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Taschengeld mit 16 Jahren: Wie viel ist richtig?

Lasse Falke
Lasse Falke
Finanzexperte für Familien · Aktualisiert am 19. August 2026
Taschengeld mit 16 Jahren: Wie viel ist richtig?

Mit 16 wird beim Thema Geld plötzlich alles ein bisschen ernster. Dein Kind geht öfter allein weg, hat eigene Wünsche und will nicht bei jeder Kleinigkeit fragen müssen. Da liegt die Frage nahe, wie viel Taschengeld jetzt eigentlich passt und ob es dafür feste Regeln gibt. Orientierung liefert das Deutsche Jugendinstitut, das für 16-Jährige einen klaren Richtwert nennt. Alles Weitere entscheidest du gemeinsam mit deiner Familie.

Wie viel Taschengeld bekommt man mit 16 Jahren?

Für 16-Jährige empfiehlt das Deutsche Jugendinstitut (DJI) etwa 50 bis 60 Euro pro Monat. Das ist kein starrer Betrag, sondern ein Orientierungsrahmen, innerhalb dessen du je nach Familienbudget und den Bedürfnissen deines Kindes entscheiden kannst. Stiftung Warentest hat diese Empfehlung veröffentlicht, sie ist fachlich fundiert, aber rechtlich nicht verbindlich. Genau deshalb hast du damit einen verlässlichen Rahmen für die Diskussionen am Küchentisch.

Warum bekommen 16-Jährige mehr als jüngere Jugendliche?

Mit 16 kann dein Kind größere Beträge über längere Zeiträume einteilen und auch mal auf eine größere Anschaffung hinsparen. Genau deshalb steigen die empfohlenen Beträge mit jedem Lebensjahr an. Das DJI orientiert sich dabei nicht nur an der Kaufkraft, sondern auch an der wachsenden Fähigkeit, langfristig zu planen und Verantwortung zu übernehmen.

Wie sich die Empfehlungen von 14 bis 18 Jahren entwickeln, zeigt der direkte Vergleich. Der Betrag bewegt sich Jahr für Jahr behutsam nach oben.

AlterEmpfohlenes Taschengeld pro Monat
14 Jahre30 bis 40 Euro
15 Jahre40 bis 50 Euro
16 Jahre50 bis 60 Euro
17 Jahre60 bis 70 Euro
ab 18 Jahre70 bis 75 Euro

Zwischen 15 und 16 liegt kein riesiger Sprung. Es geht um eine sanfte Steigerung, die zur wachsenden Selbstständigkeit passt, und im Jahr darauf setzt sich das mit dem Taschengeld mit 17 Jahren fort. Die Tabelle gilt mit Stand 2024 und wird laut Stiftung Warentest alle vier Jahre angepasst, sodass steigende Preise und veränderte Konsumgewohnheiten regelmäßig einfließen.

Warum solltest du monatlich statt wöchentlich auszahlen?

Während für kleinere Kinder wöchentliche Beträge empfohlen werden, rät das DJI ab etwa 10 Jahren zur monatlichen Auszahlung. Für 16-Jährige ist das genau richtig, denn ein fester Monatsbetrag ermöglicht längere Planungszeiträume und größere Anschaffungen. Dein Kind lernt so, sein Geld über vier Wochen einzuteilen, und das ist eine Fähigkeit, die später im Leben täglich gebraucht wird.

Wie viel Geld hat ein 16-Jähriger insgesamt zur Verfügung?

Deutlich mehr, als die reine Taschengeldempfehlung vermuten lässt. Eine Postbank-Studie, die Stiftung Warentest zitiert, zeigt, dass mehr als die Hälfte der 16- bis 18-Jährigen monatlich zwischen 25 und 250 Euro zur Verfügung hat. Diese Spanne ist erheblich breiter als die 50 bis 60 Euro Taschengeld, und das hat einen einfachen Grund.

Warum ist Taschengeld nur ein Teil des Gesamtbudgets?

Die genannten 25 bis 250 Euro umfassen nicht nur das klassische Taschengeld, sondern sämtliche frei verfügbaren Mittel deines Kindes. Da fließen noch ganz andere Einnahmen mit hinein:

  • Einnahmen aus einem Nebenjob oder aus Ferienarbeit
  • Geldgeschenke von Großeltern, Paten oder zum Geburtstag
  • eine mögliche Ausbildungsvergütung
  • das regelmäßige Taschengeld von den Eltern

Ein 16-Jähriger, der nebenbei jobbt, hat schlicht mehr zur Verfügung als jemand, der ausschließlich Taschengeld bekommt. Die DJI-Tabelle bleibt trotzdem dein bester Anker, denn sie sagt dir, wie viel frei verfügbares Geld allein vonseiten der Eltern angemessen ist, unabhängig davon, was dein Kind sonst noch verdient.

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Wovon hängt die richtige Höhe in deiner Familie ab?

Vor allem von eurem Haushaltsbudget und davon, was das Taschengeld überhaupt abdecken soll. Die DJI-Empfehlung ist die Orientierung, aber die genaue Zahl entscheidest du im Rahmen dessen, was für eure Familie machbar und sinnvoll ist. Dein eigenes Budget ist dabei die erste natürliche Grenze, und wer sich grundsätzlich fragt, wie viel Geld man monatlich für ein Kind braucht, findet dort einen guten Überblick.

Welche Ausgaben soll das Taschengeld decken?

Genau das solltest du vorab gemeinsam mit deinem Kind klären. Taschengeld ist im Kern Geld zur freien Verfügung für Konsumwünsche wie Kino, Süßigkeiten oder kleinere Freizeitaktivitäten. Ob darüber hinaus auch bestimmte laufende Kosten davon bezahlt werden, ist Absprachesache, und es lohnt sich zu überlegen, was Kinder vom Taschengeld selbst bezahlen sollten.

Diese Bereiche lohnt es sich offen zu besprechen:

  • Handykosten, also ob der Vertrag oder die Prepaid-Karte aus dem Taschengeld läuft
  • Schulbedarf und ob Materialien direkt von dir bezahlt werden
  • Kleidung, die gerade bei älteren Jugendlichen ein eigenes Thema wird

Je klarer diese Absprachen sind, desto weniger Reibung gibt es später. Und ganz nebenbei entscheidet die Zwecksetzung auch mit, welche Käufe rechtlich abgedeckt sind, aber dazu gleich mehr.

Budgetgeld als eigener Betrag für feste Bereiche

Neben dem reinen Taschengeld kannst du deinem Kind zusätzlich einen festen Betrag für bestimmte Ausgabenkategorien überlassen, etwa für Kleidung oder Handykosten. Dieses Budgetgeld verwaltet dein Kind eigenverantwortlich und entscheidet selbst, ob ein bestimmter Tarif oder ein Kleidungsstück den Preis wert ist. So übernimmt es Schritt für Schritt mehr Verantwortung, ohne dass es gleich um alles auf einmal geht.

Zum Einordnen noch ein wichtiger Punkt: Taschengeld ist nicht dasselbe wie Unterhalt. Der gesetzliche Unterhalt sichert die Grundversorgung mit Wohnen, Essen, Kleidung und Ausbildung. Für 12- bis 17-Jährige liegt der Mindestbedarfssatz der Düsseldorfer Tabelle seit Januar 2026 bei 653 Euro pro Monat, das Kindergeld bei 259 Euro. Taschengeld von 50 bis 60 Euro entspricht damit nur etwa einem Zehntel des rechtlichen Mindestbedarfs und ist ein pädagogisches Instrument innerhalb dieses Rahmens, kein eigener Rechtsanspruch. Auch die Frage, ob Eltern überhaupt verpflichtet sind, Taschengeld zu geben, ist in diesem Zusammenhang eindeutig geklärt. Wenn du dazu Fragen hast, meld dich gerne bei mir, dann schauen wir gemeinsam, wie sich das für eure Familie sinnvoll aufteilen lässt.

Was darf dein Kind mit 16 vom Taschengeld kaufen?

Alltägliche Dinge, die es mit dem frei verfügbaren Geld auch bezahlen kann. Rechtlich ist dein 16-jähriges Kind beschränkt geschäftsfähig, und dafür gibt es klare Regeln im Bürgerlichen Gesetzbuch. Das klingt komplizierter, als es im Alltag ist.

Beschränkte Geschäftsfähigkeit und der Taschengeldparagraf

Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren sind beschränkt geschäftsfähig. Das bedeutet, dass sie für Verträge, durch die sie nicht nur einen rechtlichen Vorteil erlangen, grundsätzlich die Zustimmung der Eltern brauchen. Kaufverträge über Waren mit einem Preis gehören dazu.

Die wichtige Ausnahme ist der sogenannte Taschengeldparagraf, § 110 BGB. Nach ihm gilt ein Vertrag deines Kindes von Anfang an als wirksam, wenn es ihn mit Geld bezahlt, das ihm zur freien Verfügung oder gerade zu diesem Zweck überlassen wurde. Der Kauf einer Kinokarte oder von Süßigkeiten fällt also klar darunter. Eine feste Höchstgrenze für den Betrag gibt es dabei nicht, entscheidend ist, wofür du das Geld vernünftigerweise überlassen hast.

Warum gehören Bankgeschäfte nicht dazu?

Der Taschengeldparagraf deckt alltägliche Käufe, aber keine Bankgeschäfte. Kontoeröffnungen, Überweisungen, der Antrag auf eine Zahlungskarte und erst recht Kreditverträge fallen nicht darunter. Selbst wenn dein Kind die ersten Kreditraten vom Taschengeld zahlen würde, wird der Kreditvertrag dadurch nicht wirksam, dafür braucht es sogar die Genehmigung eines Gerichts.

Für Konto, Karte und Überweisungen ist grundsätzlich deine Zustimmung als Elternteil nötig, und tatsächlich kann ein Elternteil ein Konto fürs Kind eröffnen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Online-Käufe und laufende Abos, denn bei längerfristigen vertraglichen Bindungen ist oft fraglich, ob sie noch als alltäglicher Kauf gelten. Sprich mit deinem Kind offen darüber und legt gemeinsam fest, was online in Ordnung ist und was vorher besprochen wird.

Wie regelst du Taschengeld pädagogisch sinnvoll?

Am besten regelmäßig, verlässlich und mit klaren Absprachen. Taschengeld ist eines der wichtigsten Instrumente, mit denen dein Kind den Umgang mit Geld lernt. Dabei kommt es weniger auf die exakte Zahl an als auf die Haltung dahinter.

Verlässlich auszahlen und nicht an Leistung koppeln

Zahle das Taschengeld regelmäßig und in fester Höhe aus. Dein Kind soll sich darauf verlassen können, dass der Betrag zum vereinbarten Zeitpunkt kommt, ohne darum bitten zu müssen. Diese Verlässlichkeit schafft Vertrauen und macht Planung überhaupt erst möglich.

Fachleute raten klar davon ab, Taschengeld an gute Noten oder an Hilfe im Haushalt zu koppeln. Geld und Leistung zu vermischen, betont die falsche Art von Motivation. Dein Kind soll lernen, mit Geld umzugehen, nicht dafür belohnt oder bestraft werden.

Freie Verfügung zulassen und nicht nachschießen

Taschengeld ist Geld zur freien Verfügung. Das heißt, dein Kind darf damit auch mal etwas Unsinniges kaufen. Zu merken, dass das Geld weg ist und die Sache nichts taugt, ist ein wertvoller Lernmoment, den kein Ratschlag ersetzen kann. Halte dich mit Bewertungen der Einkäufe also bewusst zurück.

Genauso wichtig ist, dass du nicht nachschießt, wenn das Geld vor Monatsende schon weg ist. Nur wenn der Betrag wirklich reichen muss, lernt dein Kind, dass Geld eine begrenzte Ressource ist und Entscheidungen Konsequenzen haben. Sprich stattdessen offen über die Gründe für den frühen Engpass und über Wünsche, Preise und Konsum. Diese Gespräche sind oft wertvoller als jeder Euro extra.

Wie führst du dein Kind ans Sparen und Kontoführen heran?

Am besten in kleinen, praktischen Schritten. Mit 16 ist genau der richtige Zeitpunkt, um Sparen und Kontoführung zu üben, denn bald steht der Übergang in Ausbildung, Studium oder Beruf an. Taschengeld ist dabei der ideale Erfahrungsraum.

Sparziele setzen und Überblick behalten

Ermutige dein Kind, regelmäßig einen Teil des Taschengelds beiseitezulegen. Ein greifbares Sparziel wie der Führerschein, ein Fahrrad oder eine Reise motiviert, weil das Sparen dann ein sichtbares Ergebnis hat. Über mehrere Monate auf etwas hinzusparen stärkt Selbstkontrolle und das Gefühl für den Wert von Geld.

Damit dein Kind den Überblick behält, hilft ein einfaches Haushaltsbuch oder eine Taschengeld-App. Einnahmen und Ausgaben werden notiert, und am Monatsende wird Bilanz gezogen. So sieht dein Kind schwarz auf weiß, wofür das Geld draufgeht und wo es sparen kann, klassisch mit Papier oder ganz modern digital.

Vom Jugendkonto bis zur langfristigen Anlage

Ein Jugendkonto ohne Kreditfunktion ist ein sicherer Einstieg in die bargeldlose Welt. Weil es auf Guthaben basiert, gibt es kein Risiko einer Verschuldung, und dein Kind lernt trotzdem, Kontoauszüge zu lesen und Buchungen zu verstehen. Die Kontoeröffnung läuft über euch als Eltern, ihr legt gemeinsam fest, was das Kind selbst tun darf, und es lohnt sich zu prüfen, welche Bank sich am besten für ein Kinderkonto eignet.

Pädagogisch bewährt hat sich eine Mischung: Ein Teil des Geldes bleibt Bargeld, das man anfassen und schwinden sehen kann, ein anderer Teil läuft über das Konto. So passt die Form zur Entwicklungsstufe und dein Kind übt beide Welten.

Für langfristiges Sparen ist das klassische Sparbuch eine gängige Form, deren Einrichtung von eurer generellen Einwilligung gedeckt sein kann. Wollt ihr weiter denken, könnt ihr als Eltern für euer Kind auch ein Anlagekonto eröffnen und über einen breit gestreuten ETF für Kinder langfristig investieren. Dein Kind bleibt dabei rechtlich in eurer Verantwortung, kann aber mitentscheiden und so früh verstehen, wie Geld über Jahre wächst. Wenn du überlegst, wie ihr das für dein Kind aufsetzt, gehen wir das gerne gemeinsam durch, meistens ist es einfacher, als es auf den ersten Blick wirkt.

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Häufige Fragen

Das Deutsche Jugendinstitut empfiehlt für 16-Jährige etwa 50 bis 60 Euro pro Monat. Das ist ein Orientierungsrahmen, kein starrer Betrag. Die genaue Höhe entscheidest du je nach Familienbudget.
Laut einer Postbank-Studie hat mehr als die Hälfte der 16- bis 18-Jährigen monatlich zwischen 25 und 250 Euro zur Verfügung. Darin steckt neben dem Taschengeld auch Geld aus Nebenjobs, Geschenken oder einer Ausbildung.
Für 16-Jährige empfiehlt das DJI eine monatliche Auszahlung. Ein fester Monatsbetrag ermöglicht längere Planungszeiträume und größere Anschaffungen und trainiert das Einteilen über vier Wochen.
Mit dem frei verfügbaren Geld kannst du alltägliche Dinge kaufen, das deckt der Taschengeldparagraf (§ 110 BGB) ab. Eine feste Höchstgrenze gibt es nicht, entscheidend ist, wofür dir das Geld überlassen wurde. Bankgeschäfte und Kreditverträge gehören nicht dazu.
Fachleute raten klar davon ab. Geld und Leistung zu vermischen, betont die falsche Motivation. Dein Kind soll den Umgang mit Geld lernen, nicht dafür belohnt oder bestraft werden.
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GESCHRIEBEN VON
Lasse Falke

Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.

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