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Altersvorsorgedepot Risikoklasse: Was ist erlaubt?

Lasse Falke
Lasse Falke
Finanzexperte für Familien · Aktualisiert am 15. August 2026
Altersvorsorgedepot Risikoklasse: Was ist erlaubt?

Bevor du im neuen Altersvorsorgedepot loslegst und Fonds für die Zukunft deines Kindes aussuchst, stolperst du fast zwangsläufig über einen Begriff: die Risikoklasse. Sie entscheidet, welche ETFs und Fonds überhaupt in dieses staatlich geförderte Depot dürfen. Der Gesetzgeber zieht hier eine klare Linie, und die ist für dich als Elternteil einfacher zu verstehen, als sie zunächst klingt.

Welche Risikoklasse ist im Altersvorsorgedepot erlaubt?

Erlaubt sind Fonds und ETFs bis zur Risikoklasse 5 von insgesamt sieben. Die Klassen 6 und 7 bleiben außen vor. Das steht so im Gesetzentwurf zur Reform der privaten Altersvorsorge, der ausdrücklich von „Risikoklasse 5 von sieben“ für die zugelassenen Fonds spricht.

Grundlage dieser Einteilung ist der SRI, der Summary Risk Indicator. Das ist der europäische Risikoindikator, den jede Fondsgesellschaft für ihre UCITS-Fonds im Basisinformationsblatt ausweisen muss. Er misst, wie stark ein Fonds in den letzten Jahren im Wert geschwankt hat, und ordnet ihn auf einer Skala von 1 (sehr gering) bis 7 (sehr hoch) ein. Je größer die Schwankungen, desto höher die Klasse.

Warum genau bei Klasse 5 Schluss ist, hat einen nachvollziehbaren Grund. Das Altersvorsorgedepot ist kein freies Wertpapierdepot, sondern ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt. Der Gesetzgeber will breite Aktienmärkte öffnen und echte Renditechancen bieten, gleichzeitig aber die riskantesten und schwer durchschaubaren Segmente des Kapitalmarkts fernhalten. Klasse 5 ist der bewusste Kompromiss zwischen Chance und Schutz.

Neben Fonds und ETFs dürfen auch bestimmte Anleihen ins Depot, nämlich Anleihen von EU-Staaten sowie von deutschen Bundesländern und Gemeinden. Diese haben keinen SRI-Wert wie Fonds, sondern werden über die Qualität des Emittenten zugelassen und dienen vor allem als sichere Rentenkomponente, etwa in der Auszahlphase.

Zur zeitlichen Einordnung: Das Altersvorsorgedepot soll ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Der gesetzliche Rahmen steht bereits, viele konkrete Produktdetails der einzelnen Anbieter sind Stand 2026 aber noch in Arbeit.

Was bedeuten die sieben Risikoklassen für deine Geldanlage?

Die sieben SRI-Klassen bilden ein aufsteigendes Spektrum ab, von sehr ruhig bis hochspekulativ. Für dich als Anleger im Altersvorsorgedepot sind die Klassen 1 bis 5 relevant, weil nur diese zugelassen sind. Trotzdem lohnt sich der Blick auf das ganze Bild, damit du weißt, wo deine Fonds landen und was das über Schwankungen und Chancen aussagt.

Grob gesagt stehen die unteren Klassen für Sicherheit und geringe Schwankungen, die mittleren für breite Aktien-ETFs mit ordentlichen Renditechancen und die oberen für spekulative Produkte, bei denen im schlimmsten Fall Totalverluste möglich sind. Diese letzten beiden Klassen sind im Altersvorsorgedepot bewusst ausgeschlossen.

Typische AnlagenIm Altersvorsorgedepot
Klasse 1 und 2Geldmarkt-ETFs, Rentenfonds mit begrenztem Zinsrisikozugelassen
Klasse 3 und 4breite, internationale Aktien-ETFs, Mischfondszugelassen
Klasse 5chancenreiche Anlagen mit höherer Schwankungzugelassen
Klasse 6 und 7Optionsscheine, Hebelprodukte, spekulative Fondsausgeschlossen

Die Klassen 1 und 2 passen zu sicherheitsorientierten Anlegern und zur Phase kurz vor Rentenbeginn, wenn du weniger Schwankungen ertragen möchtest. Die Klassen 3 und 4 beherbergen die klassischen weltweiten Aktien-ETFs mit mittlerem bis höherem Risiko. Klasse 5 markiert den chancenreichsten Bereich, der noch als vertretbar gilt.

Dabei solltest du eines im Hinterkopf behalten: Risikoklassen sind nicht in Stein gemeißelt. Der SRI wird aus der Schwankungsbreite der letzten Jahre berechnet und regelmäßig aktualisiert. Ein Fonds, der heute in Klasse 4 liegt, kann bei ruhigeren Märkten in Klasse 3 rutschen oder bei turbulenten Jahren in Klasse 5 steigen. Das spielt eine Rolle, wenn du langfristig planst.

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Welche Produkte darfst du im Altersvorsorgedepot nicht kaufen?

Das Altersvorsorgedepot arbeitet mit einer sogenannten Positivliste. Sie zählt abschließend auf, was erlaubt ist, und alles, was nicht drinsteht, ist automatisch ausgeschlossen. Praktisch heißt das: Du kannst dich innerhalb der zugelassenen Fonds und Anleihen frei bewegen, aber eben nur dort.

Für viele Eltern überraschend ist, dass auch Einzelaktien nicht erlaubt sind. Du kannst also keine einzelne Aktie eines Unternehmens ins Depot legen, selbst wenn du fest an sie glaubst. Die Idee dahinter ist die breite Streuung über Fonds, die für Kleinanleger einfacher und weniger riskant ist. Wenn dich dieser Gedanke grundsätzlich interessiert, lohnt ein Blick darauf, welche Aktien man für Kinder anlegen sollte.

Folgende Anlageformen bleiben im Altersvorsorgedepot außen vor:

  • Einzelaktien einzelner Unternehmen
  • Kryptowährungen
  • Zertifikate und strukturierte Produkte
  • Hebelprodukte wie CFDs, Optionsscheine und Knock-out-Zertifikate
  • Fonds und ETFs der Risikoklassen 6 und 7
  • Unternehmensanleihen und nichteuropäische Staatsanleihen

Damit fließt die staatliche Förderung nur in Produkte, die transparent, für Kleinanleger geeignet und in ihrem Risiko über die Risikoklassen erkennbar sind. Extreme Risiken und schwer durchschaubare Konstrukte bleiben bewusst draußen, und das ist gerade bei einer langfristigen Vorsorge ein sinnvoller Schutz.

Landet ein MSCI-World-ETF in einer erlaubten Risikoklasse?

Ja, ein klassischer MSCI-World-ETF landet in einer erlaubten Risikoklasse und darf ins Altersvorsorgedepot. Globale Aktien-ETFs werden nach SRI typischerweise in Klasse 4 eingeordnet, teils auch in Klasse 5, und liegen damit klar innerhalb der zugelassenen Klassen 1 bis 5.

Das gilt auch für die anderen großen Welt-Indizes. Ob du einen ETF auf den MSCI World, den MSCI All Countries World Index (ACWI) oder den FTSE All-World besparen möchtest, spielt für die Zulassung keine Rolle, denn alle drei bilden breit gestreut die globalen Aktienmärkte ab und bewegen sich in den erlaubten Klassen. Genau so einen weltweiten Aktien-ETF als Sparplan einzurichten, ist eine sehr solide Basis für den langfristigen Vermögensaufbau, weshalb es sich lohnt zu prüfen, welcher ETF sich für Kinder eignet.

Im Depot ohne Garantie darfst du eine Aktienquote von bis zu 100 Prozent fahren. Du kannst also vollständig auf einen globalen Aktien-ETF setzen, ohne dass ein Sicherheitsbaustein vorgeschrieben ist. Gerade für ein Kind mit sehr langem Anlagehorizont ist das interessant, weil sich Kursschwankungen über Jahrzehnte statistisch glätten.

Vielleicht fragst du dich, ob ein solcher ETF durch einen heftigen Börsencrash plötzlich in Klasse 6 rutschen und dann verboten wäre. Theoretisch ist das möglich, praktisch aber sehr unwahrscheinlich. Der SRI mittelt die Schwankungen über einen längeren Zeitraum, sodass ein einzelner Crash über die Jahre relativiert wird. Breit gestreute Welt-ETFs bleiben deshalb in aller Regel stabil in den Klassen 4 und 5. Wenn du dazu Fragen hast, meld dich gerne bei mir, dann schauen wir gemeinsam auf die konkreten Werte deines Wunsch-ETFs.

Wie steuert das Standarddepot dein Risiko über die Zeit?

Neben dem freien Depot ohne Garantie gibt es das Standarddepot, ein besonders einfaches und günstiges Altersvorsorgedepot, das jeder Anbieter verpflichtend bereithalten muss. Es ist als Orientierungshilfe gedacht, gerade für alle, die sich nicht selbst durch die Fondsauswahl arbeiten möchten. Das Risiko wird hier automatisch über die Zeit gesteuert.

Das Standarddepot besteht aus zwei Bausteinen. Ein Sicherheitsbaustein setzt sich aus Fonds der Risikoklasse 1 oder 2 zusammen, also etwa Geldmarkt- oder Rentenfonds. Ein Renditebaustein umfasst chancenorientierte Fonds der Klassen 3 bis 5, häufig globale Aktien-ETFs. Die anfängliche Mischung kannst du selbst festlegen und später anpassen.

Das Herzstück ist das Ablaufmanagement. Je näher der Rentenbeginn rückt, desto stärker wird der chancenreiche Baustein zugunsten des Sicherheitsbausteins zurückgefahren. Der Risikoanteil sinkt dabei zunächst auf 50 Prozent und später auf 30 Prozent. So werden starke Kursschwankungen kurz vor der Auszahlung abgefedert, wenn du weniger Zeit hast, Verluste wieder auszusitzen.

Auch bei den Kosten gibt es eine klare Grenze. Die Effektivkosten des Standarddepots dürfen maximal 1,0 Prozent pro Jahr betragen. Das ist deutlich weniger als bei vielen früheren Riester-Produkten und lässt deiner Rendite mehr Luft zum Wachsen.

Für dich als Elternteil ist außerdem interessant: Die geplante Frühstart-Rente für Kinder greift auf genau diese Struktur zurück. Vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr sollen monatlich zehn Euro pro Kind in ein individuelles Altersvorsorgedepot fließen, das an die Vorgaben des Standardprodukts anknüpft. Damit gelten dieselbe Positivliste, dieselben Risikoklassen und dieselbe Zwei-Baustein-Logik auch für das Depot deines Kindes. Dieses Konzept ist im Eckpunktepapier beschrieben und Stand 2026 noch als geplant zu verstehen.

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Häufige Fragen

Dazu liegen in den vorliegenden Regelungen keine gesicherten Angaben vor, deshalb lässt sich das an dieser Stelle nicht seriös beantworten. Wenn dieser Punkt für deine Planung wichtig ist, klären wir das am besten individuell.
Im Altersvorsorgedepot sind die SRI-Klassen 1 bis 5 zugelassen. Klasse 1 und 2 stehen für sichere Anlagen wie Geldmarkt- und Rentenfonds, Klasse 3 und 4 für breite Aktien-ETFs, und Klasse 5 markiert den chancenreichsten noch erlaubten Bereich mit höherer Schwankung.
Ein Nachteil ist die eingeschränkte Produktauswahl durch die Positivliste. Einzelaktien, Kryptowährungen, Hebelprodukte und Fonds der Risikoklassen 6 und 7 sind ausgeschlossen. Beim Depot ohne Garantie trägst du zudem das Marktrisiko selbst, denn es gibt keine Kapitalgarantie. Und die geförderten Einzahlungen werden bei der Auszahlung im Alter mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert.
Die sieben Risikoklassen stammen aus dem SRI-System und reichen von Klasse 1 mit sehr geringen Schwankungen bis Klasse 7 mit sehr hohen Schwankungen. Sie werden aus der Schwankungsbreite der letzten Jahre berechnet. Im Altersvorsorgedepot sind nur die Klassen 1 bis 5 zugelassen, die Klassen 6 und 7 bleiben ausgeschlossen.
Ja. Globale Aktien-ETFs auf den MSCI World werden nach SRI typischerweise in Klasse 4 eingeordnet, teils auch in Klasse 5. Damit liegen sie klar innerhalb der zugelassenen Klassen 1 bis 5 und dürfen ins Altersvorsorgedepot.
Das Altersvorsorgedepot soll ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Der gesetzliche Rahmen steht bereits, die konkreten Produkte der Anbieter müssen aber noch entwickelt und zertifiziert werden. Praktisch nutzen kannst du das Depot damit ab Anfang 2027.
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Lasse Falke

Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.

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