Kaum ist das Baby da, klopft schon die nächste Frage an: Wie ist der kleine Mensch eigentlich krankenversichert? Wenn du selbst privat versichert bist, kommt dazu meist noch die Sorge, dass ein Kind in der PKV richtig ins Geld gehen könnte. Du hast mehr Spielraum, als du vielleicht denkst, und so dramatisch wie viele befürchten ist es oft gar nicht.
Damit du eine klare Entscheidung treffen kannst, gehen wir das gemeinsam durch: ob dein Kind überhaupt privat versichert werden muss, was das kostet, wie die Aufnahme des Neugeborenen läuft und ob sich das Ganze für dein Kind lohnt.
Muss mein Kind in die private Krankenversicherung?
Das hängt davon ab, wie ihr als Eltern versichert seid. Ein Kind kann in der gesetzlichen Familienversicherung beitragsfrei mitversichert sein, wenn die Voraussetzungen des § 10 SGB V erfüllt sind. Ob das bei euch möglich ist oder ob dein Kind einen eigenen privaten Schutz braucht, entscheidet sich an eurer konkreten Konstellation als Eltern.
Beide Eltern privat versichert: Was gilt dann für das Kind?
Wenn beide Elternteile privat krankenversichert sind, gibt es keine gesetzliche Familienversicherung, in die das Kind beitragsfrei aufgenommen werden könnte. Die beitragsfreie Mitversicherung setzt voraus, dass mindestens ein Elternteil gesetzlich versichert ist. Fehlt diese gesetzliche Anbindung, braucht dein Kind einen eigenen Versicherungsschutz, in der Regel über einen privaten Kindertarif bei einem der Elternteile.
Ein Elternteil gesetzlich, einer privat: Wie entscheidet die Vorrangregel?
Ist ein Elternteil gesetzlich und einer privat versichert, wird es individueller. Eine Vorrangregel entscheidet darüber, ob das Kind in die kostenlose gesetzliche Familienversicherung darf. Dabei gilt: Ein Kind ist grundsätzlich nur dann beitragsfrei familienversichert, wenn sein Gesamteinkommen die jeweilige Einkommensgrenze nicht regelmäßig überschreitet, worauf auch das Bundesgesundheitsministerium ausdrücklich hinweist.
Die konkreten Einkommens- und Vorranggrenzen für eure Situation sind erfahrungsgemäß der Punkt, an dem Eltern ins Grübeln kommen. Das ist völlig normal, denn das Zusammenspiel aus Einkommen und Versicherungsart liest sich im Gesetz sperriger, als es am Ende ist. Wenn du unsicher bist, ob dein Kind bei euch gesetzlich mitversichert werden kann oder privat versichert werden muss, meld dich gerne bei mir. Dann schauen wir uns eure Situation in Ruhe gemeinsam an.
Kinder von Beamten: Sonderfall Beihilfe
Bist du Beamtin oder Beamter, spielt die Beihilfe eine Rolle, die einen Teil der Krankheitskosten deines Kindes übernimmt. Für den Rest wird dann üblicherweise ein ergänzender privater Tarif abgeschlossen. Weil die Beihilfe je nach Bundesland und Familiensituation unterschiedlich ausfällt, lohnt sich hier ein genauer Blick, welcher Anteil privat abzudecken ist.
Was kostet ein Baby in der privaten Krankenversicherung?
Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Beitrag in der PKV nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem gewählten Tarif und dem Leistungsumfang. Für dich als Familie ist das erst mal eine gute Nachricht, denn dein Verdienst treibt den Kinderbeitrag nicht in die Höhe. Je mehr Extras ein Tarif abdeckt, desto höher der Beitrag.
Wie viel kostet ein Kind pro Monat in der PKV?
Eine belastbare, tagesaktuelle Preisspanne für Kinder-PKV-Tarife lässt sich seriös nur mit einem konkreten Angebot des jeweiligen Versicherers nennen, weil sich Beiträge je nach Tarif und Anbieter deutlich unterscheiden. Ich möchte dir hier bewusst keine Zahl nennen, die nicht sauber belegt ist, denn beim Thema Geld verdienst du echte Verlässlichkeit statt einer Hausnummer.
Wenn du einen realistischen Monatsbeitrag für dein Kind wissen möchtest, hol dir am besten ein individuelles Angebot ein. Ich unterstütze dich dabei gerne und ordne die einzelnen Tarife für dich ein, damit du nicht allein durch das Kleingedruckte musst. Das kostet dich nichts, und du gehst danach meist mit einem deutlich klareren Kopf raus.
Wie läuft die Aufnahme eines Neugeborenen in die PKV ab?
Für Neugeborene gibt es eine besondere und wirklich elternfreundliche Regelung, die sogenannte Kindernachversicherung. Dein Baby kann ohne Gesundheitsprüfung, ohne Wartezeiten und ohne Risikozuschläge aufgenommen werden, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Gerade wenn ein Kind mit gesundheitlichen Besonderheiten zur Welt kommt, ist das ein echter Schutz.
Rückwirkende Versicherung ab Geburt ohne Risikozuschlag
Am Beispiel der Debeka lässt sich das gut zeigen: Neugeborene können dort ohne Risikozuschläge und ohne Wartezeiten ab Geburt versichert werden, wenn am Geburtstag des Kindes bereits ein Elternteil beim Versicherer versichert ist. Bemerkenswert ist dabei, dass die sonst übliche dreimonatige Mindestversicherungsdauer des Elternteils hier nicht erfüllt sein muss. Auch adoptierte Kinder werden bei der Debeka ohne Risikozuschlag aufgenommen, ein Detail, das für Adoptivfamilien viel wert sein kann.
Frist und Voraussetzungen im Blick behalten
Die Kindernachversicherung ist an eine Frist gebunden, innerhalb derer du dein Kind anmelden musst, um von den günstigen Bedingungen ohne Gesundheitsprüfung zu profitieren. Die exakte Fristlänge und die Folgen eines Versäumnisses hängen vom jeweiligen Versicherer ab. Kläre das unbedingt direkt mit deinem Anbieter, damit dir dieser Vorteil nicht verloren geht.
Die entscheidenden Punkte für diesen günstigen Weg in die PKV lassen sich am Debeka-Beispiel kurz zusammenfassen. Achte bei der Nachversicherung deines Neugeborenen auf diese Voraussetzungen:
- Ein Elternteil ist bereits am Geburtstag des Kindes beim Versicherer versichert.
- Es fällt kein Risikozuschlag an und es gibt keine Wartezeiten.
- Die dreimonatige Mindestversicherungsdauer des Elternteils muss nicht erfüllt sein.
- Auch adoptierte Kinder werden ohne Risikozuschlag aufgenommen.
Diese Konditionen beziehen sich auf die belegten Angaben zur Debeka. Weil Fristen und Detailregelungen bei anderen Anbietern abweichen können, lohnt es sich, die genauen Bedingungen bei deinem eigenen Versicherer nachzufragen, bevor das Baby da ist. Zwischen Wickeln und wenig Schlaf denkt man an so etwas verständlicherweise nicht als Erstes, deshalb ist es gut, den Punkt frühzeitig auf dem Schirm zu haben.
Lohnt sich die PKV für Kinder im Vergleich zur GKV?
Ob sich die PKV für dein Kind lohnt, ist eine Abwägung zwischen Kosten und Leistungen. Auf der einen Seite steht die gesetzliche Familienversicherung, die unter den gesetzlichen Voraussetzungen komplett beitragsfrei ist. Auf der anderen Seite steht die private Absicherung, die zwar Geld kostet, dafür aber oft mehr Leistungen bietet. Wenn du dir einen Überblick über alle Möglichkeiten verschaffen möchtest, lohnt sich ein Blick auf die staatlichen Förderungen für Kinder, die Familien in Deutschland nutzen können.
Kostenloser Schutz in der gesetzlichen Familienversicherung
Zu beachten ist, dass die Familienversicherung zeitlich begrenzt ist. Sie endet grundsätzlich mit bestimmten Altersgrenzen, abhängig vom Status des Kindes:
- bis 18 Jahre grundsätzlich für alle Kinder,
- bis 23 Jahre bei nicht erwerbstätigen Kindern,
- bis 25 Jahre bei Schul- oder Berufsausbildung sowie bei einem Freiwilligendienst.
Auch Stiefkinder und Enkelkinder können nach § 10 SGB V als Kinder gelten und mitversichert werden, wenn die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind. Gerade für Patchwork-Familien ist das eine wichtige Information.
Mehrleistungen der PKV für Kinder
Der Reiz der privaten Absicherung liegt in den möglichen Mehrleistungen, die je nach Tarif deutlich über den gesetzlichen Grundschutz hinausgehen können. Wie umfangreich diese Extras ausfallen, hängt vom gewählten Tarif ab. Konkrete Leistungsdetails solltest du dir immer anhand des jeweiligen Tarifs zeigen lassen, statt dich auf allgemeine Versprechen zu verlassen.
Wann bringt die PKV für dein Kind einen echten Vorteil?
Ein echter Vorteil entsteht vor allem dann, wenn ohnehin keine beitragsfreie Familienversicherung möglich ist, etwa weil beide Eltern privat versichert sind. Dann geht es nicht mehr um privat oder kostenlos, sondern nur noch darum, den passenden privaten Tarif zu finden. Sind dir bestimmte Leistungen wichtiger als der reine Grundschutz, kann die PKV auch dann sinnvoll sein, wenn die Familienversicherung theoretisch offenstünde. Neben der Krankenversicherung lohnt es sich frühzeitig zu überlegen, wie man am besten für Kinder vorsorgt, damit ihr finanzieller Start ins Leben gut gelingt.
Weil diese Entscheidung stark von eurer persönlichen Situation abhängt, gibt es hier kein pauschales Richtig oder Falsch. Wenn du magst, gehen wir gemeinsam durch, was für dein Kind passt. Diese Beratung ist bei mir kostenlos und unverbindlich, und viele Eltern gehen danach mit einem deutlich besseren Gefühl in diese Entscheidung.
Ist die private Krankenversicherung für dein Kind steuerlich absetzbar?
Ja, zumindest ein Teil davon. Beiträge zur Basisabsicherung der Kranken- und Pflegeversicherung sind als Sonderausgaben abziehbar, so ist es in § 10 EStG geregelt. Das entlastet dich als Familie spürbar, denn ein Teil des Beitrags fließt über die Steuer zurück.
Beiträge zur Basisabsicherung als Sonderausgaben
Absetzbar ist die Basisabsicherung, also der Teil des Beitrags, der dem Niveau der gesetzlichen Grundversorgung entspricht. Die Beiträge zur Basisabsicherung des Kindes können unter bestimmten Voraussetzungen bei den Eltern als Sonderausgaben angesetzt werden. Reine Komfort- oder Zusatzleistungen fallen in der Regel nicht unter diesen abziehbaren Teil.
Wer setzt die Beiträge zur Kinderversicherung ab, Mutter oder Vater?
Grundsätzlich kann derjenige Elternteil die Beiträge zur Basisabsicherung des Kindes ansetzen, der sie im Rahmen der Unterhaltsverpflichtung trägt. Bei gemeinsam veranlagten Eltern ist das in der Praxis unkompliziert, weil die Beiträge ohnehin in einer gemeinsamen Erklärung landen. Auch beim Kindergeld stellt sich die Frage, welcher Elternteil steuerlich besser fährt, wenn Leistungen für das Kind aufgeteilt werden.
Etwas kniffliger wird es bei getrennt lebenden oder einzeln veranlagten Eltern. Wenn du unsicher bist, wer die Beiträge in welchem Fall geltend machen sollte, ist das ein klassischer Punkt, den man am besten einmal in Ruhe gemeinsam durchgeht. Melde dich gerne, dann sortieren wir das zusammen, meist ist es einfacher, als es auf den ersten Blick wirkt.
Häufige Fragen
Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.






