Mit 17 steht dein Kind schon fast mit einem Bein im Erwachsenenleben, und trotzdem taucht die Frage nach dem richtigen Taschengeld plötzlich wieder auf. Wie viel ist fair, was ist zu viel, und wofür soll dein Sohn oder deine Tochter das eigentlich aufkommen? Orientierung gibt es, und sie ist erfreulich handfest. Lass uns das gemeinsam in Ruhe durchgehen.
Wie viel Taschengeld ist mit 17 Jahren angemessen?
Für 17-Jährige liegt die empfohlene Spanne bei 40 bis 60 Euro pro Monat. Das ist die offizielle Empfehlung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) aus dem Jahr 2025, die auch das Familienportal der Bundesregierung übernimmt. Damit hast du einen klaren, wissenschaftlich abgestützten Richtwert, an dem du dich orientieren kannst.
Ein Detail geht dabei leicht unter: Diese Empfehlung gilt für Jugendliche, die wirtschaftlich vollständig von ihren Eltern abhängig sind, also klassisch für Schülerinnen und Schüler ohne eigenes Erwerbseinkommen. Hat dein Kind schon einen Nebenjob oder eine Ausbildungsvergütung, sieht die Rechnung etwas anders aus. Dazu später mehr.
Was zahlen Familien in der Praxis?
Die tatsächlichen Beträge liegen nah an der Empfehlung. Laut DJI erhalten 17-Jährige im Durchschnitt rund 50 Euro im Monat, also genau in der Mitte der empfohlenen Spanne. Für 16-Jährige sind es im Schnitt etwa 40 Euro. Die Empfehlung ist damit kein theoretisches Konstrukt, sondern spiegelt die gelebte Realität in vielen deutschen Familien wider.
Taschengeld gehört im Jugendalter zur Normalität. Bei den 15-Jährigen bekommen bereits 93 Prozent regelmäßig Taschengeld. Mit dieser Frage bist du also in bester Gesellschaft. Wer darüber hinaus fragt, wie viel man pro Monat für Kinder sparen sollte, findet auch dafür einen klaren Rahmen.
Warum ist es bewusst eine Spanne und keine feste Zahl?
Die Spanne von 40 bis 60 Euro lässt Raum für deine ganz eigene Familiensituation. Am unteren Rand bist du gut aufgehoben, wenn das Budget knapper ist oder ihr viele Dinge direkt als Eltern bezahlt. Am oberen Rand liegst du richtig, wenn ihr mehr Spielraum habt oder dein Kind schon mehr eigene Ausgaben trägt.
Die eine perfekte Zahl, die für jede Familie passt, gibt es nicht. Der Rahmen gibt dir Sicherheit, den Rest füllst du mit deinem eigenen Gefühl und eurer Situation.
Was beeinflusst die richtige Taschengeldhöhe für deine Tochter oder deinen Sohn?
Zwei Dinge geben den Ausschlag, wo du innerhalb der Spanne landest: das Einkommen deiner Familie und die Frage, welche Ausgaben dein Kind aus dem Taschengeld bestreiten soll. Beides gehört zusammen und sollte gemeinsam gedacht werden.
Das Familieneinkommen ist der erste ehrliche Anhaltspunkt. Du sollst dir nichts abzwacken, was nicht drin ist. Ein realistischer Überblick darüber, wie viel Geld man monatlich für ein Kind braucht, hilft dir dabei enorm. Das Familienportal formuliert das klar: Eltern entscheiden selbst, was sie sich leisten können. Ist das Budget knapp, liegst du am unteren Rand völlig richtig. Habt ihr mehr Luft, kannst du großzügiger sein, wenn du es für sinnvoll hältst.
Welche Ausgaben soll das Taschengeld abdecken?
Hier lohnt ein genauer Blick. Soll das Taschengeld nur kleine Freizeitwünsche, Snacks und den einen oder anderen Kinobesuch abdecken, reichen 40 bis 60 Euro gut aus. Sollen daraus aber auch größere Posten wie Anteile an Kleidung, dem Handyvertrag oder Streaming-Abos bezahlt werden, wird es enger. Eine gute Orientierung dazu, was Kinder vom Taschengeld selbst bezahlen sollten, hilft dir bei dieser Abgrenzung.
Für eine kurze Bestandsaufnahme helfen diese Fragen weiter:
- Trägst du die großen Kosten wie Kleidung und Handyvertrag direkt selbst?
- Soll dein Kind bestimmte Ausgaben bewusst in Eigenregie übernehmen?
- Hat sich zuletzt etwas verändert, etwa neue Hobbys oder mehr Selbstständigkeit?
- Kommt dein Kind mit dem aktuellen Betrag gut aus oder verschätzt es sich oft?
Wenn dein Kind mehr eigene Verantwortung übernimmt, kann es sinnvoll sein, entweder den Betrag anzuheben oder zusätzliches Budgetgeld einzuplanen. Was das genau ist, schauen wir uns im nächsten Abschnitt an.
Einmal im Jahr gemeinsam draufschauen
Das DJI empfiehlt, Höhe und Verwendung des Taschengelds jährlich gemeinsam mit dem Kind zu prüfen. Gerade mit 17 verändert sich vieles schnell: der Wechsel von der Schule in die Ausbildung, ein neuer Nebenjob, neue Konsumgewohnheiten. Ein starres Festhalten an einem einmal festgelegten Betrag passt da oft nicht mehr.
Nimm dir also einmal im Jahr kurz Zeit und sprich mit deinem Kind darüber, ob der Betrag noch stimmt. Das kostet zehn Minuten und verhindert Frust auf beiden Seiten.
Taschengeld oder Budgetgeld: Wo liegt der Unterschied bei 17-Jährigen?
Taschengeld steht deinem Kind zur freien Verfügung, Budgetgeld ist zweckgebunden. Taschengeld darf dein Kind ausgeben, wofür es möchte. Budgetgeld dagegen ist von vornherein für bestimmte Ausgaben reserviert, etwa für Kleidung oder Schulmaterial.
Taschengeld ist der Lernraum für spontane, eigene Konsumentscheidungen. Beim Budgetgeld geht es um die Übernahme fester Kosten: Dein Kind soll damit lernen, ein Budget vorausschauend zu planen, notwendige Anschaffungen im Blick zu behalten und einem spontanen Wunsch zu widerstehen, wenn er die wichtigen Ausgaben gefährden würde.
Warum wird Budgetgeld zusätzlich gedacht?
Budgetgeld wird zusätzlich zum Taschengeld eingeplant, nicht als Ersatz. Die 40 bis 60 Euro aus der Taschengeldtabelle enthalten also kein Budgetgeld. Wenn du möchtest, dass dein Kind Kleidung oder Schulsachen aus einem eigenen Topf finanziert, solltest du dafür einen extra Betrag zur Verfügung stellen.
Gerade für 17-Jährige, die oft schon ein eigenes Girokonto haben, ist Budgetgeld ein tolles Übungsfeld. Falls sich noch die Frage stellt, wer ein Konto für ein Kind eröffnen darf, klärt sich das schnell. Du kannst das Budgetgeld entweder gemeinsam verwalten oder deinem Kind über das Konto zur eigenverantwortlichen Nutzung überlassen.
Die Kombination aus beidem ist ein guter Einstieg in echte Budgetverantwortung: Taschengeld für die kleinen Freiheiten, Budgetgeld für die planbaren Kosten. So lernt dein Kind beide Seiten des Geldumgangs kennen. Wenn du unsicher bist, wie du das für euch aufteilst, meld dich gerne bei mir, dann schauen wir das gemeinsam an.
Musst du deinem Kind mit 17 überhaupt Taschengeld zahlen?
Nein, eine gesetzliche Pflicht zur Zahlung eines bestimmten Taschengeldbetrags gibt es in Deutschland nicht. Ob und wie viel Taschengeld du gibst, ist allein deine Entscheidung. Das Familienportal und das DJI sind sich hier einig: Alle Empfehlungen zur Höhe sind Orientierungshilfen, keine Rechtsnormen. Wer genauer wissen will, ob Eltern verpflichtet sind, Taschengeld zu geben, findet dort die rechtlichen Hintergründe.
Was du rechtlich schuldest, ist der Unterhalt. Als Elternteil bist du verpflichtet, den Lebensbedarf deines Kindes zu decken und seine erste Ausbildung zu finanzieren. Das ist der verbindliche Teil, nicht das Taschengeld. Ähnlich klar geregelt ist übrigens, was beim Kindergeld ab der Volljährigkeit gilt.
Unterhalt darf auch als Sachleistung laufen
Diesen Unterhalt musst du nicht in bar auszahlen. Bei einem 17-Jährigen, der bei dir wohnt, kannst du ihn durch Sachleistungen erfüllen, wie die Verbraucherzentrale klar herausstellt. Dazu gehören:
- Unterkunft und ein Dach über dem Kopf
- Verpflegung und Essen im Alltag
- Kleidung und weitere notwendige Sachen
Taschengeld ist dann ein kleiner, pädagogisch motivierter Zusatzbetrag. Es deckt nicht den Lebensbedarf, sondern schafft einen Lernraum für den eigenständigen Umgang mit Geld.
Was erlaubt der Taschengeldparagraph deinem Kind?
Auch wenn Taschengeld freiwillig ist, gibt es dazu eine wichtige gesetzliche Regelung: den Taschengeldparagraphen, also Paragraf 110 BGB. Er erlaubt deinem minderjährigen Kind, bestimmte Käufe ohne deine ausdrückliche Zustimmung wirksam abzuschließen, sofern es dafür Geld verwendet, das ihm zur freien Verfügung überlassen wurde.
Kauft dein Kind also etwas von seinem Taschengeld, ist der Vertrag in der Regel gültig, auch wenn du dem konkreten Kauf vorher nicht zugestimmt hast. Voraussetzung ist, dass das Geld wirklich frei überlassen war und nicht zweckgebunden für etwas anderes gedacht war. Das stärkt die Selbstständigkeit deines Kindes und ist pädagogisch genau so gewollt.
Wie zahlst du Taschengeld mit 17 am besten aus?
Für ältere Jugendliche ist ein Girokonto oder eine App der sinnvolle Weg. Während bei kleinen Kindern Bargeld die richtige Wahl ist, damit sie den physischen Umgang mit Geld lernen, empfiehlt das DJI für ältere Kinder und Jugendliche ausdrücklich die digitale Auszahlung. Mit 17 passt das meist perfekt, viele haben ohnehin schon ein Konto. Welche Kriterien dabei zählen, zeigt der Überblick, welche Bank sich am besten für ein Kinderkonto eignet.
Ein Konto hat den schönen Nebeneffekt, dass dein Kind bargeldlose Zahlungen übt, Kontoauszüge lesen lernt und Online-Banking versteht. All das braucht es sowieso bald im Erwachsenenleben.
Konto ohne Überziehung und klare Absprachen
Ein paar Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass das gut läuft. Das DJI rät zu einem Konto oder einer App ohne Überziehungsmöglichkeit, damit keine Schulden entstehen können. Außerdem solltest du Einblick in die Buchungen behalten und klare Absprachen zu Abos und Online-Käufen treffen.
In der Praxis funktioniert oft eine Mischung am besten: Bargeld für die kleinen Ausgaben unterwegs, das Konto für größere Beträge, Sparziele und digitale Zahlungen. So bekommt dein Kind beide Welten mit und behält gleichzeitig den Überblick über seine Finanzen.
Warum hat Haushaltshilfe nichts mit dem Taschengeld zu tun?
Sollte das Taschengeld ans Mithelfen im Haushalt gekoppelt sein? Die klare Empfehlung lautet nein. Normale Mithilfe im Haushalt gehört einfach dazu und sollte nicht als Gegenleistung fürs Taschengeld verstanden werden. Das eigene Zimmer aufräumen, den Tisch decken, den Müll rausbringen, das ist Teil des Familienlebens.
Taschengeld sollte außerdem nie als Erziehungsmittel eingesetzt und bei Fehlverhalten gekürzt werden. Sonst verliert es seine Funktion als verlässlicher Lernraum und wird zum Druckmittel. Besondere Zusatzdienste, die über die normale Mithilfe hinausgehen, kannst du dagegen gerne extra vergüten, aber immer klar getrennt vom Taschengeld.
Wie viel Geld sollte ein 17-Jähriger insgesamt zur Verfügung haben?
Auf diese Frage gibt es bewusst keine offizielle Gesamtsumme. Weder das DJI noch das Familienportal nennen einen Betrag, der Taschengeld, Nebenjob und Ausbildungsvergütung zu einer festen Zahl zusammenrechnet. Das liegt in der Natur der Sache, weil jede Situation zu unterschiedlich ist.
Solange dein Kind noch zur Schule geht und vollständig von dir abhängig ist, bilden Taschengeld und eventuell Budgetgeld sein frei verfügbares Budget. Der Rest läuft über den Unterhalt, den du als Sachleistung erbringst. Sobald ein Nebenjob oder eine Ausbildungsvergütung dazukommt, ändert sich das Bild.
Eigenes Einkommen verändert die Rechnung
Verdient dein Kind selbst Geld, muss es dieses eigene Einkommen vorrangig für seinen Lebensbedarf einsetzen. Das mindert gleichzeitig den Unterhaltsanspruch gegenüber dir als Elternteil. Das eigene Einkommen erweitert also den Spielraum deines Kindes und reduziert zugleich deine Zahllast.
Trotzdem empfiehlt das DJI, auch dann ein gewisses Taschengeld oder Budgetgeld beizubehalten, damit die pädagogische Funktion erhalten bleibt. Zwei Wege bieten sich an:
- Du zahlst zusätzlich zum eigenen Verdienst weiterhin Taschengeld, um den Lerneffekt zu bewahren.
- Du definierst Teile des Einkommens als Budgetgeld für feste Kosten und reduzierst dafür das Taschengeld.
Entscheidend ist vor allem, dass dein Kind seine gesamte finanzielle Lage im Blick behält, also Taschengeld, eigenes Einkommen und Budgetgelder zusammen denkt und vernünftig plant.
Offen reden schlägt jede feste Zahl
Statt auf eine magische Gesamtsumme zu schielen, ist das offene Gespräch das Wertvollste, was du deinem Kind mitgeben kannst. Sprich mit ihm über Wünsche, über den Einfluss von Werbung und sozialen Medien und über eigene Sparziele. Gerade mit 17 prasseln viele Konsumimpulse auf Jugendliche ein.
Ein Sparbuch, ein Tagesgeldkonto oder eine Finanz-App helfen deinem Kind, den Überblick zu behalten und langfristig zu denken. Wer für den Nachwuchs mehr aufbauen will, findet in der Frage, was die beste Sparanlage für Kinder ist, weitere Anregungen. So wird Taschengeld zu weit mehr als nur einem Betrag am Monatsanfang, nämlich zu einem echten Baustein auf dem Weg in ein finanziell selbstständiges Erwachsenenleben.
Häufige Fragen
Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.






