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Festgeld für Kinder: Wann lohnt es sich wirklich?

Lasse Falke
Lasse Falke
Finanzexperte für Familien · Aktualisiert am 14. August 2026
Festgeld für Kinder: Wann lohnt es sich wirklich?

Festgeld ist für die Geldanlage von Kindern heute wieder interessant, weil es nach Jahren der Nullzinsen wieder 2 bis 3 Prozent pro Jahr bringt. Für lange Horizonte über 15 bis 20 Jahre bleibt ein globaler Aktien-ETF im Kinderdepot aber deutlich sinnvoller, wenn Du Wertaufbau und reale Kaufkraft sichern willst. Festgeld eignet sich vor allem als Baustein für kurz- bis mittelfristige Ziele, nicht als Hauptbaustein.

Eltern fragen mich oft, ob sich Festgeld fürs Kind wieder lohnt, jetzt wo es endlich wieder Zinsen gibt. Die Antwort hängt davon ab, wofür und wie lange Du sparst. Genau das schauen wir uns an.

Wie funktioniert Festgeld für Kinder?

Festgeld ist eine Einmalanlage mit festem Zinssatz und fester Laufzeit. Du legst einen Betrag, etwa 1.000 oder 5.000 Euro, für ein bis zehn Jahre zu einem garantierten Zinssatz an.

Der Zinssatz bleibt über die gesamte Laufzeit konstant. Je nach Anbieter werden die Zinsen jährlich gutgeschrieben, was einen Zinseszinseffekt erzeugt, oder erst am Laufzeitende ausgezahlt. Während der Laufzeit ist das Geld gebunden, eine vorzeitige Verfügung ist meist nur gegen Kündigung oder gar nicht möglich.

Festgeldkonten kannst Du explizit auf den Namen des Kindes führen, als U18-Konto, Jugend-Festgeld oder Junior-Festgeld. Der Einlagensicherungsschutz ist dabei derselbe wie bei Erwachsenen.

Wie hoch sind die Festgeldzinsen für Kinder aktuell?

Die Zinslandschaft ist im Frühjahr 2026 wieder attraktiv. Allgemein liegen die Marktzinsen je nach Laufzeit zwischen etwa 2,5 und 3,5 Prozent pro Jahr.

Bei den speziellen Jugend- und U18-Produkten sieht es so aus:

  • NIBC Jugend-Festgeld: 1 Jahr 2,25 Prozent, 5 Jahre 2,50 Prozent, 10 Jahre 2,60 Prozent, Mindestanlage 500 Euro
  • Renault Bank U18-Festgeld: 12 Monate 2,75 Prozent, 24 Monate 2,60 Prozent, Mindestanlage 500 Euro
  • Sparkasse Nürnberg Junior-Festgeld: 1 Jahr 1,90 Prozent, 3 Jahre 2,00 Prozent, 5 Jahre 2,10 Prozent, 10 Jahre 2,40 Prozent, Mindestanlage 1.000 Euro

Über die Vergleichsportale liegen die Festgeldangebote für Kinder im Schnitt bei etwa 2 bis 3 Prozent pro Jahr, je nach Laufzeit und Anbieter.

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Wie viel kommt beim Festgeld konkret heraus?

Festgeld lässt sich klar berechnen, weil der Zinssatz feststeht. Drei Beispiele machen die Größenordnungen greifbar:

  • 5.000 Euro über 5 Jahre bei 2,5 Prozent ergeben etwa 5.650 Euro, also rund 650 Euro Zinsgewinn
  • 5.000 Euro über 10 Jahre bei 2,6 Prozent ergeben etwa 6.430 Euro, also rund 1.430 Euro Zinsgewinn
  • 10.000 Euro über 10 Jahre bei 2,9 Prozent ergeben etwa 13.300 Euro, also rund 3.300 Euro Zinsgewinn

Diese Zuwächse sind planbar, aber überschaubar. Wichtig ist der zweite Blick: Bei 2,5 Prozent Zins und 2 bis 3 Prozent Inflation bleibt die reale Kaufkraft praktisch stehen. Nominal wächst das Geld, real oft kaum.

Wie wird Festgeld auf den Namen des Kindes besteuert?

Festgeld auf den Namen des Kindes nutzt dieselben Steuervorteile wie ein Kinderdepot. Die Freibeträge des Kindes machen die Zinsen in fast allen Fällen steuerfrei:

  • Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr steuerfrei
  • Grundfreibetrag von über 12.000 Euro pro Jahr, der auch für Zinsen gilt
  • In Summe können Kinder Zinsen von deutlich über 12.000 Euro pro Jahr steuerfrei erhalten, solange keine anderen größeren Einkünfte bestehen

Voraussetzung ist ein eingerichteter Freistellungsauftrag und bei höheren Zinsen eine Nichtveranlagungsbescheinigung. Die wenigsten Festgeldanlagen für Kinder erreichen Zinsvolumina in dieser Größenordnung, sodass die Zinsen praktisch immer steuerfrei bleiben.

Warum schlägt ein ETF das Festgeld bei langen Laufzeiten?

Für lange Horizonte über 15 bis 20 Jahre ist ein globaler Aktien-ETF dem Festgeld deutlich überlegen. Darüber sind sich Verbraucherportale, Finanzexperten und Verbraucherzentralen weitgehend einig. Drei Gründe sprechen klar dafür:

  • Die Renditeerwartung, weil globale Aktienmärkte historisch reale Renditen von etwa 6 bis 7 Prozent pro Jahr geliefert haben, während Festgeld aktuell nur 2 bis 3 Prozent bringt
  • Der lange Anlagehorizont, weil Kinder 15 bis 25 Jahre Zeit haben, um Kursschwankungen auszusitzen, und negative Realrenditen über so lange Zeiträume sehr unwahrscheinlich werden
  • Der Inflationsschutz, weil Aktien Unternehmensbeteiligungen sind, die langfristig mit Wirtschaftswachstum und Preisniveau mitwachsen, während Festgeld nominal sicher, aber inflationsgefährdet ist

Ein direkter Zahlenvergleich zeigt den Unterschied deutlich. 10.000 Euro Festgeld über 10 Jahre bei 2,6 Prozent ergeben rund 13.000 Euro. Ein ETF-Sparplan mit 100 Euro monatlich über 18 Jahre bei 6 Prozent kommt dagegen auf etwa 38.200 Euro. Selbst bei vorsichtigeren 5 Prozent liegt der ETF klar vorne.

Wann ist Festgeld für Kinder trotzdem sinnvoll?

Trotz der klaren ETF-Überlegenheit bei langen Laufzeiten gibt es gute Gründe, Festgeld gezielt einzusetzen. Es spielt seine Stärken in bestimmten Situationen aus:

  • Kurz- bis mittelfristige Ziele mit Laufzeiten von 1 bis 5 Jahren, etwa Führerschein, Klassenfahrt, Austauschjahr oder ein Musikinstrument
  • Als Sicherheitsbaustein, wenn Du nicht das gesamte Geld im Aktienmarkt halten willst und ein Teil bewusst schwankungsarm liegen soll
  • Als psychologischer Faktor, weil das Geld weggeschlossen ist und keine Versuchung besteht, es vorzeitig auszugeben
  • Bei großen Einmalbeträgen, die zeitlich gestaffelt gebraucht werden, etwa wenn Großeltern 10.000 Euro schenken und ein Teil in gestaffelte Festgelder fließt

In diesen Fällen ist Festgeld kein schlechter Kompromiss, sondern ein bewusst gewähltes Werkzeug für die richtige Aufgabe.

Worauf solltest Du bei Festgeld für Kinder achten?

Bevor Du Festgeld für Dein Kind abschließt, lohnt sich der Blick auf einige Details, die über die Qualität der Anlage entscheiden:

  • Wähle die Laufzeit passend zum Ziel und schließe kein 10-Jahres-Festgeld ab, wenn das Geld früher gebraucht wird
  • Prüfe die Einlagensicherung, die in der EU bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank gilt, und schau bei ausländischen Banken genau auf das Sicherungssystem
  • Beachte Mindest- und Höchstanlagen, weil U18-Festgeld oft erst ab 500 bis 2.500 Euro startet
  • Richte einen Freistellungsauftrag fürs Kind ein und prüfe bei höheren Zinsen die Nichtveranlagungsbescheinigung
  • Vergleiche Direktbanken, klassische Banken und Plattformen, wobei bei Kindern auch einfache Handhabung und Seriosität zählen
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Was solltest Du Dir merken?

Festgeld ist für Kinder mit 2 bis 3 Prozent pro Jahr wieder attraktiv, vor allem für kurz- und mittelfristige, planbare Ziele. Für den langfristigen Vermögensaufbau über 15 bis 20 Jahre schlägt ein globaler Aktien-ETF im Kinderdepot das Festgeld aber klar, sowohl bei der erwartbaren Rendite als auch beim Inflationsschutz.

Sinnvoll ist deshalb eine klare Aufteilung. Festgeld und Tagesgeld übernehmen die kurzfristigen, sicherheitsorientierten Bedarfe, der ETF-Sparplan den langfristigen Vermögensaufbau. Eine typische Aufteilung sind 80 bis 100 Prozent ETF für sehr lange Ziele und 0 bis 20 Prozent Festgeld für planbare, mittelfristige Ausgaben.

Welche Mischung für Deine Familie passt, hängt von Deinen Zielen, Deinem Zeithorizont und Deinem Sicherheitsbedürfnis ab. Wenn Du das durchrechnen willst, schauen wir gemeinsam, wie Du Festgeld und ETF-Sparplan für Dein Kind sinnvoll kombinierst und die beste Lösung für Deine Situation findest.

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Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.

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