Viele Eltern stellen sich irgendwann dieselbe Frage:
Wie kann ich heute schon dafür sorgen, dass mein Kind später finanziell besser ins Leben startet?
Vielleicht für den Führerschein.
Vielleicht für das Studium.
Vielleicht für die erste eigene Wohnung.
Die gute Nachricht: Du musst dafür kein Vermögen besitzen.
Schon mit 50 oder 100 Euro monatlich kannst du über die Jahre ein beachtliches Vermögen für dein Kind aufbauen – und dabei sogar von steuerlichen Vorteilen profitieren, die viele Eltern gar nicht kennen.
Denn wenn das Depot direkt auf den Namen deines Kindes läuft, kann dein Kind eigene steuerliche Freibeträge nutzen. Dadurch bleiben Kapitalerträge in vielen Fällen komplett steuerfrei.
Wie funktioniert das?
Eröffnest du ein Kinderdepot auf den Namen deines Kindes, gehört das Vermögen rechtlich deinem Kind. Du verwaltest das Depot bis zur Volljährigkeit als gesetzlicher Vertreter.
Steuerlich hat das einen großen Vorteil:
Dein Kind verfügt über eigene Freibeträge.
Aktuell können dadurch jährlich bis zu 13.348 Euro Kapitalerträge steuerfrei bleiben:
- 1.000 Euro Sparerpauschbetrag
- 12.348 Euro Grundfreibetrag
Für die meisten Familien ist diese Grenze so hoch, dass während der gesamten Sparzeit überhaupt keine Steuern anfallen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Angenommen, du sparst für dein Kind:
- 100 Euro monatlich
- über 18 Jahre
- mit durchschnittlich 7 Prozent Rendite pro Jahr
Dann entsteht daraus ein Vermögen von rund 41.000 Euro.
Davon stammen mehr als 19.000 Euro allein aus Wertsteigerungen und dem Zinseszinseffekt.
Und genau hier zeigt sich der Vorteil eines Kinderdepots: Die Erträge bleiben in den meisten Fällen vollständig steuerfrei.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Damit die Steuerfreiheit funktioniert, solltest du drei Dinge beachten:
1. Das Depot muss auf den Namen des Kindes laufen
Ein Depot auf deinen eigenen Namen bringt diese Vorteile nicht.
2. Freistellungsauftrag einrichten
Direkt nach der Depoteröffnung solltest du einen Freistellungsauftrag über 1.000 Euro bei der Bank hinterlegen.
3. Später eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen
Sobald die jährlichen Erträge über 1.000 Euro steigen, kann zusätzlich eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt sinnvoll sein.
Dadurch nutzt dein Kind auch den Grundfreibetrag und kann deutlich höhere Kapitalerträge steuerfrei vereinnahmen.
Welcher ETF eignet sich für Kinder?
Für langfristiges Vermögenswachstum eignen sich weltweit gestreute ETFs besonders gut.
Viele Eltern setzen dabei auf:
- Vanguard FTSE All-World
- iShares Core MSCI World
Wichtig ist vor allem eine breite Streuung und ein langer Anlagehorizont.
Je früher du beginnst, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt.
Die wichtigste Grenze, die Eltern kennen sollten
Neben den steuerlichen Freibeträgen gibt es noch einen Punkt, den viele übersehen:
Die Familienversicherung.
Erzielt dein Kind später sehr hohe Kapitalerträge, kann das Auswirkungen auf die kostenlose Familienversicherung haben.
Für klassische Sparpläne zwischen 25 und 200 Euro monatlich ist das meist kein Problem.
Wer größere Summen investiert, sollte diesen Punkt jedoch regelmäßig prüfen.
Fazit
Ein Kinderdepot gehört zu den einfachsten Möglichkeiten, langfristig Vermögen für den Nachwuchs aufzubauen.
Du kombinierst:
- langfristigen Vermögensaufbau
- den Zinseszinseffekt
- steuerliche Vorteile
- finanzielle Sicherheit für dein Kind
Und das bereits mit kleinen monatlichen Beträgen.
Denn am Ende geht es nicht darum, deinem Kind alles zu finanzieren.
Es geht darum, ihm einen besseren Start ins Leben zu ermöglichen.