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Taschengeld mit 12 Jahren: Wie viel ist richtig?

Lasse Falke
Lasse Falke
Finanzexperte für Familien · Aktualisiert am 19. August 2026
Taschengeld mit 12 Jahren: Wie viel ist richtig?

Mit 12 Jahren rückt eine Frage in den Vordergrund, die viele Eltern beschäftigt: Wie viel Taschengeld ist jetzt eigentlich richtig? Dein Kind wird selbstständiger, hat eigene Wünsche und will mitreden, wenn es ums eigene Geld geht. Genau das ist eine gute Gelegenheit, früh ein Gefühl für Budget, Sparen und den Wert von Geld zu vermitteln. Und keine Sorge: Du musst dabei nichts perfekt machen. Es gibt klare, seriöse Richtwerte, an denen du dich orientieren kannst.

Wie viel Taschengeld sollte ein Kind mit 12 Jahren bekommen?

Für 12- bis 13-Jährige werden 20 bis 30 Euro pro Monat empfohlen. Diese Spanne stammt vom Familienportal des Bundesfamilienministeriums und beruht auf einer Expertise des Deutschen Jugendinstituts (DJI) aus dem Jahr 2025. Damit hast du einen fundierten, aktuellen Ausgangspunkt.

Versteh diese Zahlen als Richtwerte, nicht als feste Vorgabe. Kein Gesetz schreibt einen bestimmten Betrag vor. Ob du eher an der unteren oder oberen Grenze liegst, hängt von deiner Familie und den Bedürfnissen deines Kindes ab. Die Spanne gibt dir einen verlässlichen Rahmen, damit du nicht ins Blaue schätzen musst.

Wie entwickelt sich das Taschengeld mit dem Alter?

Ein Blick auf die benachbarten Altersgruppen hilft, die Entwicklung besser einzuordnen. Du siehst dann, wo dein Kind gerade steht und wie sich das Taschengeld in den nächsten Jahren steigert. Ein Jahr zuvor liegt der Richtwert etwas niedriger, wie der Überblick zum Taschengeld mit 11 Jahren zeigt, und ein Jahr später steigt er, wie beim Taschengeld mit 13 Jahren zu sehen ist.

Die folgende Übersicht fasst die empfohlenen Beträge rund um das Alter von 12 Jahren zusammen.

AlterEmpfohlenes TaschengeldAuszahlung
8 bis 9 Jahre3 bis 4 Europro Woche
10 bis 11 Jahre15 bis 25 Europro Monat
12 bis 13 Jahre20 bis 30 Europro Monat
14 bis 15 Jahre25 bis 45 Europro Monat

Die Beträge erhöhen sich mit jedem Entwicklungsschritt spürbar. Dein 12-jähriges Kind hat idealerweise schon einige Jahre Übung mit kleineren Budgets und ist damit gut auf den Monatsbetrag vorbereitet.

Warum wird ab 10 Jahren monatlich ausgezahlt?

Ab 10 Jahren wird monatlich statt wöchentlich ausgezahlt, weil Kinder in diesem Alter einen längeren Planungshorizont bewältigen können. Jüngere Kinder überblicken einen ganzen Monat finanziell noch selten, deshalb bekommen sie kleinere Wochenbeträge.

Mit 12 Jahren lernt dein Kind, sein Geld über mehrere Wochen einzuteilen. Das ist genau die Fähigkeit, die später beim eigenverantwortlichen Umgang mit Geld so wertvoll ist.

Was beeinflusst die passende Höhe für dein Kind?

Die passende Höhe hängt vor allem von eurem Familieneinkommen ab und davon, welche Ausgaben dein Kind selbst tragen soll. Das Familienportal stellt beide Faktoren klar in den Mittelpunkt. Die Richtwerte sind nie losgelöst zu sehen, sondern immer im Verhältnis zu eurem Budget. Wie hoch die monatlichen Kosten für ein Kind insgesamt ausfallen, zeigt der Überblick dazu, wie viel Geld man monatlich für ein Kind braucht.

Einkommen und geplante Ausgaben

Eine Familie mit hohen Fixkosten hat weniger Spielraum, während eine finanzstärkere Familie den empfohlenen Korridor leichter ausschöpfen kann. Beides ist völlig in Ordnung. Ebenso wichtig ist, was das Kind aus dem Taschengeld bezahlen soll. Je mehr eigene Wünsche darüber laufen, desto eher liegst du am oberen Rand der Spanne.

Neben Einkommen und Ausgaben spielen auch die individuellen Eigenschaften deines Kindes eine Rolle. Folgende Fragen helfen dir bei der Einschätzung:

  • Wie reif geht dein Kind bereits mit Geld um?
  • Neigt es eher zu spontanen Käufen oder plant es voraus?
  • Welche Interessen und Hobbys möchte es mitfinanzieren?
  • Wie viel Erfahrung hat es schon mit kleineren Budgets gesammelt?

Jedes Kind ist anders, und genau deshalb dürfen die Regelungen zu deinem Kind und zu eurer Familie passen, statt einem pauschalen Rezept zu folgen.

Kein Druck bei der Höhe

Du musst dich nicht unter Druck setzen, eine bestimmte Summe zu erreichen. Familien mit geringerem Einkommen dürfen die Richtwerte nach unten anpassen, ohne dass das ein pädagogischer Fehler wäre. Taschengeld soll deinem Kind verlässliche Lerngelegenheiten schaffen, nicht möglichst hohe Beträge liefern. Wer daneben noch feste Beträge zurücklegen möchte, findet Orientierung dazu, wie viel Geld man pro Monat für Kinder sparen sollte.

Wenn du dir bei der Höhe unsicher bist, meld dich gerne bei mir. Dann schauen wir gemeinsam, was zu eurer Situation passt, das ist meistens einfacher, als es auf den ersten Blick wirkt.

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Ist Taschengeld Pflicht?

Nein, Taschengeld ist in Deutschland keine Pflicht. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, deinem Kind Taschengeld zu zahlen, und dein Kind hat auch kein gesetzliches Anrecht darauf. Sowohl das Familienportal als auch der Sparkassen-Ratgeber stellen das ausdrücklich klar. Warum Eltern nicht verpflichtet sind, Taschengeld zu geben, lässt sich damit klar beantworten.

Die Entscheidung liegt also allein bei dir und dem anderen Elternteil. Wenn du deinem 12-jährigen Kind kein Taschengeld zahlst, verstößt du gegen keine Vorgabe, und keine staatliche Stelle legt Beträge verbindlich fest oder kontrolliert sie. Falls du eine zusätzliche Orientierung suchst, kannst du dich an dein zuständiges Jugendamt wenden und dort nach aktuellen Richtgrößen fragen. In der Regel greifen diese Stellen auf dieselben pädagogischen Erkenntnisse zurück wie das Familienportal.

Trotz fehlender Pflicht raten Fachleute klar zu einem regelmäßigen Taschengeld. Taschengeld ist ein niedrigschwelliges, kindgerechtes Werkzeug, mit dem dein Kind früh lernt, mit Geld umzugehen, Wünsche abzuwägen und Verantwortung zu übernehmen. Diese Erfahrung legt das Fundament für einen souveränen Umgang mit Geld im Erwachsenenalter.

Wofür soll dein Kind das Taschengeld ausgeben?

Taschengeld ist für zusätzliche Wünsche gedacht, nicht für die Grundversorgung. Dein Kind soll damit Dinge kaufen können, die es sonst nicht einfach so bekommen würde. Genau daraus entsteht der Zusammenhang zwischen Wunsch und Budget, den dein Kind spüren und begreifen soll. Welche Ausgaben Kinder vom Taschengeld selbst bezahlen sollten, lässt sich dabei gut eingrenzen.

Typische Ausgaben, die aus dem Taschengeld laufen, lassen sich gut eingrenzen:

  • Spielzeug und kleinere Anschaffungen
  • Kinobesuche und Freizeitaktivitäten
  • einzelne Kleidungsstücke, die extra gewünscht sind

Die Grundbedürfnisse deines Kindes bleiben dagegen deine Sache. Ernährung, Unterkunft, Bildung und die grundlegende Versorgung werden von dir getragen und über das Kindergeld gestützt, das mit 255 Euro pro Monat pro Kind gezahlt wird. Lebensnotwendige Ausgaben laufen also nicht über das Taschengeld deines Kindes.

Budgetgeld als nächste Stufe ab 14 Jahren

Ab 14 Jahren kommt zusätzlich das sogenannte Budgetgeld ins Spiel. Das DJI empfiehlt, dann neben dem Taschengeld einen weiteren Betrag auszuzahlen, mit dem dein Kind festgelegte Ausgaben wie Kleidung, Schulmaterial oder Smartphone-Kosten eigenverantwortlich verwaltet.

Für dein 12-jähriges Kind ist das noch Zukunftsmusik, aber es zeigt dir schon jetzt die Richtung. Das klassische Taschengeld bleibt für die kleinen, frei verfügbaren Wünsche reserviert, während größere und regelmäßige Kosten weiterhin über dein Budget laufen, bis dein Kind mit dem Taschengeld mit 14 Jahren an mehr Verantwortung herangeführt wird.

Welche Regeln machen Taschengeld zum echten Lerneffekt?

Damit Taschengeld wirklich etwas bewirkt, kommt es weniger auf die exakte Summe an als auf die Regeln drumherum. Vier Grundsätze machen den entscheidenden Unterschied, und sie sind zum Glück leicht umzusetzen.

Pünktlich und verlässlich auszahlen

Ein pünktlicher, regelmäßiger Auszahlungstermin ist das Herzstück des Lerneffekts. Zahl das Taschengeld am besten immer am gleichen Tag aus, zum Beispiel zu Monatsbeginn. Dein Kind kann sich dann darauf verlassen und lernt, mit wiederkehrenden Einnahmen zu planen. Schwankende oder vergessene Auszahlungen erzeugen dagegen eher ein Gefühl von Zufall statt von Planung.

Nicht an Verhalten oder Noten koppeln

Koppel das Taschengeld niemals an Verhalten oder Hausarbeit. Das DJI und das Jugendamt Berlin empfehlen übereinstimmend, Auszahlung und Höhe nicht vom Verhalten abhängig zu machen. Das heißt im Alltag:

  • Taschengeld nicht als Belohnung für gutes Verhalten oder erledigte Aufgaben einsetzen
  • Taschengeld nicht als Strafe bei Fehlverhalten entziehen
  • Taschengeld als eigenständiges Lernfeld für den Umgang mit Geld verstehen

So erlebt dein Kind Taschengeld nicht als Verhandlungsmasse in Konflikten, sondern als verlässliche Basis, um eigene finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Leeres Budget als Gesprächsanlass nutzen

Wenn das Geld vorzeitig aufgebraucht ist, schieß nicht einfach nach. Nur so lernt dein Kind, was ein Budget wirklich bedeutet. Das klingt zunächst streng, ist aber keine Strafe, sondern eine wertvolle Erfahrung.

Ein leeres Budget ist ein guter Gesprächsanlass. Setz dich mit deinem Kind zusammen und überlegt gemeinsam, welche Ausgaben sinnvoll waren und welche vielleicht verzichtbar gewesen wären. So lernt es beim nächsten Mal besser zu planen, ganz ohne Vorwürfe und auf Augenhöhe.

Warum kommt ab 12 Jahren ein eigenes Konto ins Spiel?

Ab 12 Jahren wird ein eigenes Konto interessant, weil bei der Sparkasse ab diesem Alter das Online-Banking in der Regel möglich ist, sodass dein Kind erstmals direkt mit digitalen Kontofunktionen in Berührung kommt. Wenn du dich fragst, ob ein Elternteil ein Konto fürs Kind eröffnen kann, findest du die Antwort schnell.

Vom Bargeld zum Kontostand

Finanztip empfiehlt, ab 12 Jahren ein eigenes Konto zu eröffnen und das monatliche Taschengeld darauf zu überweisen. Am schönsten ist es, wenn du die Überweisung gemeinsam mit deinem Kind machst. So sieht es, wie Geld bewegt wird, und lernt, seinen Kontostand im Blick zu behalten. Bei der Auswahl hilft der Vergleich dazu, welche Bank sich am besten für ein Kinderkonto eignet.

Der Umgang mit Konto, Karte und Kontostand wird immer wichtiger, und ein früher, begleiteter Einstieg nimmt jede Unsicherheit. Kleinere Bargeldbeträge kannst du weiterhin zusätzlich geben, den Schwerpunkt darf aber ruhig das Konto übernehmen.

Sparen und Zinsen kindgerecht erklären

Ein eigenes Konto ist auch eine gute Gelegenheit, das Sparen zu erklären. Wenn dein Kind zum Beispiel Geldgeschenke von den Großeltern bekommt, kannst du diese auf ein Tagesgeldkonto einzahlen und dabei zeigen, wie Zinsen funktionieren. Ein Tagesgeldkonto eignet sich gut für Sparziele von einigen Monaten bis wenigen Jahren.

Wer noch einen Schritt weiter denken möchte, kann früh mit langfristigem Sparen beginnen, etwa über ein Juniordepot mit einem Sparplan auf einen weltweiten Aktien-ETF wie den MSCI World. Übrigens: In Deutschland gibt es keine Obergrenze für das Vermögen von Kindern, und der Anspruch auf Kindergeld bleibt unabhängig davon bestehen.

Wenn du überlegst, wie du das Sparen für dein Kind sinnvoll aufbaust, komm gern auf mich zu. Wir gehen das in Ruhe gemeinsam durch und finden einen Weg, der zu euch passt.

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Häufige Fragen

Empfohlen werden 20 bis 30 Euro monatlich für 12- bis 13-Jährige. Ob du eher unten oder oben liegst, richtet sich nach eurem Einkommen und den Wünschen deines Kindes.
Jugendämter orientieren sich an denselben pädagogischen Erkenntnissen wie das Familienportal. Das Jugendamt Berlin rät zudem, Auszahlung und Höhe nicht vom Verhalten abhängig zu machen.
Nein. Eine gesetzliche Pflicht besteht nicht, und dein Kind hat kein Anrecht darauf. Fachleute raten trotzdem dazu, weil dein Kind so früh den Umgang mit Geld lernt.
Nur zusätzliche Wünsche wie Spielzeug, Kinobesuche oder extra gewünschte Kleidungsstücke. Die Grundversorgung trägst weiterhin du.
Ab 12 Jahren, da bei der Sparkasse ab diesem Alter meist das Online-Banking möglich ist. Über das Konto lernt dein Kind, seinen Kontostand im Blick zu behalten.
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Lasse Falke

Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.

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