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Was ist die beste Sparanlage für Kinder?

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Lasse Falke
zuletzt aktualisiert: 3. Mai 2026
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Was ist die beste Sparanlage für Kinder?

Die beste Sparanlage für Kinder ist fast nie nur ein einziges Produkt, sondern ein Mix aus sicherem Tagesgeld und einem ETF-Sparplan im Juniordepot. Die Mischung hängt davon ab, wie alt dein Kind ist und wofür das Geld später gebraucht wird.

Für ein dreijähriges Kind mit 15 Jahren Zeit bis zum 18. Geburtstag sieht die Lösung anders aus als für ein 14-jähriges Kind, das in drei Jahren den Führerschein macht. Der Zeithorizont entscheidet, was sinnvoll ist.

Die wichtigste Regel: Je länger das Geld liegen kann, desto mehr gehört in ETFs. Je kürzer die Zeit, desto mehr Sicherheit brauchst du durch Tages- oder Festgeld. Ein fünfjähriges Kind verträgt 80 Prozent im ETF-Sparplan, ein 15-jähriges eher 30 Prozent.

Finanztip und Stiftung Warentest empfehlen für lange Zeiträume von zehn bis 20 Jahren vor allem günstige, breit gestreute Aktien-ETFs im Juniordepot. Tagesgeld oder Festgeld ergänzen das als sichere Rücklage für kurzfristige Ziele.

Im Folgenden bekommst du jede Sparanlage extrem ausführlich erklärt. Was sie kann, was sie kostet, für wen sie passt und wo die Fallen lauern.

Hier erstmal eine schnelle Übersicht über alle Anlageformen:

AnlageformEignet sich fürVorteileNachteile
Sparschwein / BargeldKleinkinder, GeldverständnisEinfach, sichtbarKeine Zinsen, Inflation frisst Wert
Sparbuch / SparkontoTaschengeld, NotgroschenSehr sicher, flexibelSehr niedrige Zinsen
TagesgeldKurzfristige Ziele, RücklageSicher, täglich verfügbarFür lange Zeit zu wenig Rendite
Festgeld1 bis 5 Jahre, feste BeträgeFester Zins, PlanbarkeitKein Zugriff während Laufzeit
BausparvertragSpäterer ImmobilienkaufSicher, Förderungen möglichGeringe Rendite, unflexibel
Juniordepot + ETF-Sparplan10 bis 20 Jahre, VermögensaufbauHohe Renditechancen, flexibel, günstigKursschwankungen, Verlustrisiko
Fonds (aktiv gemanagt)Langfristig, bei Wunsch nach ManagementProfessionelle VerwaltungHöhere Kosten als ETFs
LebensversicherungAbsicherung + SparenTodesfallschutz enthaltenSehr hohe Kosten, schlechte Rendite

Wozu dient das Sparschwein wirklich?

Das Sparschwein ist keine Sparanlage, sondern ein Lernwerkzeug. Kinder sammeln Münzen und Scheine darin, sehen das Geld wachsen und entwickeln ein Gefühl dafür, dass Geld begrenzt ist.

Funktionieren tut es denkbar einfach: Bargeld rein, Bargeld irgendwann wieder raus. Keine Zinsen, keine Rendite, kein Papierkram. Das Kind kann jederzeit ran, die Münzen zählen, damit spielen oder sich was kaufen.

Der pädagogische Wert ist enorm. Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter brauchen diese physische Erfahrung. Sie müssen Geld anfassen, zählen, sehen. Erst dann verstehen sie, dass zehn Ein-Euro-Münzen genauso viel sind wie ein Zehn-Euro-Schein.

Aber als echte Sparanlage ist das Sparschwein komplett ungeeignet. Die Kaufkraft sinkt durch Inflation. Bei zwei Prozent Inflation verlieren 100 Euro in zehn Jahren etwa 18 Euro an Wert. Das Geld liegt einfach nur rum und wird weniger wert.

Außerdem ist es unsicher. Wenn das Haus brennt oder eingebrochen wird, ist das Geld weg. Keine Versicherung ersetzt Bargeld im Sparschwein. Für größere Beträge über ein paar hundert Euro ist das ein echtes Risiko.

Die richtige Rolle: Taschengeld, kleine Geldgeschenke, Lernmittel für Kinder unter zehn Jahren. Mehr nicht. Wer ernsthaft für sein Kind sparen will, braucht andere Lösungen.

Was bringt das klassische Sparbuch noch?

Das Sparbuch ist der Klassiker, den viele Großeltern noch aus ihrer Jugend kennen. Ein Konto bei der Bank, oft mit einem kleinen Heft, in dem Einzahlungen und Zinsen eingetragen werden. Oder digital als Sparkonto ohne Heft.

Einzahlen geht jederzeit, per Überweisung, Dauerauftrag oder bar am Schalter. Das Geld ist fast jederzeit verfügbar, manchmal mit einer kurzen Kündigungsfrist von ein paar Tagen.

Sicherheit und Einfachheit

Bis 100.000 Euro pro Person und Bank sind durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Selbst wenn die Bank pleitegeht, bekommst du dein Geld zurück. Das beruhigt viele Eltern und Großeltern.

Außerdem ist das Sparbuch extrem einfach:

  • Keine Kursschwankungen
  • Keine Verlustrisiken
  • Keine komplizierten Entscheidungen
  • Geld rein, Geld liegt da, fertig

Für Menschen, die sich mit Finanzen nicht beschäftigen wollen, fühlt sich das gut an.

Zinsen zu niedrig für Vermögensaufbau

Das Problem: Die Zinsen sind lächerlich niedrig. Aktuell liegen sie bei den meisten Banken zwischen null und 0,5 Prozent pro Jahr. Bei zwei Prozent Inflation verliert das Geld real an Wert.

Rechne es durch: 100 Euro monatlich übers Sparbuch gespart, 18 Jahre lang, null Prozent Zinsen. Am Ende hast du 21.600 Euro eingezahlt und genau 21.600 Euro raus. Klingt nach nichts verloren, aber die Kaufkraft ist auf etwa 15.000 Euro geschrumpft.

Richtige Rolle beim Sparen

Parkplatz für Geld, das in ein bis drei Jahren gebraucht wird. Klassenfahrt, neues Fahrrad, kurzzeitige Ziele. Aber nicht als Hauptanlage für 15 oder 18 Jahre. Dafür ist es viel zu schlecht.

Wozu brauchen Kinder ein Girokonto?

Ein Kinderkonto oder Junior-Girokonto ist kein Sparprodukt, sondern ein Zahlungsverkehrs-Werkzeug. Kinder lernen damit, wie Überweisungen funktionieren, wie man mit einer Karte bezahlt und wie man einen Kontostand im Blick behält.

Die meisten Banken bieten solche Konten ab etwa zehn bis zwölf Jahren an. Ohne Dispo, mit begrenzten Funktionen und unter Kontrolle der Eltern. Taschengeld kommt per Dauerauftrag drauf, das Kind kann damit zahlen oder abheben.

Der Lerneffekt ist riesig. Kinder verstehen plötzlich, dass Geld auf dem Konto begrenzt ist. Sie sehen, wie viel sie ausgeben, wie viel übrig bleibt. Das ist Finanzbildung in der Praxis, nicht in der Theorie.

Aber für Vermögensaufbau ist ein Girokonto komplett ungeeignet. Die Zinsen sind null oder minimal. Es geht darum, Geld zu verwalten, nicht zu vermehren.

Die richtige Rolle: Ergänzung zu einem echten Sparprodukt, kein Ersatz. Ab etwa zehn Jahren sinnvoll, um den Umgang mit Geld zu lernen. Aber das Spargeld gehört woanders hin.

Lohnt sich Tagesgeld für Kinder?

Tagesgeld ist ein Konto mit täglicher Verfügbarkeit und meist etwas besseren Zinsen als das Sparbuch. Du kannst jederzeit Geld einzahlen und abheben, ohne Kündigungsfrist.

Zinsen und Konditionen

Für Kinder gibt es oft spezielle Tagesgeldkonten mit leicht erhöhten Zinsen. Manche Banken zahlen ein bis zwei Prozent, je nach Marktlage. Das ist besser als null Prozent, aber langfristig trotzdem zu wenig.

Flexibilität plus Sicherheit

Tagesgeld kombiniert zwei wichtige Eigenschaften:

  • Geld täglich verfügbar bei Bedarf
  • Einlagensicherung bis 100.000 Euro greift
  • Perfekt als Notgroschen-Konto
  • Keine Bindung, keine Kündigungsfristen

Ideale Ergänzung zu ETFs

Tagesgeld eignet sich ideal als Ergänzung zu einem ETF-Sparplan. Du legst zum Beispiel 20 bis 30 Prozent des Sparvermögens aufs Tagesgeld und den Rest in ETFs. Wenn das Kind mit 15 ein teures Fahrrad will, holst du das Geld vom Tagesgeld, nicht aus dem Depot.

Grenzen bei langfristigem Sparen

Über 18 Jahre ist die Rendite zu gering. Bei einem Prozent Zinsen und zwei Prozent Inflation verlierst du real Geld. Für langfristigen Vermögensaufbau reicht das nicht.

Richtige Rolle beim Sparen

20 bis 30 Prozent des Sparvermögens für kurzfristige Ziele und Notfälle. Der Rest gehört in renditestarke Anlagen wie ETFs.

Wann macht Festgeld bei Kindern Sinn?

Festgeld funktioniert so: Du legst einen Betrag für eine feste Laufzeit an, zum Beispiel ein, zwei, drei oder fünf Jahre. Dafür bekommst du einen festen Zinssatz, der höher liegt als beim Tagesgeld. Während der Laufzeit kommst du nicht an das Geld ran.

Der Vorteil ist die Planbarkeit. Du weißt am Anfang genau, wie viel am Ende rauskommt. Bei drei Prozent Zinsen über fünf Jahre wird aus 10.000 Euro exakt 11.593 Euro. Keine Überraschungen, keine Schwankungen.

Festgeld macht Sinn, wenn ein fester Zeitpunkt bekannt ist. Dein Kind wird in drei Jahren 17 und braucht Geld für den Führerschein. Du legst heute 3.000 Euro für drei Jahre fest, bekommst vielleicht zwei Prozent Zinsen, am Ende sind es 3.180 Euro. Passt perfekt.

Aber Festgeld hat zwei Nachteile. Erstens: keine Flexibilität. Wenn das Geld früher gebraucht wird, kommst du nur schwer oder gar nicht ran. Manche Banken erlauben eine vorzeitige Kündigung, aber dann verfallen die Zinsen.

Zweitens: Die Rendite ist langfristig niedriger als bei Aktien-ETFs. Über 15 oder 18 Jahre bringen ETFs historisch deutlich mehr. Festgeld ist sicher, aber nicht renditestark.

Die richtige Rolle: Baustein für mittelfristige Ziele zwischen drei und sieben Jahren. Oft in Kombination mit ETFs: 30 bis 50 Prozent Festgeld für Sicherheit, 50 bis 70 Prozent ETFs für Rendite.

Taugt ein Bausparvertrag fürs Kind?

Ein Bausparvertrag kombiniert Sparen mit der Möglichkeit eines späteren zinsgünstigen Darlehens für Immobilien. Du sparst monatlich ein, bekommst minimale Guthabenzinsen und nach einigen Jahren das Recht auf ein Bauspardarlehen.

Idee hinter dem Produkt

Dein Kind soll später mal Wohneigentum kaufen, und der Bausparvertrag sichert schon heute günstige Darlehenskonditionen. Dazu gibt es unter bestimmten Bedingungen staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie.

Kosten fressen Rendite auf

Das klingt erstmal gut, hat aber massive Nachteile:

  • Guthabenzinsen minimal, oft unter einem Prozent
  • Abschlussgebühren von ein bis zwei Prozent der Bausparsumme
  • Laufende Kontoführungsgebühren
  • Kosten fressen die ohnehin magere Rendite komplett auf

Zweckbindung problematisch

Der Bausparvertrag bringt nur was, wenn dein Kind später wirklich eine Immobilie kaufen will. Wenn nicht, hast du 18 Jahre mit mieser Rendite gespart, ohne die Vorteile zu nutzen.

Verbraucherschützer raten bei Bausparverträgen für Kinder meist ab. Die Rendite ist zu schlecht, die Kosten zu hoch, die Flexibilität zu gering.

Richtige Rolle beim Sparen

Nur in Ausnahmefällen sinnvoll, wenn Eltern ganz sicher sind, dass das Kind später eine Immobilie kaufen wird. Für allgemeinen Vermögensaufbau gibt es deutlich bessere Optionen.

Was taugen Lebensversicherungen für Kinder?

Lebens- oder Ausbildungsversicherungen kombinieren Kapitalaufbau mit einer Absicherung für den Todesfall der Eltern. Du zahlst monatlich ein, das Geld wird angelegt, und wenn ein Elternteil stirbt, übernimmt die Versicherung die weiteren Beiträge oder zahlt eine vereinbarte Summe aus.

Doppelte Sicherheit klingt gut

Das klingt nach doppelter Sicherheit: Geld fürs Kind plus Schutz bei Tod der Eltern. Aber in der Praxis sind diese Produkte meist teuer und intransparent.

Kosten als Hauptproblem

Die Kostenstruktur frisst die Rendite:

  • Abschlusskosten in den ersten Jahren
  • Laufende Verwaltungskosten
  • Risikokosten für die Todesfallabsicherung
  • Oft fließt mehr in Kosten als in Vermögensaufbau

Rendite deutlich schlechter als ETFs

Nach Kosten bleiben bei klassischen Lebensversicherungen oft nur ein bis zwei Prozent übrig. Deutlich weniger als mit einem einfachen ETF-Sparplan.

Die Überschussbeteiligung ist intransparent. Keine Garantie auf attraktive Renditen.

Bessere Alternative

Verbraucherschützer sagen klar: Wenn Absicherung der Eltern wichtig ist, schließ eine separate Risikolebensversicherung ab. Die kostet wenig, zahlt im Todesfall viel aus.

Für den Vermögensaufbau machst du parallel einen ETF-Sparplan. Diese Kombination ist transparenter und meist deutlich günstiger.

Richtige Rolle beim Sparen

Für reinen Vermögensaufbau ungeeignet. Nur in Einzelfällen, wenn Eltern bewusst ein Kombiprodukt wollen. Aber dann genau auf Kosten und Rendite schauen.

Sind aktiv gemanagte Fonds eine Lösung?

Aktiv gemanagte Fonds werden von Profis verwaltet. Ein Fondsmanager wählt gezielt Aktien oder Anleihen aus, um besser abzuschneiden als der Markt. Die Idee: Durch kluges Auswählen schlägt der Fonds den Index.

Das klingt gut, funktioniert aber selten. Zahlreiche Studien zeigen: Die Mehrheit der aktiv gemanagten Fonds schneidet nach Kosten schlechter ab als einfache Indexfonds (ETFs). Nicht weil die Manager schlecht sind, sondern weil die Kosten zu hoch sind.

Aktive Fonds kosten oft ein bis zwei Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr. Dazu kommen Ausgabeaufschläge beim Kauf und laufende Transaktionskosten. Ein ETF auf denselben Markt kostet vielleicht 0,2 Prozent pro Jahr. Die Differenz von 0,8 bis 1,8 Prozent jährlich summiert sich über 18 Jahre gewaltig.

Ein Beispiel: 100 Euro monatlich, 18 Jahre, sechs Prozent Rendite vor Kosten. Mit 0,2 Prozent Kosten (ETF) landen etwa 38.400 Euro im Depot. Mit 1,5 Prozent Kosten (aktiver Fonds) sind es nur 34.900 Euro. Der Unterschied von 3.500 Euro geht komplett in Gebühren.

Für Kinder macht das selten Sinn. Die Zeit ist zu lang, die Kosten zu hoch, der Mehrwert zu unsicher.

Die richtige Rolle: Nur wenn Eltern bewusst eine bestimmte Strategie oder einen bestimmten Manager wollen. Für Standard-Vermögensaufbau sind ETFs die bessere Wahl.

Warum empfehlen alle ETF-Sparpläne?

ETF-Sparpläne im Juniordepot sind der Kern jeder modernen Anlagestrategie für Kinder. Verbraucherschützer wie Finanztip und Stiftung Warentest empfehlen sie explizit als Hauptanlage für langfristige Ziele.

Breite Streuung mit einem Produkt

Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index nach, zum Beispiel den MSCI World mit etwa 1.600 Unternehmen weltweit oder den MSCI ACWI mit über 2.900 Unternehmen. Du investierst mit einem einzigen ETF in tausende Firmen auf allen Kontinenten.

Kosten minimal

Die laufenden Gebühren (TER) liegen meist zwischen 0,1 und 0,4 Prozent pro Jahr. Viele Online-Broker bieten Sparpläne komplett ohne Ausführungsgebühr an. Du zahlst also nur die winzige ETF-Gebühr, sonst nichts.

Rendite historisch attraktiv

Weltweite Aktienmärkte haben über lange Zeiträume im Schnitt sechs bis sieben Prozent pro Jahr gebracht. Nicht jedes Jahr, nicht garantiert, aber im langfristigen Durchschnitt. Bei 18 Jahren Laufzeit gleichen sich Schwankungen meist aus.

Ein Beispiel macht das greifbar: 100 Euro monatlich, 18 Jahre, sechs Prozent Rendite. Am Ende stehen etwa 38.700 Euro im Depot. Eingezahlt hast du nur 21.600 Euro. Die Differenz von 17.100 Euro kommt durch Zinsen und Zinseszinsen.

Zum Vergleich: Dieselben 100 Euro monatlich auf einem Sparbuch mit null Prozent Zinsen ergeben nach 18 Jahren genau 21.600 Euro. Du verschenkst 17.100 Euro Rendite, nur weil du auf Nummer sicher gehen wolltest.

Flexibilität enorm

Du kannst jederzeit anpassen:

  • Sparrate ändern, aussetzen oder erhöhen
  • Einmalzahlungen machen, wenn Oma was schenkt
  • Verkaufen, wenn das Geld gebraucht wird
  • Keine festen Laufzeiten, keine Kündigungsfristen

Risiken nicht verschweigen

Kurse schwanken, manchmal heftig. In der Finanzkrise 2008 sind Aktienmärkte um 50 Prozent gefallen. 2020 bei Corona um 35 Prozent. Wer da verkauft hat, hat Verluste realisiert. Wer liegen gelassen hat, steht heute besser da als vor der Krise.

Zeit glättet Schwankungen

Über 15 oder 18 Jahre hat es historisch keine einzige Periode gegeben, in der ein weltweit gestreuter Aktienindex Verlust gemacht hätte. Je länger der Zeitraum, desto sicherer wird die Anlage.

Deswegen funktioniert das für Kinder so gut. Ein dreijähriges Kind hat 15 Jahre Zeit bis zum 18. Geburtstag. Selbst wenn zwischendurch ein Crash kommt, ist genug Zeit zur Erholung. Ein 16-jähriges Kind hat nur zwei Jahre, da ist ein Crash kurz vorher fatal.

Richtige Rolle beim Sparen

Kernanlage für Kinder mit mindestens zehn Jahren Anlagehorizont. 70 bis 90 Prozent des Sparvermögens sollten hier rein, der Rest aufs Tagesgeld.

Was bringen Robo-Advisor und Kinder-Sparpläne?

Manche Banken und Fintechs bieten spezielle Kinder-Sparprodukte an. Robo-Advisor wählen automatisch ETFs aus, passen das Risiko an und verwalten das Portfolio. Alles läuft automatisch, Eltern müssen sich um nichts kümmern.

Das klingt bequem und ist es auch. Du gibst an, wofür gespart wird (Studium, Führerschein), wie viel Risiko okay ist, und der Robo macht den Rest. Oft mit hübscher App, Visualisierungen und pädagogischen Elementen fürs Kind.

Aber Bequemlichkeit kostet. Robo-Advisor verlangen zusätzliche Gebühren, meist 0,5 bis 1 Prozent pro Jahr. Dazu kommen die ETF-Kosten von 0,2 bis 0,4 Prozent. Zusammen sind das 0,7 bis 1,4 Prozent pro Jahr.

Ein selbst gewählter ETF-Sparplan kostet nur die 0,2 Prozent ETF-Gebühr. Die Differenz von 0,5 bis 1,2 Prozent jährlich sind über 18 Jahre mehrere tausend Euro.

Dafür musst du beim Robo gar nichts machen. Kein ETF aussuchen, keine Rebalancing-Entscheidungen, kein Nachdenken. Das ist der Preis für die Bequemlichkeit.

Die richtige Rolle: Für Eltern, die sich nicht mit ETFs beschäftigen wollen und Bequemlichkeit über Kostenersparnis stellen. Wer bereit ist, sich zwei Stunden einzulesen, spart mit einem einfachen ETF-Sparplan deutlich mehr.

Wie sieht die optimale Kombination aus?

Die beste Lösung ist fast nie nur eine Anlage, sondern ein Mix. Verbraucherschützer empfehlen: ETF-Sparplan als Kern, Tagesgeld als Ergänzung. Die Gewichtung hängt vom Alter des Kindes ab.

Kleines Kind (null bis zehn Jahre)

Anlagehorizont: 10 bis 18 Jahre

Aufteilung:

  • 80 bis 90 Prozent ETF-Sparplan auf weltweiten Aktienindex
  • 10 bis 20 Prozent Tagesgeld für kurzfristige Ziele

Älteres Kind (11 bis 15 Jahre)

Anlagehorizont: fünf bis acht Jahre

Aufteilung:

  • 50 bis 70 Prozent ETF-Sparplan
  • 30 bis 50 Prozent Tages- oder Festgeld

Kind kurz vor Volljährigkeit (16 bis 17 Jahre)

Anlagehorizont: ein bis drei Jahre

Aufteilung:

  • 20 bis 40 Prozent ETF-Sparplan
  • 60 bis 80 Prozent Tages- oder Festgeld

Logik dahinter

Je näher das Geld gebraucht wird, desto weniger Risiko kannst du eingehen. Ein Crash zwei Jahre vorm Ziel ist problematisch. Ein Crash zehn Jahre vorm Ziel ist egal.

Ein konkretes Beispiel: Dein Kind ist fünf Jahre alt, du sparst 120 Euro monatlich. 100 Euro gehen in einen MSCI-World-ETF-Sparplan, 20 Euro aufs Tagesgeld. Nach 13 Jahren (Kind ist 18) hast du bei sechs Prozent Rendite etwa 23.000 Euro im ETF und 3.100 Euro auf dem Tagesgeld. Zusammen 26.100 Euro.

Hättest du alles aufs Sparbuch gelegt, hättest du nur die eingezahlten 18.720 Euro. Der Unterschied von 7.380 Euro ist der Preis fürs Nichtstun.

Welche Fehler kosten am meisten Geld?

Diese fünf Fehler beim Sparen für Kinder kosten dich am meisten Rendite. Jeder davon kann mehrere tausend Euro Verlust bedeuten.

Fehler 1: Nur Sparbuch oder Tagesgeld

Über 18 Jahre verschenkst du damit locker 10.000 bis 20.000 Euro Rendite. Die Sicherheit ist teuer erkauft. Bei null Prozent Zinsen und zwei Prozent Inflation schmilzt die Kaufkraft Jahr für Jahr.

Fehler 2: Panikverkauf in Krisen

2020 bei Corona sind viele Eltern aus ETFs rausgelaufen, weil die Kurse 30 Prozent gefallen sind. Wer damals verkauft hat, hat Verluste realisiert. Wer liegen gelassen hat, hat heute deutlich mehr als vor Corona.

Schwankungen gehören dazu. Wer langfristig spart, muss Krisen aussitzen können.

Fehler 3: Zu spät anfangen

Jedes Jahr, das du wartest, kostet dich Rendite:

  • Kind mit drei Jahren: 15 Jahre Zeit
  • Kind mit zehn Jahren: nur acht Jahre Zeit
  • Der Zinseszinseffekt braucht Zeit zum Arbeiten

Fehler 4: Zu wenig sparen

25 Euro monatlich klingen nach viel, ergeben aber nach 18 Jahren bei sechs Prozent Rendite nur etwa 9.700 Euro. Das reicht für einen Gebrauchtwagen, nicht für einen echten Startschuss ins Leben.

Wer es ernst meint, spart mindestens 100 Euro monatlich.

Fehler 5: Teure Produkte wählen

Lebensversicherungen, aktive Fonds, Bausparverträge mit hohen Kosten. Über 18 Jahre fressen Gebühren einen riesigen Teil der Rendite.

Ein günstiger ETF ist fast immer die bessere Wahl. Die Kostenersparnis macht über lange Zeiträume tausende Euro aus.

Was ist jetzt die beste Sparanlage?

Für langfristige Ziele (zehn bis 18 Jahre) ist ein ETF-Sparplan im Juniordepot die beste Lösung. Ergänzt durch Tagesgeld für kurzfristige Bedürfnisse. Diese Kombination empfehlen Finanztip, Stiftung Warentest und praktisch alle unabhängigen Verbraucherschützer.

Für mittelfristige Ziele (fünf bis zehn Jahre) wird der Tagesgeld- oder Festgeldanteil größer, der ETF-Anteil kleiner.

Für kurzfristige Ziele (unter fünf Jahren) gehört das Geld fast komplett auf Tages- oder Festgeld, nicht in ETFs.

Die konkrete Umsetzung ist simpel: Juniordepot bei einer günstigen Direktbank eröffnen, ETF-Sparplan auf einen weltweiten Aktienindex einrichten (MSCI World oder MSCI ACWI), Sparrate per Dauerauftrag automatisieren, zusätzlich Tagesgeld als Notgroschen. Fertig.

Alles andere (Sparbuch, Bausparvertrag, Lebensversicherung, aktive Fonds) ist entweder zu teuer, zu unflexibel oder bringt zu wenig Rendite. Für Standardfälle gibt es keine bessere Lösung als ETF plus Tagesgeld.

Wie sieht die beste Lösung für verschiedene Altersgruppen aus?

Die optimale Mischung hängt davon ab, wie alt dein Kind ist und wie lange das Geld liegen kann. Hier sind die Empfehlungen von Finanztip, Stiftung Warentest und Bankenverbänden.

Wenn das Kind noch klein ist (null bis zehn Jahre)

Dein Kind hat noch mindestens acht bis 18 Jahre Zeit. Das ist lang genug, um Börsenschwankungen auszusitzen. Selbst ein heftiger Crash kann in dieser Zeit wieder aufgeholt werden.

Die empfohlene Lösung: Eröffne ein Juniordepot bei einer günstigen Direktbank. Richte einen monatlichen ETF-Sparplan auf einen weltweiten Aktien-ETF ein, zum Beispiel MSCI World oder MSCI ACWI. Sparraten können zwischen 25 und 200 Euro liegen, je nachdem was du dir leisten kannst.

Zusätzlich legst du ein Tagesgeldkonto auf den Namen deines Kindes an. Dort parkst du Geld für kurzfristige Ziele wie ein neues Fahrrad, eine Klassenfahrt oder das erste Handy. Die Aufteilung: 80 bis 90 Prozent des Sparvermögens im ETF-Sparplan, 10 bis 20 Prozent auf dem Tagesgeld.

Ein Beispiel: Du sparst 120 Euro pro Monat. 100 Euro gehen per Sparplan in einen MSCI-World-ETF. 20 Euro landen auf dem Tagesgeld. Nach 15 Jahren hast du bei sechs Prozent Rendite etwa 29.000 Euro im ETF und 3.600 Euro auf dem Tagesgeld. Zusammen über 32.000 Euro.

Hättest du alles aufs Sparbuch gelegt, wären es nur die eingezahlten 21.600 Euro. Der Unterschied von über 10.000 Euro ist der Preis fürs Nichtstun.

Wenn das Geld in drei bis sieben Jahren gebraucht wird

Dein Kind ist schon älter, vielleicht 12 oder 14 Jahre. In ein paar Jahren kommt der Führerschein, ein Auslandsjahr oder der Umzug in die erste eigene Wohnung. Die Zeit ist zu kurz, um voll auf Aktien zu setzen.

Die empfohlene Lösung: Lege größere Einmalbeträge auf Festgeld oder gut verzinstes Tagesgeld an. Wenn du mehrere tausend Euro hast, verteile sie auf verschiedene Laufzeiten. Ein Teil auf zwei Jahre, ein Teil auf vier Jahre, ein Teil auf sechs Jahre.

Nur einen kleinen Anteil legst du in einen ETF-Sparplan. Vielleicht 20 bis 40 Prozent des Gesamtvermögens. Der Rest bleibt sicher auf Zinsanlagen. Kursschwankungen sind bei kurzen Zeiträumen zu riskant.

Ein Beispiel: Du hast 10.000 Euro von den Großeltern geerbt, als dein Kind 12 war. Du legst 7.000 Euro auf Festgeld mit drei Jahren Laufzeit zu zwei Prozent Zinsen. Nach drei Jahren sind das 7.420 Euro. Die restlichen 3.000 Euro legst du in einen ETF-Sparplan. Nach drei Jahren könnten daraus bei sechs Prozent etwa 3.570 Euro geworden sein. Zusammen über 10.900 Euro.

Das Risiko ist begrenzt, weil 70 Prozent sicher angelegt sind. Die 30 Prozent im ETF können schwanken, aber selbst wenn sie crashen, bleiben die 7.000 Euro auf dem Festgeld unangetastet.

Wenn maximale Sicherheit gewünscht ist

Manche Eltern wollen kein Risiko eingehen. Kursschwankungen lösen Unbehagen aus, auch wenn sie auf dem Papier langfristig kein Problem sind.

Die empfohlene Lösung: Lege den Schwerpunkt auf Tagesgeld- und Festgeldkonten mit Einlagensicherung. Bis 100.000 Euro pro Person und Bank ist das Geld durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Selbst wenn die Bank pleitegeht, bekommst du dein Geld zurück.

Optional kannst du einen kleinen ETF-Sparplan zusätzlich laufen lassen. Vielleicht zehn oder 20 Prozent des Sparvermögens. Nur so viel, dass du nachts ruhig schlafen kannst. Der Rest liegt sicher auf Zinsanlagen.

Ein Beispiel: Du sparst 100 Euro pro Monat. 90 Euro gehen aufs Tagesgeld, zehn Euro in einen ETF-Sparplan. Nach 15 Jahren hast du auf dem Tagesgeld etwa 16.200 Euro (bei null Prozent Zinsen) und im ETF etwa 2.900 Euro (bei sechs Prozent Rendite). Zusammen 19.100 Euro.

Das ist weniger als bei 100 Prozent ETF (dann wären es etwa 29.000 Euro), aber du hast die ganze Zeit über ruhig schlafen. Manchmal ist das mehr wert als die maximale Rendite.

Wie funktionieren Steuern und Formalitäten beim Kinderdepot?

Konten und Depots können auf den Namen des Kindes geführt werden. Das nennt sich dann Juniordepot oder Kinderkonto.

Eigene Steuerfreibeträge nutzen

Kinder haben eigene Steuerfreibeträge, die bei den allermeisten Kinderdepots nie ausgeschöpft werden:

  • Sparerpauschbetrag: 1.000 Euro pro Jahr
  • Grundfreibetrag: 12.348 Euro pro Jahr
  • Zusammen: 13.348 Euro steuerfrei

Bis zu 1.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr sind automatisch steuerfrei durch den Sparerpauschbetrag. Dafür richtest du einen Freistellungsauftrag bei der Bank ein.

Über 1.000 Euro greift zusätzlich der Grundfreibetrag von 12.348 Euro. Dafür brauchst du eine Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt.

Hohe Grenzen in der Praxis

Bei sieben Prozent Rendite entspricht das einem Depotwert von etwa 190.000 Euro, bevor überhaupt Steuern anfallen. Die allermeisten Kinderdepots kommen nie in diese Größenordnung.

Verfügungsrecht liegt bei Eltern

Wichtig: Die Verfügung über das Juniordepot liegt bei den gesetzlichen Vertretern, also bei dir als Elternteil. Bis dein Kind volljährig ist, entscheidest du, was mit dem Geld passiert.

Ab 18 gehört das Depot rechtlich dem Kind, und es kann selbst darüber verfügen.

Großzügige Schenkungsfreibeträge

Bei Schenkungen von den Großeltern gibt es ebenfalls großzügige Freibeträge. Bis zu 400.000 Euro können Großeltern ihrem Enkelkind innerhalb von zehn Jahren schenken, ohne dass Schenkungsteuer anfällt.

Bei normalen Sparraten und Geldgeschenken ist diese Grenze praktisch nie ein Thema.

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Lasse Falke
Experte für Kinderinvestments
Über den Autor

Lasse Falke begleitet junge Familien auf ihrem Weg zu entspannten Finanzen und einem sicheren Start für ihre Kinder in die Zukunft. Als Geschäftsführer der L&S Finance UG verbindet er fachliche Expertise mit klarer, verständlicher Sprache – ohne Fachchinesisch und ohne Druck. Über SmartKidsInvest zeigt er Eltern, wie sie früh und smart für ihre Kinder vorsorgen können, damit Geldthemen sich endlich leicht anfühlen.