Mit 13 verändert sich beim eigenen Kind gerade eine ganze Menge. Der Freundeskreis wird wichtiger, das Smartphone ist ständiger Begleiter und plötzlich stehen ganz eigene Wünsche im Raum, von Snacks nach der Schule bis zum Marken-Shirt. Genau in dieser Phase stellt sich für viele Eltern die Frage, wie viel Taschengeld eigentlich angemessen ist und wie sie damit umgehen, ohne sich zu verunsichern. Klare Richtwerte, ein bisschen Rechtswissen und ein paar pädagogische Leitplanken helfen dabei.
Wie viel Taschengeld sollte ein 13-Jähriger bekommen?
Für ein 13-jähriges Kind gilt ein monatliches Taschengeld von etwa 27,50 bis 30 Euro als angemessene Orientierung. Diese Spanne stammt vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) und wird unter anderem über das Familienportal des Bundes und eine Auswertung von Stiftung Warentest verbreitet. Für 13-Jährige liegt der Richtwert damit eher im oberen Bereich der Familienportal-Spanne von 20 bis 30 Euro, die für 12- bis 13-Jährige genannt wird.
Diese Zahlen sind keine starre Vorgabe, sondern eine Empfehlung, an der du dich orientieren kannst. Wie viel wirklich passt, hängt von eurem Familieneinkommen ab und davon, welche Ausgaben dein Kind aus diesem Geld selbst bestreiten soll. Beide Faktoren gehören zusammen betrachtet, denn Taschengeld ist Teil eures Gesamtbudgets. Wer sich einen genaueren Überblick verschaffen will, findet in unserer Aufstellung dazu, wie viel Geld man monatlich für ein Kind braucht, eine gute Grundlage.
Gültig für 2025 und 2026
Die aktuelle DJI-Tabelle wurde 2024 überarbeitet, und die Beträge werden alle vier Jahre angepasst. Das Familienportal stützt sich sogar auf eine DJI-Expertise aus dem Jahr 2025. Damit kannst du davon ausgehen, dass die Richtwerte von rund 27,50 bis 30 Euro für 13-Jährige auch 2025 und 2026 der aktuelle fachliche Standard sind. Die Empfehlungen wurden dabei bewusst an gestiegene Preise angepasst, damit Taschengeld in seiner Kaufkraft nicht mit der Zeit verpufft.
Ein Blick auf die Nachbarjahre zeigt, wie sich die Beträge rund um das Alter deines Kindes entwickeln. Der Sprung von 12 auf 14 verläuft in moderaten Schritten, nicht sprunghaft.
| Alter | Empfohlenes Taschengeld pro Monat |
|---|---|
| 12 Jahre | 25 bis 27,50 Euro |
| 13 Jahre | 27,50 bis 30 Euro |
| 14 Jahre | 30 bis 40 Euro |
Du kannst die Spanne für dein 13-jähriges Kind nach oben oder unten variieren. Sind eure finanziellen Spielräume knapp, orientierst du dich eher am unteren Ende oder sogar leicht darunter. Habt ihr komfortablere Verhältnisse und finanziert dein Kind schon einiges selbst, darfst du dich am oberen Ende bewegen. Beides ist völlig in Ordnung, solange es zu eurer Situation passt.
Was empfiehlt das Jugendamt und wo kommen die Richtwerte her?
Die bekannten Taschengeld-Tabellen gehen auf das Deutsche Jugendinstitut zurück. Das DJI erarbeitet die Orientierungswerte, und Stellen wie das Familienportal des Bundes machen sie öffentlich zugänglich. Es handelt sich also um wissenschaftlich fundierte Empfehlungen, keine Zahlen, die jemand willkürlich gegriffen hat.
Wenn du unsicher bist, was in eurer Gegend üblich ist, kannst du dich beim zuständigen Jugendamt nach aktuellen Richtgrößen erkundigen. Jugendämter und lokale Beratungsstellen haben oft einen guten Überblick über regionale Standards und helfen dir, deine eigene Praxis einzuordnen. In Großstädten mit höheren Lebenshaltungskosten kann ein etwas höheres Taschengeld sinnvoll sein, auf dem Land reichen häufig geringere Beträge.
Orientierung statt verbindliche Vorgabe
Diese Empfehlungen sind eine Orientierung, keine verbindliche Regel. Anders als beim Bürgergeld, wo Regelsätze per Gesetz festgelegt werden, entscheidet beim Taschengeld jede Familie selbst, ob sie die DJI-Werte übernimmt, über- oder unterschreitet.
In Deutschland gibt es keine gesetzliche Pflicht, Taschengeld zu zahlen, und auch keine festgelegte Mindest- oder Höchstgrenze. Das Familienportal formuliert klar, dass es allein deine Entscheidung ist, ob und wie viel Taschengeld du gibst. Rechtlich sind Eltern verpflichtet, den Lebensunterhalt ihres Kindes zu sichern, aber Taschengeld ist eine freiwillige, pädagogisch sinnvolle Leistung obendrauf. Trotzdem raten Fachstellen dazu, auch bei knappen Verhältnissen kleine Beträge zu geben, weil dein Kind damit wichtige Lernchancen bekommt.
Wofür ist das Taschengeld gedacht und wann kommt Budgetgeld dazu?
Taschengeld ist Geld zur freien Verfügung, das dein Kind für individuelle Wünsche nutzt. Mit 13 sind das typischerweise Snacks und Getränke, ein Kinobesuch, digitale Inhalte oder Spiele, mal ein günstiger Imbiss und kleinere Kleidungsstücke oder Accessoires. Es geht um den eigenen kleinen Entscheidungsraum, nicht um die Absicherung von Grundbedürfnissen.
Rund 30 Euro im Monat decken diese kleineren Wünsche gut ab. Dein Kind kann davon ein Kinoticket und ein paar Süßigkeiten kaufen, gelegentlich einen Imbiss bezahlen und für etwas Größeres, etwa ein Computerspiel oder ein Marken-Shirt, über mehrere Wochen sparen. Was 30 Euro dagegen nicht leisten, ist die vollständige Finanzierung von kompletter Kleidung, allen Schulmaterialien oder umfangreichen Handykosten. Welche Posten typischerweise Kinder vom Taschengeld selbst bezahlen sollten, lässt sich gut mit dem Alter abstimmen.
Budgetgeld für die größeren Posten
Sobald dein Kind größere Ausgaben mitfinanzieren soll, kommt das sogenannte Budgetgeld ins Spiel. Das ist ein zusätzlicher, zweckgebundener Betrag neben dem Taschengeld, über den dein Kind zwar mitentscheidet, der aber einem klaren Bereich zugeordnet ist. Damit lernt es, innerhalb einer ganzen Ausgabenkategorie Prioritäten zu setzen.
Typische Budgetposten für 13-Jährige liegen in diesen Bereichen:
- Kleidung, wo dein Kind zwischen mehreren günstigen Teilen oder wenigen teureren Markenstücken wählt
- Smartphone-Kosten, etwa ein fester Betrag für den Mobilfunkvertrag oder das Datenvolumen
- Essen außer Haus, für das das DJI etwa 25 bis 40 Euro im Monat nennt
Für 13-Jährige ist meist ein Mischmodell sinnvoll. Bestimmte Budgetposten planst du gemeinsam mit deinem Kind, einzelne Beträge wie das Geld fürs Essen außer Haus stellst du direkt zur Verfügung, damit es eigenständig entscheidet. Grundlegende Mahlzeiten und Pflicht-Schulmaterial bleiben dabei weiter in deiner Verantwortung, damit die Versorgung deines Kindes nicht von seinem Budgetgeschick abhängt.
Was darf ein 13-Jähriger mit seinem Geld kaufen?
Ein 13-jähriges Kind darf mit seinem Taschengeld selbstständig Geschäfte des alltäglichen Lebens abschließen, solange sie im üblichen Rahmen bleiben. Das regelt der sogenannte Taschengeldparagraf, § 110 BGB. Danach ist ein Vertrag, den dein Kind ohne deine ausdrückliche Zustimmung schließt, von Anfang an wirksam, wenn es ihn mit Geld bezahlt, das ihm zur freien Verfügung überlassen wurde.
Das hängt mit der beschränkten Geschäftsfähigkeit zusammen. Kinder unter 7 Jahren sind gar nicht geschäftsfähig. Zwischen 7 und 17 Jahren gelten sie als beschränkt geschäftsfähig und können sich in bestimmten Fällen wirksam vertraglich binden. Genau hier greift der Taschengeldparagraf.
Alltagskauf ja, langfristige Verträge nein
Ein anschauliches Beispiel liefert die Verbraucherzentrale: Eine 13-Jährige bekommt 20 Euro Taschengeld und kauft sich davon ein T-Shirt ihrer Lieblingsmarke für 12,99 Euro. Dieser Kauf fällt unter den Taschengeldparagraf und ist rechtlich völlig unproblematisch. Solche Alltagskäufe im Preisrahmen des Taschengelds sind der Normalfall.
Die Grenzen liegen dort, wo Verträge über das übliche Taschengeld hinausgehen oder langfristige Zahlungsverpflichtungen begründen. Dazu gehören zum Beispiel Abos mit dauerhaft hohen Kosten. Habt ihr vereinbart, dass das Taschengeld nicht für solche Verpflichtungen gedacht ist, ist ein daraus finanzierter Abo-Vertrag unter Umständen nicht gedeckt. Es kommt immer darauf an, wofür du das Geld vernünftigerweise überlassen hast.
Bei Bankgeschäften ist dein Kind auf dich angewiesen. Für die Eröffnung eines Kontos, für Überweisungen, Barabhebungen oder den Antrag einer Zahlungskarte braucht dein 13-Jähriger deine Einwilligung. So entstehen keine komplexen Finanzverpflichtungen ohne dich. Wer sich fragt, wer überhaupt ein Konto für ein Kind eröffnen darf, findet dort die rechtlichen Rahmenbedingungen. Klassische Kreditkarten gibt es für Minderjährige ohnehin nicht, sinnvoll sind hier Prepaid-Lösungen, die nur auf Guthabenbasis funktionieren.
Wie zahlst du Taschengeld am besten aus?
Bargeld bleibt auch mit 13 eine sinnvolle Form. Dein Kind lernt damit ganz greifbar, mit einem begrenzten Betrag in der Geldbörse zurechtzukommen und im Alltag abzuwägen, ob es etwas kauft oder für später aufspart. Fehlentscheidungen werden bei Bargeld schnell sichtbar. Wer sein ganzes Geld in den ersten Tagen ausgibt, steht den Rest des Monats ohne eigene Mittel da und erlebt die Konsequenz unmittelbar. Das ist ein wertvoller Lernmoment, den du ruhig zulassen darfst.
Beim Rhythmus gilt: Ab etwa 10 Jahren ist die monatliche Auszahlung sinnvoll, weil Kinder dann ein Monatsbudget überblicken und größere Anschaffungen über mehrere Wochen planen können. Für dein 13-jähriges Kind ist der monatliche Rhythmus damit der passende Standard.
Eigenes Konto und erste Schritte im Online-Banking
Zusätzlich lohnt es sich, das Taschengeld zumindest teilweise über ein eigenes Konto laufen zu lassen. Du kannst gemeinsam mit deinem Kind die monatliche Überweisung erledigen, sodass es erste Einblicke ins Online-Banking bekommt, Kontostände prüft und bargeldlose Zahlungen nachvollzieht. Bei der Frage, welche Bank sich am besten für ein Kinderkonto eignet, lohnt sich ein genauerer Vergleich. Gerade in einer digitalen Welt ist das eine wichtige Erfahrung.
Zahlungskarten führst du am besten Schritt für Schritt ein. Damit dein Kind dabei nicht den Überblick verliert, helfen ein paar einfache Regeln:
- Führe das Konto ohne Überziehungsmöglichkeit, damit keine Schulden entstehen können
- Setze auf Prepaid- oder Guthabenlösungen statt auf klassische Kreditkarten
- Verknüpfe Kartenzahlungen bewusst mit dem Budget und schaut regelmäßig gemeinsam auf den Kontostand
Eine schöne Mischung ist oft, einen Teil weiterhin bar auszuzahlen und einen Teil aufs Konto zu überweisen. So erlebt dein Kind beide Welten und kann Vor- und Nachteile selbst reflektieren. Wenn du unsicher bist, welche Kontolösung zu euch passt, meld dich gerne bei mir, dann schauen wir gemeinsam drauf. Meistens ist es einfacher, als es auf den ersten Blick wirkt.
So machst du beim Taschengeld pädagogisch alles richtig
Der wichtigste Grundsatz lautet: Zahle Taschengeld regelmäßig und in fester Höhe aus, sodass dein Kind sich darauf verlassen kann. Es sollte nicht nachfragen müssen. Diese Verlässlichkeit ermöglicht das Planen und längerfristige Sparen überhaupt erst. Sie signalisiert deinem Kind außerdem Vertrauen und macht deutlich, dass Taschengeld ein verabredeter Bestandteil eurer Familie ist, kein Gnadenmittel.
Genauso wichtig ist, was du besser lässt. Koppel das Taschengeld nicht an gute Noten oder die Mithilfe im Haushalt. Die Verquickung von Geld und Leistung kann nachteilig sein, weil dein Kind schulisches Lernen oder familiäre Mitarbeit dann nur noch als bezahlte Leistung wahrnimmt. Hilfe im Haushalt gehört zu einem funktionierenden Familienleben und ist Ausdruck von Zugehörigkeit, nicht von Bezahlung.
Kein ständiges Nachschießen
Wenn das Taschengeld vor Monatsende leer ist, widersteh dem Impuls, ständig nachzuschießen. Der ganze Sinn liegt darin, dass dein Kind lernt, mit einem begrenzten Betrag über einen bestimmten Zeitraum auszukommen. Nur wenn nicht jederzeit spontan Geld nachkommt, versteht es, was ein Budget wirklich bedeutet.
Passiert das häufiger, ist das ein Anlass, gemeinsam draufzuschauen. Prüft zusammen die Ausgaben der letzten Wochen und überlegt, welche Käufe verzichtbar gewesen wären oder wie sich künftig kleine Reserven bilden lassen. Vielleicht ist auch das Taschengeld schlicht zu niedrig für das, was dein Kind damit stemmen soll. Ein einmaliger Vorschuss in einer echten Klemme ist in Ordnung, sollte aber die Ausnahme bleiben.
Offen über Geld reden und Sparziele setzen
Der Glaubenssatz „Über Geld spricht man nicht“ ist für Kinder eher schädlich. Rede in der Familie offen über Geld, über eure Einnahmen und Fixkosten, über Wünsche und darüber, wie Entscheidungen getroffen werden. Das macht deutlich, dass Finanzen kein Tabu sind und dein Kind Fragen stellen darf. Legt gemeinsam Sparziele fest und begleite dein Kind dabei, einen Teil zurückzulegen, ohne das gesamte Taschengeld in die Spardose zu verbannen, denn auch das freie Ausgeben gehört zum Lernen dazu. Wer über das Taschengeld hinaus für den Nachwuchs vorsorgen möchte, findet gute Anhaltspunkte dazu, wie viel Geld man pro Monat für Kinder sparen sollte.
Sind eure finanziellen Verhältnisse knapp, begründe kleine Beträge offen und transparent. Erkläre deinem Kind, warum nur fünf oder zehn Euro möglich sind. So versteht es, dass die Höhe nichts mit fehlender Wertschätzung zu tun hat, sondern Teil eurer wirtschaftlichen Realität ist. Kinder vergleichen sich mit ihren Freunden, und gerade dann hilft eine ehrliche Erklärung, Frust und Scham vorzubeugen. Am Ende zählt nicht allein die Höhe des Betrags, sondern deine Haltung: über Geld zu sprechen, Fehler zuzulassen und dem Taschengeld seinen Charakter als Lernraum zu geben.
Häufige Fragen
Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.






