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Für Enkelkinder Geld anlegen: So funktioniert’s

Lasse Falke
Lasse Falke
Finanzexperte für Familien · Aktualisiert am 15. August 2026
Für Enkelkinder Geld anlegen: So funktioniert’s

Als Oma oder Opa etwas für die Enkel zurückzulegen, ist eine der schönsten Gesten überhaupt. Dabei hast du einen Vorteil, den kaum jemand sonst so nutzen kann: Zeit. Je früher du anfängst, desto mehr arbeitet dein Geld für dein Enkelkind, ganz von allein. Es lohnt sich also, einmal in Ruhe hinzuschauen, wie du das Ganze am besten aufsetzt.

Warum lohnt es sich, früh mit der Geldanlage für Enkelkinder anzufangen?

Beim Sparen für Kinder und Enkel kommt es weniger auf große Summen an als auf einen frühen Start, am besten direkt nach der Geburt. Dann kann der Zinseszinseffekt über 15 bis 20 Jahre voll wirken, und das macht am Ende einen gewaltigen Unterschied.

Zinseszins einfach erklärt

Der Zinseszinseffekt bedeutet, dass nicht nur deine Einzahlungen wachsen, sondern auch die bereits erzielten Erträge wieder mitverzinst werden. Anfangs merkst du davon kaum etwas. Doch je länger das Geld liegt, desto überproportionaler wächst das Vermögen, weil die Erträge selbst wieder Erträge erzeugen.

Ein Beispiel macht das greifbar. Legst du 50 Euro im Monat über 18 Jahre an und rechnest mit 7 Prozent Rendite pro Jahr nach Kosten und vor Steuern, unserer langfristigen Zielrendite, kommst du auf rund 21.500 Euro. Eingezahlt hast du dabei nur 10.800 Euro. Mehr als die Hälfte des Endvermögens stammt also aus Erträgen, nicht aus deinen eigenen Beiträgen. Wenn du selbst durchspielen willst, wie sich Beträge und Laufzeiten auswirken, hilft dir ein Blick auf realistische monatliche Sparraten.

Was kostet der spätere Start der Geldanlage?

Startest du mit demselben Betrag erst, wenn dein Enkelkind 10 Jahre alt ist, bleiben nur noch 8 Jahre Laufzeit. Bei gleicher Sparrate und gleicher Rendite landest du dann bei rund 6.400 Euro. Der Unterschied von etwa 15.000 Euro entsteht allein durch die verlorenen Jahre.

Das Tückische daran: Diese verlorene Zeit lässt sich kaum durch höhere Sparraten aufholen. Um bei nur 8 Jahren Laufzeit auf dieselben 21.500 Euro zu kommen, müsstest du rund 170 Euro im Monat einzahlen statt 50 Euro. Daraus folgt eine einfache Faustregel:

  • Lieber früh mit kleinen Beträgen anfangen, als auf die große Summe zu warten.
  • Schon 25 oder 50 Euro im Monat entfalten über 18 Jahre eine spürbare Wirkung.
  • Der Zeitpunkt des Starts zählt mehr als die exakte Höhe der Rate.

Du musst also kein Vermögen auf einmal aufbringen. Ein regelmäßiger, kleiner Beitrag, früh begonnen, schlägt fast immer den späten Einstieg mit größeren Summen.

Kannst du als Oma oder Opa ein Konto oder Depot für dein Enkelkind eröffnen?

Nicht ganz allein, und das hat einen rechtlichen Grund. Gesetzliche Vertreter eines minderjährigen Kindes sind in der Regel die Eltern. Sie dürfen im Namen des Kindes Verträge schließen, du als Großelternteil grundsätzlich nicht. Ein Konto oder Depot auf den Namen deines Enkelkindes lässt sich deshalb nur mit den Eltern zusammen einrichten. Welche Möglichkeiten Großeltern beim clever Vorsorgen haben, lohnt hier einen genaueren Blick.

Option 1: Der Weg über die Eltern

Ob Sparbuch oder Junior-Depot, die Eltern müssen als gesetzliche Vertreter unterschreiben und ihre Zustimmung geben. Dazu brauchen sie üblicherweise die Geburtsurkunde des Kindes und ihre Ausweisdokumente. Du kannst dich aber wunderbar beteiligen. Viele Anbieter erlauben, dass Verwandte als sogenannte Sparpaten regelmäßig in ein bestehendes Junior-Depot einzahlen. So bist du direkt Teil des Vermögensaufbaus, ohne selbst die Eröffnung übernehmen zu müssen. Auch wer ein Konto für ein Kind eröffnen darf, ist genau geregelt.

Option 2: Auf eigenen Namen sparen und später schenken

Es gibt noch einen zweiten Weg. Du eröffnest ein Depot auf deinen eigenen Namen, sparst dort für dein Enkelkind und überträgst das Geld später per Schenkung, zum Beispiel zum 18. Geburtstag. Dieser Weg ist unkomplizierter, weil du niemanden bei der Eröffnung brauchst und selbst bestimmst, wann dein Enkelkind das Geld bekommt. Dafür werden die Erträge in der Ansparphase dir zugerechnet und nach deinen steuerlichen Verhältnissen besteuert.

Läuft ein Konto oder Depot auf den Namen deines Enkelkindes, ist das Kind rechtlicher Eigentümer. Die Eltern verwalten es nur treuhänderisch und dürfen es ausschließlich im Interesse des Kindes einsetzen, nicht für eigene Zwecke. Mit dem 18. Geburtstag bekommt dein Enkelkind die volle Verfügungsgewalt, eine Rückforderung durch dich ist dann grundsätzlich ausgeschlossen. Wenn dir diese Kontrolle während der Ansparphase wichtig ist, ist das Sparen auf deinen eigenen Namen oft der bessere Weg.

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Welche Geldanlage passt am besten?

Für einen langen Zeitraum von 15 Jahren und mehr führt aus meiner Sicht kaum ein Weg an einem kostengünstigen, breit gestreuten Aktien-ETF vorbei. Genau das empfehlen auch Finanztip und die Verbraucherzentrale als Standardlösung fürs Sparen für Kinder und Enkel. Schauen wir uns die Möglichkeiten der Reihe nach an.

Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld

Sparbuch und Tagesgeld fühlen sich sicher an, weil das Geld nicht schwankt und über die Einlagensicherung geschützt ist. Für den ersten Kontakt deines Enkelkindes mit dem Thema Sparen sind sie deshalb gar nicht verkehrt. Das Problem ist die Rendite. Sparbücher werden oft mit 0,1 Prozent pro Jahr oder weniger verzinst, sodass das Geld durch die Inflation real an Wert verliert.

Festgeld bietet immerhin einen festen Zinssatz über eine bestimmte Laufzeit, also planbare Erträge. Langfristig kannst du hier mit einem Wertzuwachs von etwa 2 Prozent pro Jahr rechnen. Dafür ist dein Geld für die Laufzeit gebunden, und viel mehr als den Inflationsausgleich holst du damit selten heraus. Ob sich Festgeld für Kinder wirklich lohnt, hängt stark vom Zinsumfeld ab.

ETF-Sparplan als Kernbaustein

Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der einen ganzen Index abbildet, etwa den MSCI World mit den großen Unternehmen der Industrieländer. Mit einem Sparplan investierst du regelmäßig einen festen Betrag, streust dein Risiko über viele Hundert Firmen und hältst die Kosten niedrig. Historisch hat der MSCI World zwischen 1975 und Ende 2024 im Schnitt 9,7 Prozent pro Jahr erzielt, und über beliebige 15-Jahres-Zeiträume gab es in dieser Zeit keinen Verlust. Bei der Auswahl hilft dir die Frage, welcher ETF sich für Kinder eignet.

Von aktiv gemanagten Fonds sowie klassischen Ausbildungsversicherungen und Kinderpolicen rate ich dagegen meist ab. Aktive Fonds schneiden nach Kosten oft schlechter ab als der passende Index, und Versicherungsprodukte sind laut Stiftung Warentest häufig teuer und kaum rentabel, weil viel in Abschluss- und Verwaltungskosten fließt. Wenn wirklich ein Absicherungsbedarf besteht, trenne Versicherung und Geldanlage lieber, das ist am Ende transparenter und günstiger.

Wie viel bringt ein ETF-Sparplan gegenüber Sparbuch und Festgeld?

Der Unterschied ist deutlich größer, als man auf den ersten Blick vermutet. Nehmen wir an, du sparst 100 Euro im Monat über 18 Jahre. Eingezahlt hast du dann 21.600 Euro. Was daraus wird, hängt stark von der Anlageform ab.

Beim Sparbuch mit 0,1 Prozent Verzinsung landest du bei rund 21.800 Euro, real durch die Inflation sogar weniger wert. Beim Festgeld mit angenommenen 2 Prozent kommst du auf etwa 26.000 Euro. Im ETF-Sparplan mit unserer Zielrendite von 7 Prozent pro Jahr nach Kosten und vor Steuern werden daraus rund 43.000 Euro, also etwa das Doppelte deiner Einzahlungen. Die folgende Tabelle fasst das zusammen.

AnlageformAngenommene Rendite pro JahrEinzahlungen gesamtEndvermögen (ungefähr)
Sparbuch0,1 %21.600 €ca. 21.800 €
Festgeld2 %21.600 €ca. 26.000 €
ETF-Sparplan7 %21.600 €ca. 43.000 €

Diese Zahlen sind Modellwerte und keine Garantie. Fällt die Rendite niedriger aus, sinkt das Endvermögen entsprechend. Bei 5 Prozent pro Jahr wären es statt 43.000 Euro noch etwa 35.000 Euro. Selbst dann liegt der ETF-Sparplan aber weiterhin klar vor Sparbuch und Festgeld.

Bleibt das Thema Kursschwankungen, das viele Großeltern verständlicherweise nervös macht. Ja, ein ETF schwankt, und es gibt Jahre mit deutlichen Rückgängen wie 2008 oder 2020. Der entscheidende Punkt ist der lange Zeithorizont. Über 15 Jahre und mehr hatten breit gestreute Weltindizes historisch keine Verlustphasen, weil sich die Märkte nach Krisen wieder erholt haben. Genau diese Zeit hast du beim Sparen für dein Enkelkind. Wenn du dazu Fragen hast, meld dich gerne bei mir, dann schauen wir gemeinsam, welche Aufteilung sich für deine Situation ruhig anfühlt.

Wie viel Geld darfst du deinem Enkelkind steuerfrei schenken?

Erstaunlich viel. Als Großelternteil kannst du deinem Enkelkind bis zu 200.000 Euro alle zehn Jahre steuerfrei schenken, solange die Eltern des Kindes noch leben. Sind die Eltern bereits verstorben, steigt der Freibetrag sogar auf 400.000 Euro. Für die meisten Familien liegen die üblichen Sparbeträge also weit unterhalb dieser Grenzen.

Freibeträge klug über die Jahre nutzen

Diese 200.000 Euro gelten nicht nur einmal, sondern erneut nach jeweils zehn Jahren. Wer früh und langfristig plant, kann also in mehreren Zehnjahresphasen wiederholt schenken. Die kleinen, regelmäßigen Einzahlungen in ein Junior-Depot fallen ohnehin unter übliche Gelegenheitsgeschenke und sind schenkungsteuerlich unproblematisch. Größere Einmalbeträge solltest du erst prüfen, wenn du dich der Freibetragsgrenze näherst.

Welche Steuervorteile haben deine Einkelkinder?

Neben der Schenkung geht es um die laufenden Kapitalerträge. Läuft das Depot auf den Namen deines Enkelkindes, kann es eigene Freibeträge nutzen. Drei Werte sind dabei wichtig:

  • Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr gilt auch für Kinder.
  • Der Grundfreibetrag liegt 2025 bei 12.096 Euro.
  • Zusammen bleiben Kapitalerträge von rund 13.000 Euro pro Jahr steuerfrei, wenn keine weiteren Einkünfte bestehen.

Damit das greift, richtet man bei der Bank einen Freistellungsauftrag im Namen des Kindes ein. Für höhere Erträge über dem Sparerpauschbetrag kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt sinnvoll sein. Sparst du dagegen auf deinen eigenen Namen, werden die Erträge dir zugerechnet und die Freibeträge deines Enkelkindes bleiben ungenutzt. Ein Junior-Depot ist steuerlich deshalb oft die effizientere Lösung, verlangt aber, dass das Geld konsequent als Vermögen des Kindes behandelt wird. Wie weit die Steuervorteile reichen, zeigt die Frage, ob ein Depot für Kinder steuerfrei ist. Das ist ein Punkt, den man leicht übersieht, also melde dich gerne, wenn du das für deinen Fall einmal durchrechnen möchtest.

Schritt für Schritt: So richtest du das Sparen ein

Am besten fängst du nicht mit dem Depot an, sondern mit einem Gespräch. Setz dich mit den Eltern zusammen und legt gemeinsam fest, wofür gespart werden soll und über welchen Zeitraum. Ob Studium, erste Wohnung oder einfach ein flexibles Startkapital, dieses Ziel bestimmt später, wie viel Aktienanteil sinnvoll ist.

Junior-Depot eröffnen

Die eigentliche Eröffnung übernehmen die Eltern als gesetzliche Vertreter. Sie brauchen dafür die Geburtsurkunde des Kindes und, wenn kein alleiniges Sorgerecht besteht, die Zustimmung beider Elternteile. Über eine Sparpaten-Funktion kannst du danach als Großelternteil regelmäßig einzahlen, ohne die Formalitäten selbst stemmen zu müssen.

Anbieter vergleichen und ETF wählen

Bei der Anbieterwahl lohnt sich ein Blick auf drei Punkte. Viele Kinderdepots werden inzwischen kostenlos geführt, also achte auf die Depotkosten. Prüfe außerdem die Gebühren pro Sparplanausführung und ob ETFs auf breite Weltindizes wie MSCI World, MSCI ACWI oder FTSE All-World verfügbar sind. Worauf es sonst noch ankommt, fasst der Überblick zusammen, was bei einem Kinderdepot zu beachten ist. Als Kernbaustein wählst du dann einen dieser breit gestreuten Welt-ETFs.

Und dann kommt der schönste Teil. Bezieh dein Enkelkind mit ein, sobald es alt genug ist. Schaut gemeinsam ins Depot, sprecht darüber, wie sich das Geld entwickelt und warum ihr langfristig dabeibleibt, auch wenn die Kurse mal fallen. So wird dein Geschenk nicht nur ein finanzielles Polster, sondern auch ein Stück Finanzbildung fürs Leben.

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Häufige Fragen

Für einen langen Zeitraum von 15 Jahren und mehr ist ein kostengünstiger, breit gestreuter Aktien-ETF meist die beste Wahl. Das empfehlen auch Finanztip und die Verbraucherzentrale. Sparbuch und Festgeld sind sicher, bringen aber kaum mehr als den Inflationsausgleich.
Ein Konto auf den Namen deines Enkelkindes lässt sich nur mit den Eltern zusammen einrichten, da diese die gesetzlichen Vertreter sind. Du kannst dich aber als Sparpate an einem bestehenden Junior-Depot beteiligen oder auf deinen eigenen Namen sparen und das Geld später verschenken.
Ein ETF-Sparplan auf einen breiten Weltindex wie MSCI World, MSCI ACWI oder FTSE All-World bringt langfristig die stärkste Wirkung. Über 18 Jahre werden aus 100 Euro monatlich bei 7 Prozent Rendite rund 43.000 Euro, deutlich mehr als beim Sparbuch mit etwa 21.800 Euro.
Du kannst zwischen Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld und einem ETF-Sparplan wählen. Das Depot läuft entweder als Junior-Depot auf den Namen des Kindes oder auf deinen eigenen Namen mit späterer Schenkung. Der ETF-Sparplan bietet langfristig die höchste Rendite, das Junior-Depot zusätzlich Steuervorteile.
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Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.

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