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Kinderdepot bei Scalable Capital: Wie funktioniert es?

Lasse Falke
Lasse Falke
Finanzexperte für Familien · Aktualisiert am 14. August 2026
Kinderdepot bei Scalable Capital: Wie funktioniert es?

Das Scalable Capital Kinderdepot ist seit 2025 voll verfügbar und folgt den allgemeinen Junior-Depot-Regeln. Das Depot läuft auf den Namen des Kindes, wird bis zur Volljährigkeit von den Eltern verwaltet und nutzt weitgehend die Konditionen des Erwachsenendepots.

Eltern fragen mich häufig nach dem Scalable-Kinderdepot, weil es im Markt viel Aufmerksamkeit bekommt. Im Folgenden findest Du die wichtigsten Fakten zu Konditionen, rechtlicher Struktur und Steuer, damit Du Dir selbst ein Bild machen kannst.

Ist das Scalable-Kinderdepot überhaupt verfügbar?

Ja, das Kinderdepot ist verfügbar und kann von Eltern eröffnet werden. Es bietet gebührenfreie Sparpläne, variable Zinsen und eine vollständig digitale Verwaltung.

Die Eröffnung erfolgt vollständig digital in wenigen Minuten. Nach dem Anlegen sind Einzahlungen per Echtzeitüberweisung und Sparpläne sofort möglich.

Eine Voraussetzung musst Du kennen. Ein Eltern-Depot bei Scalable Capital ist Voraussetzung für die Eröffnung eines Kinderdepots. Ohne eigenes Scalable-Depot kannst Du also kein Kinderdepot anlegen.

Welche Gebühren fallen beim Kinderdepot von Scalabe Capital an?

Die Gebührenstruktur orientiert sich an den normalen Konditionen von Scalable Capital. Es gibt keine speziellen Kosten nur für das Kinderdepot. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Die Depotführung ist im Kontomodell Free dauerhaft kostenlos, das Modell Prime+ kostet 4,99 Euro
  • Im Free Broker fällt pro Kauf oder Verkauf eine pauschale Ordergebühr von 0,99 Euro an, ausgenommen sind Prime ETFs von iShares, Amundi und Xtrackers ab 250 Euro, die kostenlos sind
  • ETF-Sparpläne sind ohne Ordergebühr, und Sparpläne starten bereits ab 1 Euro
  • Bei der Wealth-Variante fallen bis zur Volljährigkeit keine Verwaltungsgebühren an, es fallen lediglich die Produktkosten der ETFs an

Zusammengefasst bedeutet das: keine Depotgebühr im Free-Modell, sehr günstige Sparpläne und je nach Tarif niedrige oder keine Orderkosten.

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Was hat es mit dem Taschengeld auf sich?

Scalable bewirbt eine Kostenerstattung unter dem Namen Taschengeld. Scalable erstattet für rund 200 ETFs die laufenden Produktkosten, das nennen sie Taschengeld.

Das Junior-Depot kombiniert kostenlose Sparpläne mit einer Kostenerstattung für 200 iShares-ETFs. Wer einen dieser ETFs bespart, profitiert also von erstatteten Produktkosten.

Dazu kommen Zinsen auf nicht investiertes Guthaben. Auf ungenutztes Guthaben auf dem Verrechnungskonto gibt es 2 Prozent Zinsen, Stand Januar 2026.

Welche Tarifmodelle gibt es bei Scalable Capital?

Scalable bietet das Kinderdepot in mehreren Varianten an, sodass Du zwischen Eigenregie und automatisierter Verwaltung wählen kannst. Eltern können zwischen dem eigenständigen Broker-Modell oder der automatisierten Vermögensverwaltung Wealth wählen.

Die Unterschiede in Kürze:

  • Das Free-Broker-Modell ohne monatliche Kosten, mit dem Du selbst Sparpläne und Käufe steuerst
  • Das Prime+-Modell mit monatlicher Flatrate von 4,99 Euro und zusätzlichen Vorteilen wie kostenlosen Trades ab einem bestimmten Volumen
  • Die Wealth-Variante als automatisierte Vermögensverwaltung ohne Verwaltungsgebühr bis zur Volljährigkeit

Welches Modell zu Dir passt, hängt davon ab, ob Du selbst entscheiden oder die Anlage automatisieren möchtest.

Wie ist das Depot rechtlich aufgebaut?

Das Scalable-Kinderdepot folgt den allgemeinen Regeln für Junior-Depots. Das Depot gehört rechtlich dem Kind, wird jedoch bis zur Volljährigkeit von den Eltern verwaltet. Danach geht die Verfügung automatisch über.

Bei Volljährigkeit des Kindes wird das Depot automatisch in ein reguläres Scalable Capital Depot umgewandelt. Das Kind erhält dann die volle Kontrolle über das Depot und kann selbstständig über die Anlagen entscheiden.

Ein Sonderfall betrifft Kunden in Österreich. Scalable Capital Kinderdepots sind aufgrund der Mündelgeld-Bestimmungen nicht in Österreich verfügbar, weil Kindervermögen dort mündelsicher angelegt werden muss, was die Anlage in Wertpapiere ausschließt. Deutsche Kunden sind von dieser Einschränkung nicht betroffen.

Welche Steuervorteile gelten?

Wie bei jedem Junior-Depot stehen dem Kind eigene Steuerfreibeträge zu, weil das Depot rechtlich ihm gehört.

Die relevanten Größen für 2026:

  • Der Grundfreibetrag liegt bei etwa 12.096 Euro
  • Dazu kommt der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro
  • Insgesamt können so über 13.132 Euro an Kapitalerträgen pro Jahr komplett steuerfrei bleiben, vorausgesetzt, das Kind hat kein anderes Einkommen

Um diese Vorteile voll zu nutzen, ist eine Formalität wichtig. Du solltest eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen und bei Scalable einreichen, damit Gewinne gar nicht erst automatisch versteuert werden.

Was musst Du bei der Familienversicherung beachten?

Wie bei allen Kinderdepots zählen die Kapitalerträge zum Einkommen des Kindes und können die kostenfreie Familienversicherung beeinflussen. Die Einkommensgrenze für die Familienversicherung liegt aktuell bei 565 Euro pro Monat, Stand 2026. Wird diese Grenze durch ein regelmäßiges Gesamteinkommen überschritten, kann die kostenfreie Familienversicherung entfallen.

In der Praxis ist das eher selten relevant. Wer überwiegend in thesaurierende ETFs investiert und keine regelmäßigen Ausschüttungen erhält, bleibt meist unter der Grenze.

Trotzdem solltest Du die Erträge im Blick behalten, vor allem bei größeren Depots oder stark ausschüttenden Anlagen.

Wie ordnet sich Scalable im Markt ein?

Scalable gehört 2026 zu den Neobrokern, die in den Kinderdepot-Markt eingestiegen sind. Trade Republic, Scalable Capital und Traders Place bieten vollwertige Junior-Depots an, und im Februar 2026 ist mit Raisin ein weiterer Anbieter dazugekommen.

Daneben stehen weiterhin die klassischen Anbieter. Es gibt zahlreiche Anbieter, die Kinderdepots zur Verfügung stellen, sowohl Neobroker wie Scalable Capital als auch klassische Banken wie die ING.

Auch die staatliche Förderung spielt eine Rolle. Ab Januar 2026 soll die Frühstart-Rente als staatliche Förderung eingeführt werden, bei der der Staat monatlich 10 Euro für schulpflichtige Kinder zwischen 6 und 18 Jahren bereitstellt. Wie genau das Scalable-Depot mit dieser Förderung zusammenspielt, hängt vom finalen Gesetz ab.

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Was solltest Du Dir merken?

Das Scalable-Kinderdepot ist ein voll verfügbares Junior-Depot mit den Konditionen des Erwachsenendepots: keine Depotgebühr im Free-Modell, kostenlose ETF-Sparpläne ab 1 Euro, eine Kostenerstattung für rund 200 ETFs und Zinsen auf das Verrechnungskonto. Rechtlich und steuerlich folgt es den allgemeinen Regeln für Kinderdepots.

Voraussetzung ist ein eigenes Eltern-Depot bei Scalable. Die Steuervorteile von über 13.000 Euro steuerfreien Kapitalerträgen pro Jahr nutzt Du nur mit Freistellungsauftrag und Nichtveranlagungsbescheinigung voll aus, und die Familienversicherungsgrenze behältst Du bei größeren Depots im Auge.

Ob Scalable für Dich die passende Wahl ist oder ein anderer Anbieter besser zu Deiner Situation passt, hängt von vielen Faktoren ab: Deinen Zielen, Deinem bestehenden Banking, der Frage nach automatisierter oder eigenständiger Verwaltung. Wenn Du das durchgehen willst, lass uns gemeinsam draufschauen und die beste Lösung für Dich und Dein Kind finden.

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Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.

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