnen.
Basiselterngeld, ElterngeldPlus oder Partnerschaftsbonus im Antrag
Im Antrag gibst du an, für welche Lebensmonate du Basiselterngeld, ElterngeldPlus oder den Partnerschaftsbonus möchtest. ElterngeldPlus wird dabei nach den Berechnungsvorgaben für das Basiselterngeld ermittelt, allerdings mit zusätzlichen gesetzlichen Vorgaben. Überleg dir diese Aufteilung am besten in Ruhe vorher, denn sie entscheidet darüber, wie lange und in welcher Höhe gezahlt wird. Wenn du zwischen den Varianten schwankst, gehen wir das in einem kostenlosen, unverbindlichen Gespräch gern gemeinsam durch, damit die Entscheidung zu eurer Familiensituation passt.
Unterschriften beider Elternteile nicht vergessen
Ein echter Klassiker, der Anträge unnötig aufhält, ist die fehlende Unterschrift. Auf das ausgefüllte Antragsformular gehört die Unterschrift beider Elternteile. Bevor du den Antrag abschickst, lohnt also ein kurzer Blick, ob wirklich beide unterschrieben haben.
Elternzeit und Elterngeld sind zwei verschiedene Schritte
Das wird oft verwechselt: Elterngeld und Elternzeit sind zwei verschiedene Angelegenheiten bei zwei verschiedenen Stellen. Das Elterngeld beantragst du bei der Elterngeldstelle, die Elternzeit dagegen musst du gegenüber deinem Arbeitgeber verlangen. Bei der Elternzeit gelten eigene Fristen, die du im Blick behalten solltest.
- Elternzeit bis zum vollendeten dritten Lebensjahr musst du spätestens sieben Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber verlangen.
- Für Elternzeit zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr gilt grundsätzlich eine Frist von 13 Wochen.
- Die Anmeldung der Elternzeit muss schriftlich erfolgen, und der Arbeitgeber hat sie zu bescheinigen.
Denk also daran, beide Schritte zu gehen: einmal beim Arbeitgeber für die Elternzeit und einmal bei der Elterngeldstelle für das Geld. Dann greift beides sauber ineinander.
Wann solltest du den Antrag stellen?
Am besten möglichst bald nach der Geburt, denn Elterngeld wird höchstens für drei Lebensmonate rückwirkend gezahlt. Den Antrag kannst du erst stellen, nachdem dein Kind geboren ist, weil du dafür die Geburtsurkunde brauchst. Du kannst dir aber schon vorher alle Unterlagen zurechtlegen, damit du nach der Geburt nur noch loslegen musst.
Was passiert, wenn du zu lange wartest?
Stellst du den Antrag später als drei Lebensmonate nach der Geburt, verfallen dir die Monate, die mehr als drei Lebensmonate zurückliegen. Ich weiß, in den ersten Wochen mit Baby ist Papierkram das Letzte, woran man denken möchte. Trotzdem gehört dieser eine Antrag ganz nach oben auf die Liste, damit dir kein Geld durch die Lappen geht.
Und falls dir der ganze Behördendschungel gerade über den Kopf wächst: Das muss er nicht. Wer Unterstützung bei der Finanzplanung oder beim Geld für Kinder anlegen möchte, kann sich jederzeit für eine kostenlose, unverbindliche Beratung bei mir melden. Viele Eltern gehen danach mit einem richtig guten Gefühl in dieses neue Kapitel, und genau das wünsche ich dir auch.
FAQ
Welche Formulare brauche ich für den Elterngeldantrag?
Du brauchst das Antragsformular deines Bundeslandes, die Geburtsurkunde deines Kindes im Original, Ausweise beider Eltern sowie Einkommensnachweise aus dem Bemessungszeitraum. Als Arbeitnehmerin kommt noch die Krankenkassenbescheinigung über das Mutterschaftsgeld und die Arbeitgeberbescheinigung über die Zuschüsse dazu. Das genaue Formular findest du über das Familienportal oder direkt bei deiner Elterngeldstelle.
Wie viel musst du verdienen, um 1.800 Euro Elterngeld zu bekommen?
Konkrete Einkommensgrenzen und Elterngeldbeträge hängen von verschiedenen individuellen Faktoren ab und lassen sich pauschal nicht sicher benennen. Für eine genaue Berechnung wende dich am besten direkt an deine zuständige Elterngeldstelle oder nutze den Elterngeldrechner auf dem Familienportal.
Wie fülle ich den Elterngeldantrag richtig aus?
Trag im Antrag genau ein, für welche Lebensmonate du Basiselterngeld, ElterngeldPlus oder den Partnerschaftsbonus beantragst. Beide Elternteile müssen unterschreiben. Denk außerdem daran, dass Elterngeld und Elternzeit separate Vorgänge bei verschiedenen Stellen sind: Das Elterngeld beantragst du bei der Elterngeldstelle, die Elternzeit meldest du beim Arbeitgeber an.
Welche Unterlagen muss der Arbeitgeber für den Elterngeldantrag ausfüllen?
Dein Arbeitgeber stellt dir eine Bescheinigung über die Zuschüsse zum Mutterschaftsgeld aus. Dazu ist er gesetzlich verpflichtet. Beamtinnen und Soldatinnen erhalten entsprechende Nachweise über ihre Dienstbezüge und die dazugehörigen Zuschüsse von ihrer Bezügestelle beziehungsweise ihrem Dienstherrn.
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