Kaum ist das Baby auf der Welt, steht schon der erste kleine Behördengang an – und mittendrin taucht die Frage auf: Braucht so ein Winzling wirklich einen eigenen Personalausweis, und was kostet das eigentlich? Die kurze Antwort vorweg: Ein Personalausweis für dein Baby kostet 22,80 Euro, und ja, der Kleine darf schon ab Geburt einen bekommen. Wie das genau läuft, was du mitbringen musst und ob nicht vielleicht doch ein Reisepass die bessere Wahl ist, schauen wir uns jetzt in Ruhe an.
Was kostet ein Personalausweis für ein Baby?
Ein Personalausweis für dein Baby kostet 22,80 Euro. Diese Gebühr ist in der Personalausweis- und eID-Karten-Gebührenverordnung (PAuswGebV) bundeseinheitlich festgelegt und gilt für alle, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht 24 Jahre alt sind. Erst ab 24 Jahren steigt die Gebühr auf 37 Euro.
Egal ob dein Kind gerade zwei Wochen oder zwölf Jahre alt ist, es fällt in dieselbe Gebührenkategorie. Eine eigene, günstigere Gruppe für Babys oder Kleinkinder gibt es nicht.
Womit solltest du zusätzlich rechnen?
Die Grundgebühr ist bundesweit gleich, aber viele Bürgerämter bieten zusätzliche Serviceleistungen an, die extra kosten. Diese Zuschläge sind kommunal geregelt und kommen nur dazu, wenn du sie wirklich in Anspruch nimmst.
Damit du eine Vorstellung bekommst, was auf dich zukommen kann, schauen wir uns die typischen Zusatzkosten am Beispiel Berlin an.
| Zusätzliche Kosten | |
|---|---|
| Passfoto vor Ort erstellen lassen | 6,00 € |
| Direktversand des Ausweises nach Hause | 15,00 € |
| Zweitwohnsitz (z. B. Berlin als Nebenwohnsitz) | 13,00 € |
Das sind alles freiwillige Serviceleistungen. Bringst du ein fertiges Passfoto mit und holst den Ausweis selbst ab, bleibt es bei den 22,80 Euro. Solche Zuschläge fallen von Stadt zu Stadt unterschiedlich aus, deshalb lohnt sich ein kurzer Blick auf die Website deines Bürgeramts, bevor du losfährst.
Kann ein Baby einen Personalausweis bekommen?
Ja, dein Baby kann ab dem ersten Lebenstag einen eigenen Personalausweis bekommen. Das Personalausweisgesetz sieht ausdrücklich vor, dass ein Ausweis auf Antrag auch für Personen ausgestellt wird, die noch nicht 16 Jahre alt sind. Ein Mindestalter gibt es dabei nicht.
Erlaubt, aber keine Pflicht
Eine echte Ausweispflicht greift erst ab dem 16. Geburtstag. Bis dahin hat dein Kind lediglich ein Ausweisrecht. Du darfst also einen beantragen, musst aber nicht. Solange dein Baby keinen eigenen Ausweis braucht, etwa für eine Reise, ist alles völlig entspannt.
Wer stellt den Antrag?
Ein Baby kann seinen Antrag natürlich nicht selbst unterschreiben. Deshalb stellen ihn die sorgeberechtigten Eltern. Das Gesetz regelt das eindeutig: Für Kinder unter 16 Jahren stellt nur die sorgeberechtigte Person den Antrag.
Und trotzdem gibt es einen Punkt, der viele Eltern überrascht: Auch wenn dein Baby noch gar nichts von alldem mitbekommt, muss es beim Termin persönlich dabei sein. Ohne das Kind vor Ort läuft nichts, dazu gleich mehr.
Was braucht man für den Personalausweis eines Babys?
Für den Antrag brauchst du im Kern ein biometrisches Passfoto deines Babys und die persönliche Anwesenheit von dir und deinem Kind. Das klingt erst mal nach wenig, hat aber ein paar Tücken, die gerade bei so kleinen Menschen für Nervenflattern sorgen können.
Biometrisches Passfoto vom Baby
Für den Ausweis wird ein biometrisches Lichtbild benötigt. Bei einem Säugling ist das erfahrungsgemäß die größte Herausforderung, denn ein Baby schaut nun mal nicht auf Kommando ruhig geradeaus. Viele Bürgerämter bieten deshalb an, das Foto direkt vor Ort zu machen, in Berlin etwa für 6 Euro zusätzlich.
Mach dir wegen des Fotos nicht zu viel Kopf. Fotografen, die auf Passbilder spezialisiert sind, kennen den Baby-Trick mit der weißen Decke und viel Geduld. Welche konkreten Anforderungen für Säuglingsfotos gelten, erfährst du am besten direkt bei deinem Bürgeramt.
Unterlagen und Anwesenheit
Dein Kind muss beim Termin dabei sein, und du als sorgeberechtigte Person stellst den Antrag. Pack dir für den Termin Folgendes ein:
- ein aktuelles biometrisches Passfoto deines Babys (oder Foto vor Ort machen lassen)
- deinen eigenen gültigen Ausweis zur Identifikation
- die Geburtsurkunde deines Kindes als Nachweis
Ein kurzer Anruf beim Amt oder ein Blick auf dessen Website klärt vorab, was genau verlangt wird. Das erspart dir den zweiten Anlauf mit müdem Baby auf dem Arm.
Reicht ein Elternteil?
Gesetzlich reicht mindestens eine sorgeberechtigte Person. Das Personalausweisgesetz verlangt nicht ausdrücklich beide Eltern, auch ein alleiniger Sorgeberechtigter kann den Ausweis beantragen.
Bei gemeinsamem Sorgerecht handhaben es die Ämter allerdings unterschiedlich. Manche wollen die schriftliche Zustimmung des anderen Elternteils sehen, manche das persönliche Erscheinen beider. Das ist lokale Verwaltungspraxis, deshalb frag im Zweifel vorher kurz nach.
Wie läuft die Beantragung beim Bürgeramt ab?
Die Beantragung läuft immer persönlich beim zuständigen Bürgeramt an deinem Wohnort ab. Einen reinen Onlineantrag gibt es nicht. Persönliche Vorsprache ist in jedem Fall erforderlich, und das Kind muss dabei sein.
Termin und Zuständigkeit
Zuständig ist die Personalausweisbehörde an deinem Wohnort, also in der Regel das Bürgeramt oder Einwohnermeldeamt der Stadt, in der ihr gemeldet seid. In vielen Kommunen brauchst du dafür einen Termin, den du meist online buchen kannst.
Was passiert beim Termin?
Du stellst als sorgeberechtigte Person den Antrag, dein Baby muss anwesend sein. Das Passfoto wird abgegeben oder vor Ort erstellt, die Daten werden aufgenommen und die Gebühr wird bezahlt. Für dein Baby selbst ist der Termin völlig unspektakulär, es wird schlicht kurz gebraucht.
Plane den Termin nicht in die Mittagsschlaf-Zeit und rechne mit etwas Wartezeit. Ein satter, ausgeschlafener kleiner Mensch macht so einen Behördengang für alle Beteiligten deutlich entspannter.
Abholung oder Versand
Ist der Ausweis fertig, kannst du ihn entweder beim Bürgeramt abholen oder dir per Direktversand nach Hause schicken lassen. Der Versand ist eine kostenpflichtige Serviceleistung, in Berlin etwa 15 Euro. Zu den genauen Bearbeitungszeiten machen die offiziellen Seiten keine verbindliche Angabe, plane also lieber etwas Vorlauf ein, gerade wenn eine Reise ansteht.
Was ist besser für ein Baby: Personalausweis oder Reisepass?
Das hängt ganz davon ab, wohin ihr wollt. Welches Dokument im Einzelfall genügt, richtet sich immer nach den Einreisebestimmungen des Ziellandes, nicht nach dem deutschen Ausweisrecht. Prüf vor der Buchung immer die aktuellen Reisehinweise für dein Ziel, da die konkreten Einreiseregeln je nach Land variieren. Wer flexibel bleiben will und unterschiedliche Reiseziele plant, fährt mit beiden Dokumenten auf der sicheren Seite.
Kinderreisepass ist Geschichte
Den Kinderreisepass kennen viele Eltern noch gut. Für Pässe, die vor dem 1. Januar 2024 beantragt wurden, gilt die alte Rechtslage weiter, sie behalten also ihre Gültigkeit. Für neue Anträge hat sich die Rechtslage seit 2024 geändert. Ob und in welcher Form ein Kinderreisepass heute noch ausgestellt wird, klärst du am besten direkt bei deinem Bürgeramt.
So ein Ausweis für dein Baby ist wirklich kein Hexenwerk: ein Termin, ein Foto, 22,80 Euro, fertig. Und wenn du gerade sowieso über die Zukunft deines Kindes nachdenkst und dir überlegst, wie du früh etwas für den kleinen Menschen aufbaust, melde dich jederzeit gern bei mir für ein kostenloses, unverbindliches Gespräch. Viele Eltern gehen danach mit einem richtig guten Gefühl ins nächste Kapitel.
Häufige Fragen
Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.





