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ETF-Sparen für Kinder: So baust du bis zu 40.000 Euro Vermögen nahezu steuerfrei auf

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Lasse Falke
zuletzt aktualisiert: 7. Mai 2026
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ETF-Sparen für Kinder: So baust du bis zu 40.000 Euro Vermögen nahezu steuerfrei auf

Viele Eltern stellen sich irgendwann dieselbe Frage: Wie kann ich heute schon dafür sorgen, dass mein Kind später finanziell besser ins Leben startet? Vielleicht für den Führerschein, das Studium oder die erste eigene Wohnung.

Die gute Nachricht: Du brauchst dafür kein Vermögen. Schon mit 50 oder 100 Euro im Monat baust du über die Jahre eine beachtliche Summe auf – und nutzt dabei steuerliche Vorteile, die viele Eltern gar nicht kennen. Läuft das Depot direkt auf den Namen deines Kindes, kann es eigene Freibeträge nutzen. Kapitalerträge bleiben dadurch in vielen Fällen komplett steuerfrei.

Wie funktioniert ein Kinderdepot steuerlich?

Eröffnest du ein Depot auf den Namen deines Kindes, gehört das Vermögen rechtlich deinem Kind. Bis zur Volljährigkeit verwaltest du es als gesetzlicher Vertreter.

Der große Vorteil: Dein Kind hat eigene steuerliche Freibeträge – und die verpuffen sonst ungenutzt. Aktuell können dadurch jährlich bis zu 13.348 Euro an Kapitalerträgen steuerfrei bleiben. Diese Summe setzt sich wie folgt zusammen:

  • 1.000 Euro Sparerpauschbetrag
  • 12.096 Euro Grundfreibetrag (2025)
  • 252 Euro Sonderausgaben-Pauschbetrag

Für die meisten Familien liegt diese Grenze so hoch, dass während der gesamten Sparphase überhaupt keine Steuern anfallen.

Wie viel Vermögen kommt zusammen? Ein Rechenbeispiel

Angenommen, du sparst für dein Kind:

  • 100 Euro monatlich
  • über 18 Jahre
  • bei durchschnittlich 7 Prozent Rendite pro Jahr

Das Ergebnis im Überblick:

PositionBetrag
Eingezahlt (100 € × 216 Monate)21.600 €
Wertzuwachs durch Rendite und Zinseszinsca. 21.500 €
Endkapital nach 18 Jahrenca. 43.100 €

Rund die Hälfte des Endkapitals stammt allein aus Wertsteigerung und Zinseszinseffekt – Geld, das für dich arbeitet, ohne dass du mehr einzahlst. Diese Erträge bleiben im Kinderdepot in den meisten Fällen vollständig steuerfrei.

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?

Damit die Steuerfreiheit greift, solltest du drei Dinge beachten.

1. Das Depot auf den Namen des Kindes eröffnen

Nur so gelten die eigenen Freibeträge deines Kindes. Ein Depot auf deinen Namen bringt diese Vorteile nicht.

2. Freistellungsauftrag einrichten

Hinterlege direkt nach der Depoteröffnung einen Freistellungsauftrag über 1.000 Euro bei der Bank. Bis zu dieser Höhe behält die Bank keine Abgeltungsteuer ein.

3. Bei höheren Erträgen eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen

Steigen die jährlichen Erträge über 1.000 Euro, wird eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beim Finanzamt sinnvoll. Damit nutzt dein Kind zusätzlich den Grundfreibetrag und kann deutlich höhere Kapitalerträge steuerfrei vereinnahmen.

Welcher ETF eignet sich für Kinder?

Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich breit gestreute, weltweit anlegende ETFs besonders gut. Sie verteilen das Kapital über hunderte oder tausende Unternehmen und reduzieren so das Risiko einzelner Ausreißer. Bewährte Klassiker sind:

  • Vanguard FTSE All-World (Industrie- und Schwellenländer)
  • iShares Core MSCI World (Industrieländer)

Entscheidend sind breite Streuung, niedrige Kosten und ein langer Anlagehorizont. Je früher du startest, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt – jedes zusätzliche Jahr macht sich am Ende überproportional bemerkbar.

Worauf du bei der Familienversicherung achten musst

Einen Punkt übersehen viele Eltern: die kostenlose Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse. Erzielt dein Kind sehr hohe Kapitalerträge, kann es die Einkommensgrenze für die beitragsfreie Mitversicherung überschreiten.

Bei klassischen Sparplänen zwischen 25 und 200 Euro monatlich ist das in der Ansparphase praktisch nie ein Thema. Wer größere Summen investiert oder ausschüttende ETFs mit hohen laufenden Erträgen nutzt, sollte diesen Punkt jedoch regelmäßig im Blick behalten.

Fazit

Ein Kinderdepot gehört zu den einfachsten Wegen, langfristig Vermögen für den Nachwuchs aufzubauen. Du kombinierst dabei vier Vorteile:

  • langfristigen Vermögensaufbau mit ETFs
  • den Zinseszinseffekt über viele Jahre
  • die eigenen Steuerfreibeträge deines Kindes
  • einen finanziellen Grundstock für den Start ins Erwachsenenleben

Und das schon mit kleinen monatlichen Beträgen. Am Ende geht es nicht darum, deinem Kind alles zu finanzieren – sondern ihm einen besseren Start ins Leben zu ermöglichen.

Häufige Fragen zum ETF-Sparen für Kinder

Wem gehört das Geld im Kinderdepot?

Rechtlich gehört das Vermögen deinem Kind. Du verwaltest es nur treuhänderisch bis zur Volljährigkeit. Mit 18 Jahren kann dein Kind frei darüber verfügen – auch das solltest du bei der Höhe der Sparrate einplanen.

Sind die Erträge wirklich komplett steuerfrei?

In den meisten Fällen ja, solange die jährlichen Kapitalerträge deines Kindes unter dessen Freibeträgen bleiben. Voraussetzung ist, dass das Kind keine weiteren nennenswerten Einkünfte hat und Freistellungsauftrag beziehungsweise NV-Bescheinigung vorliegen.

Ausschüttend oder thesaurierend – welcher ETF ist besser fürs Kinderdepot?

Beides funktioniert. Ein ausschüttender ETF hilft, die Freibeträge Jahr für Jahr gezielt auszunutzen, während ein thesaurierender ETF Erträge automatisch wieder anlegt. Wer die Freibeträge aktiv nutzen möchte, wählt oft die ausschüttende Variante.

Kann ich das Depot später wieder auf mich übertragen?

Nein. Einmal auf das Kind übertragenes Vermögen gilt als Schenkung und gehört dauerhaft dem Kind. Eine Rückübertragung an die Eltern ist steuerlich nicht vorgesehen. Wer sich diese Flexibilität wünscht, sollte über ein Depot auf den eigenen Namen nachdenken.

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Lasse Falke
Experte für Kinderinvestments
Über den Autor

Lasse Falke begleitet junge Familien auf ihrem Weg zu entspannten Finanzen und einem sicheren Start für ihre Kinder in die Zukunft. Als Geschäftsführer der L&S Finance UG verbindet er fachliche Expertise mit klarer, verständlicher Sprache – ohne Fachchinesisch und ohne Druck. Über SmartKidsInvest zeigt er Eltern, wie sie früh und smart für ihre Kinder vorsorgen können, damit Geldthemen sich endlich leicht anfühlen.