Wenn du gerade nach einer Berliner Kita-Kosten-Tabelle suchst, um zu wissen, wie viel Betreuung dich jeden Monat kostet, kann ich dich direkt beruhigen: Die klassische Tabelle nach Einkommen, Kinderzahl und Betreuungsstunden gibt es in Berlin gar nicht mehr. Und das aus einem sehr erfreulichen Grund. Die Kita in Berlin ist beitragsfrei, für alle Familien, unabhängig davon, was du verdienst. Übrig bleibt am Ende nur ein kleiner Betrag fürs Mittagessen. Schauen wir uns gemeinsam an, was das für deinen Geldbeutel bedeutet.
Was kostet die Kita in Berlin wirklich?
Die Betreuung selbst kostet dich in Berlin 0 Euro. Seit August 2018 ist die Kindertagesbetreuung in der Hauptstadt beitragsfrei, sowohl in der Kita als auch in der Kindertagespflege bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater. Das gilt für alle Kinder, ganz gleich, wie hoch euer Familieneinkommen ist. Kein monatlicher Beitrag, keine Einstufung nach Gehalt, keine Aufstellung, in der du dich mit deinem Einkommen wiederfinden musst.
Beitragsfreiheit seit August 2018
Berlin hat die Elternbeiträge nicht auf einen Schlag gestrichen, sondern schrittweise. Erst fielen die letzten Jahre vor der Schulpflicht weg, dann kamen weitere Jahrgänge dazu, und seit dem 1. August 2018 ist die Betreuung für alle Kita-Kinder komplett kostenfrei. Rechtlich stützt sich das auf das Kindertagesbetreuungsgesetz (TKBG).
23 Euro Verpflegungsanteil pro Monat
Die einzige laufende Kostenposition, die für die allermeisten Familien bleibt, ist das Essensgeld. Sobald dein Kind in der Kita ein Mittagessen bekommt, beteiligst du dich mit einem einheitlichen Verpflegungsanteil von 23 Euro pro Monat. Dieser Betrag ist für alle gleich, unabhängig vom Einkommen.
Warum gibt es keine Kostentabelle nach Einkommen mehr?
Früher, vor 2018, gab es tatsächlich eine gestaffelte Kostenbeteiligung nach Einkommen. Diese Tabellen sind heute außer Kraft, weil es keine Betreuungsgebühren mehr gibt, die man staffeln könnte. Auch eine Geschwisterkindregelung musst du nicht mehr im Blick haben, denn wo keine Gebühr anfällt, muss auch nichts für weitere Kinder ermäßigt werden. Wenn du also im Netz auf alte Beitragstabellen stößt, kannst du sie beruhigt ignorieren.
Welche Zusatzkosten können trotzdem anfallen?
Neben dem Essensgeld können Kitas für zusätzliche Angebote eine Zuzahlung verlangen. Das ist ausdrücklich erlaubt, aber gedeckelt. Manche Einrichtungen bieten solche Angebote gegen Zuzahlung an, zum Beispiel besondere Sportprogramme, Bio-Essen statt der Regelverpflegung oder zusätzlichen Sprachunterricht. Ob deine Kita so etwas im Programm hat und was es kostet, unterscheidet sich von Haus zu Haus. Für all diese Extras zusammen liegt die Obergrenze bei 100 Euro monatlich.
Hin und wieder können außerdem Kosten für Tagesausflüge oder besondere Materialien entstehen. Diese trägst du in der Regel selbst, es sei denn, du hast Anspruch auf Unterstützung über das Bildungs- und Teilhabepaket (ein staatliches Programm, das Kindern aus einkommensschwachen Familien Geld für Bildung und Freizeit gibt). Dazu gleich mehr.
Was zahlen Berliner Eltern heute im Monat?
Für die meisten Familien bleibt es beim reinen Essensgeld, alles andere ist optional und je nach Kita unterschiedlich. Die folgende Aufstellung zeigt dir, womit du in Berlin rechnen musst und was jeweils dahintersteckt.
| Betrag pro Monat | Für wen | |
|---|---|---|
| Betreuung in Kita oder Kindertagespflege | 0 Euro | alle Familien, unabhängig vom Einkommen |
| Verpflegungsanteil für das Mittagessen | 23 Euro pro Kind | alle mit Mittagessen |
| Zuzahlung für Zusatzangebote | bis zu 100 Euro | nur bei freiwilligen Extras |
Wer bekommt sogar das Essensgeld erstattet?
Familien mit geringem Einkommen müssen selbst die 23 Euro fürs Mittagessen nicht zahlen. Über den berlinpass-BuT und das Bildungs- und Teilhabepaket wird der Verpflegungsanteil komplett übernommen, sodass dein Kind kostenlos zu Mittag essen kann. Darüber hinaus deckt das Paket unter anderem Kosten für Tagesausflüge, Schulbedarf und Wege zum Freizeitort ab. Damit bleibt für anspruchsberechtigte Familien am Ende praktisch gar nichts an laufenden Kita-Kosten übrig.
Wer bekommt den berlinpass-BuT?
Anspruch auf den berlinpass-BuT haben Familien, die bestimmte Sozialleistungen beziehen. Der Pass steht dir offen, wenn deine Familie eine dieser Leistungen erhält:
- Leistungen nach SGB II (Bürgergeld)
- Leistungen nach SGB XII (Sozialhilfe)
- Wohngeld
- Kinderzuschlag
Wenn einer dieser Punkte auf euch zutrifft, lohnt es sich, den berlinpass-BuT beim zuständigen Amt zu beantragen. Das spart dir bares Geld. Einen Überblick über weitere Unterstützungsleistungen für Familien findest du auch in unserem Artikel zu den staatlichen Förderungen für Kinder.
Wie beantragst du den Kita-Gutschein in Berlin?
Bevor dein Kind einen Platz bekommt, brauchst du einen Kita-Gutschein vom Jugendamt. Ohne diesen Gutschein kannst du dein Kind weder in einer Kita noch in der Kindertagespflege anmelden. Auf dem Gutschein ist vermerkt, wann und wie lange dein Kind betreut werden darf, also der bewilligte Betreuungsumfang. Mit diesem Gutschein in der Hand suchst du dann eine Kita oder eine Tagespflegeperson, die zu euch passt.
Den Gutschein beantragst du beim Jugendamt deines Wohnbezirks. Du musst dafür nicht zwingend persönlich vorbeikommen, denn Berlin bietet den Antrag auch online über das Serviceportal und den Kita-Navigator an. So gehst du am besten vor:
- Kita-Gutschein beim Jugendamt deines Bezirks beantragen, vor Ort oder online
- Betreuungsbedarf angeben, damit der passende Umfang festgelegt wird
- mit dem Gutschein einen freien Platz in Kita oder Kindertagespflege suchen
Wenn du bei der Familien- und Finanzplanung rund um dein Kind gerade viele Fragen im Kopf hast, meld dich gerne bei mir. In einem kostenlosen, unverbindlichen Gespräch sortieren wir das gemeinsam, oft ist es einfacher, als es zunächst wirkt.
Hängt der Kita-Gutschein vom Einkommen ab?
Nein, der Kita-Gutschein ist an keine Einkommensgrenze geknüpft. Er richtet sich nach dem Betreuungsbedarf deiner Familie, also zum Beispiel nach euren Arbeitszeiten und der Familiensituation. Der Gutschein ist die Voraussetzung für einen Platz und keine einkommensabhängige Leistung.
Was gilt für die Kindertagespflege?
Bei der Kindertagespflege bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater gilt die Beitragsfreiheit genauso wie in der Kita. Für das klassische Kita-Alter ist die Betreuung auch hier kostenfrei, und es bleibt beim Verpflegungsanteil von 23 Euro, wenn dein Kind ein Mittagessen erhält. Du musst dir also keine Gedanken machen, dass eine Tagespflege teurer wäre als eine Kita.
Kostenfrei bis Ende des dritten Schuljahres
Die Kindertagesbetreuung in Berlin ist für Kinder bis zur Vollendung des dritten Schuljahres kostenfrei, und das schließt die ergänzende Kindertagespflege ausdrücklich mit ein. In diesem Zeitraum zahlst du keine einkommensabhängigen Beträge für die Betreuung.
Ab dem vierten Schuljahr wird nach Einkommen gerechnet
Erst ab dem vierten Schuljahr ändert sich das Bild. Für die ergänzende Kindertagespflege im höheren Schulalter richtet sich die Höhe der Kostenbeteiligung dann nach dem monatlichen Betreuungsumfang und dem Einkommen der Eltern. Diese Beteiligung zahlst du an das Jugendamt.
Für das klassische Kita-Alter, um das es den meisten Eltern bei der Suche nach einer Kostentabelle geht, spielt das aber keine Rolle. Dort bleibt es dabei: Betreuung kostenlos, nur 23 Euro fürs Essen. Und falls du magst, schauen wir gemeinsam, wie du das Geld, das du dir dank der Beitragsfreiheit sparst, klug für die Zukunft deines Kindes anlegen kannst – zum Beispiel erfährst du unter wie viel du pro Monat für dein Kind sparen solltest, welche Beträge langfristig wirklich einen Unterschied machen. Wer dabei auch steuerliche Aspekte im Blick behalten möchte, findet in unserem Beitrag zum Geld auf Kinder anlegen und Steuern sparen hilfreiche Hinweise. Außerdem lohnt sich ein Blick auf die Gesamtkosten eines Kindes bis zum 18. Lebensjahr, damit du die Kita-Ersparnis in den großen Kontext einordnen kannst.
Häufige Fragen
Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.






