Es gibt kaum ein schöneres Geschenk, als deinem Patenkind einen finanziellen Start ins Leben zu ermöglichen. Nur stellt sich schnell die Frage, wie du das am besten anstellst. Ein Sparbuch zur Taufe fühlt sich vertraut an, bringt aber real kaum etwas. Ein ETF-Sparplan klingt vielversprechend, wirft aber Fragen zu Steuern, Kontrolle und der Rolle der Eltern auf. Genau da schauen wir jetzt gemeinsam hin, ganz in Ruhe und Schritt für Schritt.
Wie kannst du als Pate am besten Geld für dein Patenkind anlegen?
Am besten verbindest du zwei Bausteine miteinander: einen sicheren für planbare Ausgaben und einen renditestarken für die ferne Zukunft. Welches Produkt dazu passt, hängt vor allem davon ab, wie lange das Geld liegen bleiben darf, bis dein Patenkind es braucht.
Vier Wege stehen dir offen, und jeder hat seinen eigenen Charakter. Das Sparbuch ist sicher und vertraut, bringt aber kaum Zinsen. Das Tagesgeldkonto bleibt flexibel und täglich verfügbar. Festgeld verzinst einen festen Betrag über eine feste Laufzeit. Der ETF-Sparplan schließlich ist der Renditemotor für lange Zeiträume. Hier ein kurzer Überblick:
- Sparbuch: maximal sicher, aber durch niedrige Zinsen und Inflation real oft ein Verlustgeschäft.
- Tagesgeld: flexibel und täglich verfügbar, ideal für kurzfristige Wünsche.
- Festgeld: feste Zinsen über eine feste Laufzeit, gut für mittelfristige Ziele mit festem Termin.
- ETF-Sparplan: die renditestärkste Option für lange Anlagehorizonte ab etwa zehn Jahren.
Warum bestimmt der Anlagehorizont die Produktwahl?
Der Anlagehorizont ist die wichtigste Stellschraube. Anlagen an der Börse gelten erst ab mindestens zehn Jahren als sinnvoll, weil sich kurzfristige Kursschwankungen erst über diese Dauer statistisch ausgleichen. Bei nur vier bis fünf Jahren ist das Risiko von Kursverlusten schlicht zu groß.
Als Faustregel gilt: Was dein Patenkind bald braucht, gehört aufs Konto. Kurzfristige Konsumwünsche parkst du auf dem Tagesgeld, mittelfristige Projekte mit festem Termin auf dem Festgeld, und für alles darüber hinaus spielt der ETF-Sparplan seine Stärke aus.
Sicherheit und Rendite clever kombinieren
Du musst dich nicht für ein einziges Produkt entscheiden. Eine solide Geldanlage für Kinder besteht meist aus einem Sicherheitsbaustein über Festgeld oder Tagesgeld und einem Renditebaustein über einen ETF. Wie stark du beide gewichtest, hängt von deiner Risikobereitschaft ab. Für vorsichtige Paten sind etwa 25 Prozent ETF und 75 Prozent Festgeld eine Orientierung, für eine ausgewogene Linie eher 50 zu 50, und für renditeorientierte Paten 75 Prozent ETF und 25 Prozent Festgeld.
Wenn du unsicher bist, welche Aufteilung zu deiner Situation und deinem Patenkind passt, meld dich gerne bei mir. Dann schauen wir das gemeinsam an, meistens ist die Sache klarer, als sie auf den ersten Blick wirkt.
Auf wessen Namen legst du das Geld an, Kind oder Pate?
Diese Entscheidung ist eine der wichtigsten überhaupt, denn sie bestimmt, wem das Geld rechtlich gehört, wer darauf zugreifen darf und welche Steuervorteile du nutzen kannst. Grundsätzlich hast du zwei Möglichkeiten: die Anlage auf den Namen deines Patenkindes oder auf deinen eigenen Namen. Beide haben ihre Berechtigung.
Anlage auf den Namen des Kindes
Läuft das Konto oder Depot auf den Namen deines Patenkindes, gehört das Geld rechtlich dem Kind. Die Eltern verwalten es bis zur Volljährigkeit treuhänderisch und dürfen es nur im Sinne des Kindes verwenden, niemals für eigene Zwecke.
Der große Vorteil steckt in den Steuern. Jedem Kind steht ein eigener Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr zu, dazu ab 2026 ein Grundfreibetrag von 12.348 Euro. Solange dein Patenkind kein eigenes Einkommen hat, bleiben Kapitalerträge in erheblicher Höhe steuerfrei, wenn Freistellungsauftrag und Nichtveranlagungsbescheinigung eingerichtet sind. Wie weit sich damit nahezu steuerfrei ein Vermögen aufbauen lässt, ist beachtlich.
Der Haken zeigt sich am 18. Geburtstag. Ab da verfügt dein Patenkind vollständig und frei über das Vermögen, egal ob dir gefällt, wofür es das Geld ausgibt. Das ist ein Stück finanzielle Autonomie für dein Patenkind, aber eben auch ein Kontrollverlust für dich.
Anlage auf deinen eigenen Namen
Legst du das Geld auf deinem eigenen Namen an, behältst du die volle Kontrolle. Du entscheidest, wann und in welcher Höhe du das Vermögen an dein Patenkind überträgst, auch weit nach dem 18. Geburtstag. Dafür verzichtest du auf die Steuervorteile des Kindes, denn die Erträge laufen über deine eigenen Freibeträge und Steuersätze.
Bei der späteren Übertragung kommt die Schenkungssteuer ins Spiel. Als Pate hast du gegenüber deinem Patenkind einen Freibetrag von 20.000 Euro innerhalb von zehn Jahren. Bei moderaten Sparraten spielt das lange keine Rolle, bei sehr großen Beträgen aber schon.
Warum du kein Konto ohne die Eltern eröffnen kannst
Als Pate kannst du kein Konto oder Depot allein auf den Namen deines Patenkindes eröffnen. Minderjährige sind nicht voll geschäftsfähig, deshalb dürfen ausschließlich die sorgeberechtigten Eltern solche Verträge abschließen. Auch wenn du dich fragst, wer ein Konto für ein Kind eröffnen darf, führt der Weg immer über die Erziehungsberechtigten. Du kannst gemeinsam mit den Eltern ein Sparbuch, Tagesgeldkonto oder Depot einrichten und einzahlen, die Eltern sind dabei aber immer die rechtliche Vertragspartei gegenüber der Bank. Ohne ihre aktive Mitwirkung geht es nicht.
Welche Sparmöglichkeiten gibt es für dein Patenkind?
Jede Anlageform hat ihre Stärken und Schwächen, und keine ist per se die beste. Es kommt darauf an, welches Ziel du verfolgst und wie lange das Geld liegen bleiben darf. Schauen wir uns die vier Klassiker genauer an.
Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld im Detail
Das Sparbuch ist der Klassiker schlechthin, sicher und unkompliziert. Nur bringen die Zinsen kaum etwas. Bei einer monatlichen Sparrate von 50 Euro und einem Zinssatz von 0,03 Prozent stehen nach zehn Jahren nominal rund 6.010 Euro auf dem Buch, real nach zwei Prozent Inflation aber nur etwa 5.890 Euro. Als alleinige Anlage über lange Zeit taugt das Sparbuch damit nicht, wohl aber als symbolischer Startpunkt zur Geburt oder Taufe.
Das Tagesgeldkonto punktet mit Flexibilität. Das Geld ist täglich verfügbar und etwas besser verzinst als auf dem Sparbuch. Damit eignet es sich für kurzfristige Konsumwünsche deines Patenkindes, etwa ein Fahrrad oder ein Smartphone, für die es selbst spart. Festgeld ist die richtige Wahl für mittelfristige Ziele mit festem Termin, etwa den Führerschein oder ein Auslandsjahr. Du legst einen festen Betrag über eine feste Laufzeit an und kennst die Zinsen von Anfang an. Beispielkonditionen liegen bei 2,25 Prozent für 12 Monate, 2,50 Prozent für 24 Monate und 2,60 Prozent für 36 Monate ab einem Mindestbetrag von 2.500 Euro. Während der Laufzeit kommst du allerdings nicht an das Geld.
ETF-Sparplan als Renditemotor
Für lange Zeiträume ab zehn Jahren führt am ETF-Sparplan kaum ein Weg vorbei. Er investiert breit gestreut in hunderte oder tausende Unternehmen weltweit, ist kostengünstig und nutzt über die Jahre den Zinseszinseffekt. Weltweite Aktienindizes wie der MSCI World oder der MSCI All Country World erwirtschaften langfristig durchschnittliche Renditen von sechs bis acht Prozent pro Jahr. Dafür schwankt der Kurs, weshalb der Anlagehorizont lang genug sein muss.
Um die vier Wege direkt gegenüberzustellen, hilft ein Blick auf ihre wichtigsten Eigenschaften.
| Sicherheit | Renditechance | Flexibilität | Passt für | |
|---|---|---|---|---|
| Sparbuch | sehr hoch | sehr niedrig | hoch | symbolischer Start |
| Tagesgeld | sehr hoch | niedrig | sehr hoch | kurzfristige Wünsche |
| Festgeld | sehr hoch | niedrig bis moderat | gering | mittelfristige Ziele mit Termin |
| ETF-Sparplan | Kursschwankungen | hoch | hoch | lange Zeiträume ab 10 Jahren |
Keines dieser Produkte kann alles. Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld geben dir Sicherheit, kosten aber real Rendite. Der ETF-Sparplan bietet die besten Renditechancen, verlangt dafür aber Geduld und das Aushalten von Kursschwankungen. Genau deshalb ist die Kombination aus beidem so wirkungsvoll.
Warum lohnt sich ein ETF-Sparplan über lange Sicht besonders?
Ein ETF-Sparplan lohnt sich langfristig besonders, weil der Zinseszinseffekt über viele Jahre aus kleinen Raten großes Kapital macht. Erträge werden wieder angelegt und erwirtschaften selbst wieder Erträge, sodass das Vermögen mit der Zeit immer schneller wächst.
Was 50 und 100 Euro monatlich bewirken
Ein Rechenbeispiel macht das greifbar. Wir rechnen mit 7 Prozent Rendite pro Jahr nach Kosten und vor Steuern, der durchschnittlichen langfristigen Zielrendite, die wir für unsere Kunden anstreben. Über 18 Jahre kommt bei einer Sparrate von 50 Euro pro Monat ein Endkapital von grob 21.000 bis 22.000 Euro zusammen. Verdoppelst du die Rate auf 100 Euro, landest du bei rund 42.000 bis 44.000 Euro.
Zum Vergleich: Dieselbe Rate von 50 Euro auf einem Sparbuch mit Zinsen nahe null bringt über denselben Zeitraum real fast keinen Zuwachs, sondern durch die Inflation eher einen leichten Kaufkraftverlust. Der Unterschied ist enorm, und genau das ist die Magie des langen Atems.
Diese Werte sind Näherungen, denn Börsenrenditen schwanken von Jahr zu Jahr. Über lange Zeiträume und mit breiter Streuung sind solche Durchschnitte aber realistisch. Wenn du die Rechnung gerne auf dein konkretes Sparziel zugeschnitten hättest, gehen wir das zusammen durch.
Breite Streuung und Mindestlaufzeit
Ein weltweiter Aktien-ETF verteilt dein Geld über viele Unternehmen, Branchen und Länder. Dadurch bist du nicht vom Schicksal einer einzelnen Firma oder Region abhängig. Genau deshalb warnen Ratgeber davor, bei der Anlage für Kinder auf Einzelaktien zu setzen, denn das wäre ein Klumpenrisiko.
Damit die Chancen die Risiken zuverlässig überwiegen, solltest du mindestens zehn bis fünfzehn Jahre einplanen. Achte außerdem auf niedrige Kosten und kostenlose Depotführung, denn gerade bei kleinen Raten schmälern hohe Gebühren die Rendite spürbar. Bei den meisten Anbietern ist die Depotführung für Minderjährige kostenlos, und Sparpläne gibt es oft schon ab 25 Euro, teils sogar ab 1 Euro.
Wie viel solltest du für dein Patenkind sparen?
Es gibt keinen festen Betrag, den du sparen musst. Schon ab 25 Euro monatlich geht es los, und dank des langen Zeitraums bis zur Volljährigkeit kommt daraus ein hübsches Polster. Wichtiger als die Höhe ist, dass du überhaupt und möglichst früh anfängst.
Vom Sparziel rückwärts rechnen
Ein guter Ansatz ist, vom Ziel her zu denken. Überleg dir mit den Eltern, was zum 18. Geburtstag ungefähr da sein soll, und rechne rückwärts, welche monatliche Rate dafür nötig ist. Neben dem festen Dauerauftrag kannst du Anlässe wie Geburtstag, Weihnachten, Einschulung oder Kommunion für Einzahlungen nutzen.
Solche Rituale haben einen schönen Nebeneffekt: Sie verbinden das Sparen mit Momenten der Zuwendung. Dein Patenkind blickt später auf ein Vermögen zurück, das über viele Jahre liebevoll aufgebaut wurde. Du könntest zum Beispiel 50 Euro zum Geburtstag und 100 Euro zu Weihnachten fest einplanen.
Vorsicht bei sehr hohen Beträgen
Bei sehr großen Summen gibt es ein paar Punkte, die du im Blick behalten solltest. Sie werden meist erst im höheren fünfstelligen Bereich relevant, gehören aber trotzdem auf die Liste.
- BAföG-Grenze: Der Vermögensfreibetrag beim BAföG liegt bei 15.000 Euro (für Unter-30-Jährige). Beträge darüber führen dazu, dass das übersteigende Vermögen auf den BAföG-Bedarf angerechnet wird
- Krankenversicherung:Übersteigen die monatlichen Kapitalerträge (bzw. das Gesamteinkommen) 535 Euro pro Monat, entfällt die kostenlose Familienversicherung.
- Schenkungssteuer: Als Pate hast du gegenüber deinem Patenkind nur einen Freibetrag von 20.000 Euro je zehn Jahre. Darüber hinaus fällt Schenkungssteuer in der Steuerklasse III an.
Zum Vergleich: Eltern können ihrem Kind innerhalb von zehn Jahren 400.000 Euro steuerfrei schenken. Wenn du also sehr große Beträge übertragen möchtest, lohnt es sich, das frühzeitig mit den Eltern zu koordinieren. Das Kindergeld übrigens bleibt von einem Kinderdepot unberührt, denn das Einkommen des Kindes ist dafür nicht maßgeblich.
Wie richtest du den Sparplan Schritt für Schritt ein?
Den Sparplan richtest du am besten in klaren Schritten ein, immer in Abstimmung mit den Eltern. Da du als Pate kein Konto allein eröffnen kannst, ist die enge Zusammenarbeit mit ihnen der erste und wichtigste Schritt.
Ziel festlegen und Unterlagen sammeln
Zuerst klärst du mit den Eltern, wofür gespart wird, wie lange das Geld liegen bleiben soll und wer es später verwalten und darüber verfügen soll. Auf dieser Basis wählt ihr gemeinsam die passende Anlageform. Bei größeren Beträgen ist eine schriftliche Absprache über Zielsetzung und Übergabe sinnvoll, damit später keine Missverständnisse entstehen.
Für die Eröffnung eines Kinderkontos oder Juniordepots brauchen die Eltern in der Regel folgende Unterlagen:
- Geburtsurkunde des Kindes
- Steuer-Identifikationsnummer des Kindes
- Ausweise beider Erziehungsberechtigter, teils auch eine Heiratsurkunde
Meist müssen beide Erziehungsberechtigte unterschreiben. Bei einigen Neobrokern müssen zudem beide Elternteile selbst Kunde sein.
Freibeträge sichern und Dauerauftrag einrichten
Vergiss nicht, die Steuervorteile deines Patenkindes zu aktivieren. Die Eltern richten dazu bei der Bank einen Freistellungsauftrag ein, der den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro sichert. Werden höhere Erträge erwartet, beantragen sie zusätzlich eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt, damit auch der Grundfreibetrag genutzt wird und keine Abgeltungsteuer abgeführt wird.
Anschließend richtest du einen Dauerauftrag ein, der die Sparrate automatisch auf das Verrechnungskonto überweist. So wird das Sparen zum festen Ritual und du läufst nicht Gefahr, es zu vergessen. Je früher du startest, desto weniger Kapital brauchst du für dasselbe Ziel.
Patenkind einbeziehen und ruhig bleiben
Mit den Jahren solltest du dein Patenkind einbeziehen. Schau dir zum Beispiel ab dem 12. oder 14. Geburtstag gemeinsam das Depot an, erklär, wie sich das Geld entwickelt hat, und sprich über die Zielsetzung. Das stärkt die Finanzkompetenz und erhöht die Chance, dass dein Patenkind mit 18 verantwortungsvoll mit dem Vermögen umgeht.
Und wenn die Börse mal einbricht, bewahre Ruhe. Panikverkäufe unterbrechen den Zinseszinseffekt und du verpasst die spätere Erholung. Ein konsequenter Buy-and-Hold-Ansatz hat sich über lange Zeiträume bewährt. Genau diese Gelassenheit ist eine der wertvollsten Lektionen, die du deinem Patenkind mitgeben kannst. Falls du bei einem der Schritte ins Grübeln kommst, melde dich einfach, dann sortieren wir das gemeinsam.
Häufige Fragen
Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.






