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Wie hoch ist der Zuschuss für ein Kinderdepot?

Lasse Falke
Lasse Falke
Finanzexperte für Familien · Aktualisiert am 14. August 2026
Wie hoch ist der Zuschuss für ein Kinderdepot?

Der direkte staatliche Zuschuss für ein Kinder-Altersvorsorgedepot beträgt 10 Euro pro Monat, gezahlt vom 6. bis zum 18. Geburtstag, also insgesamt 1.440 Euro. Dieser Zuschuss kommt aus der neuen Frühstart-Rente. Für ein klassisches frei verfügbares Junior-Depot gibt es keinen direkten Zuschuss, dafür aber sehr starke steuerliche Vorteile.

Eltern fragen mich oft nach dem Zuschuss fürs Kinderdepot und sind dann überrascht, dass die Antwort zwei Ebenen hat. Es gibt den echten Geldzuschuss des Staates über die Frühstart-Rente, und es gibt die indirekte Förderung über Steuerfreibeträge im normalen Depot. Beide solltest Du kennen.

Welchen direkten Zuschuss zahlt der Staat zum Kinderdepot?

Der einzige direkte Geldzuschuss kommt aus der Frühstart-Rente und liegt bei 10 Euro pro Monat und Kind. Das ist die zentrale staatliche Zuschusskomponente für Kinderdepots im weiteren Sinne.

Die Eckdaten sehen so aus:

  • 10 Euro pro Monat und Kind als staatliche Prämie
  • Laufzeit vom 6. bis zum 18. Geburtstag, also 12 Jahre
  • Gesamtbetrag von 1.440 Euro reiner staatlicher Einzahlungen

Anspruchsberechtigt sind Kinder zwischen 6 und 18 Jahren, die eine Bildungseinrichtung in Deutschland besuchen. Der Start erfolgt jahrgangsweise ab 2026, beginnend mit den 6-Jährigen des Geburtsjahrgangs 2020. Weitere Jahrgänge folgen, ältere Kinder sollen ab 2029 nachträglich erfasst werden.

In welches Depot fließt dieser Zuschuss?

Der Zuschuss fließt nicht in ein frei verfügbares Junior-Depot, sondern in ein spezielles Altersvorsorgedepot. Das ist ein wichtiger Unterschied, den viele Eltern zunächst nicht auf dem Schirm haben.

Das Geld wird am Kapitalmarkt in breit gestreute Wertpapiere wie Fonds und ETFs investiert. Die konkrete Anlagearchitektur legt der Gesetzgeber fest. Der Zugriff ist voraussichtlich bis zum Renteneintritt gesperrt, die Auszahlung erfolgt erst zur Rente mit nachgelagerter Besteuerung.

Eltern, Großeltern und andere können dieses staatliche Depot mit eigenen Beiträgen aufstocken. Die Details zu Zulagen und Höchstbeträgen orientieren sich am neuen Altersvorsorgedepot.

Festhalten lässt sich also: Der Zuschuss von 10 Euro ist zweckgebunden für die Altersvorsorge und betrifft ein eigenes gefördertes Depot, nicht das frei verfügbare ETF-Kinderdepot.

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Wie stark wirkt der 10-Euro-Zuschuss wirklich?

Der Zuschuss klingt klein, entfaltet über die Jahrzehnte aber eine erstaunliche Wirkung. Aus den 1.440 Euro staatlicher Einzahlungen wird durch Rendite und Zinseszins deutlich mehr.

Bei einer angenommenen Rendite von 5 bis 7 Prozent pro Jahr ergeben sich diese Größenordnungen:

  • Bis zum 18. Geburtstag bei 5 Prozent Rendite sind es 3.466 €
  • Bis zum 18. Geburtstag bei 7 Prozent Rendite sind es 4.867 €

Die eigentliche Wucht entsteht, wenn das Kapital bis zum Rentenalter weiter investiert bleibt. Aus dem Startwert wird über 49 Jahre bei 5 Prozent Rendite 37.853 € , bei 7 Prozent sogar 95.419 €.

Wichtig bleibt die ehrliche Einordnung: Der Zuschuss allein reicht nicht für eine vollständige Altersvorsorge. Er ist ein sinnvoller Baustein, aber nur dann wirkungsvoll, wenn zusätzlich gespart wird.

Gibt es einen Zuschuss fürs klassische Junior-Depot?

Nein, für ein normales Junior-Depot zahlt der Staat keinen direkten Zuschuss. Es gibt also keine Prämie im Sinne früherer Modelle wie bei Riester. Die Förderung läuft hier komplett über die Steuer.

Diese Freibeträge stehen Deinem Kind zu:

  • Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei
  • Grundfreibetrag von 12.348 Euro im Jahr 2026
  • In Summe rund 13.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei, sofern das Kind keine anderen nennenswerten Einkünfte hat

Voraussetzung ist, dass Du einen Freistellungsauftrag und bei höheren Erträgen eine Nichtveranlagungsbescheinigung nutzt. Ein normales ETF-Kinderdepot mit 50 bis 200 Euro monatlich über 18 Jahre bleibt mit seinen Dividenden und Gewinnen praktisch immer unter diesen Grenzen.

Das Ergebnis ist faktisch steuerfreies Wachstum. Diese Begünstigung wirkt wie ein Zuschuss durch Steuerverzicht, ist aber kein echter Geldfluss vom Staat.

Worin unterscheiden sich die beiden Förderwege?

Die beiden Wege folgen einer völlig unterschiedlichen Logik. Der eine bringt direktes Geld bei strenger Bindung, der andere Steuervorteile bei voller Flexibilität.

Das klassische Junior-Depot bietet keinen direkten Zuschuss, dafür die steuerliche Förderung über Freibeträge. Das Geld ist bis zum 18. Geburtstag gebunden und danach frei verfügbar für Ausbildung, Wohnung oder Startkapital.

Die Frühstart-Rente bietet den direkten Zuschuss von 10 Euro monatlich, also 1.440 Euro gesamt. Dafür ist das Geld zweckgebunden für die Altersvorsorge und voraussichtlich erst zur Rente entnehmbar. Die Erträge bleiben bis zur Rente steuerfrei, danach greift die nachgelagerte Besteuerung.

Wer also nach dem Zuschuss fürs Kinderdepot fragt, meint faktisch beides: den 10-Euro-Zuschuss aus der Frühstart-Rente plus die steuerliche Förderung eines normalen Junior-Depots.

Welche Punkte sind beim Zuschuss noch offen?

Stand Ende Mai 2026 ist die Frühstart-Rente politisch beschlossen, aber nicht in allen Details geregelt. Das solltest Du wissen, bevor Du Dich allein auf den Zuschuss verlässt.

Diese Punkte stehen noch nicht endgültig fest:

  • Die konkreten Anlageregeln und Auszahlungsmodalitäten
  • Die genauen Kombinationsmöglichkeiten mit dem neuen Altersvorsorgedepot
  • Der reale Umsetzungszeitpunkt, der sich trotz rückwirkender Zahlung ab 1. Januar 2026 in der Praxis ins Jahr 2026 oder 2027 ziehen kann

Auch Änderungen bei der Förderhöhe oder der Jahrgangslogik bleiben im parlamentarischen Verfahren möglich. Du kannst das Thema also als beschlossene Eckpunkte mit noch ausstehenden Detailregeln einordnen.

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Was bedeutet das für Deine Planung?

Nach heutigem Stand beträgt der direkte staatliche Zuschuss 10 Euro pro Monat von 6 bis 18 Jahren, insgesamt 1.440 Euro, zweckgebunden für die Frühstart-Rente. Diesen Zuschuss nimmst Du mit, sobald er praktisch verfügbar ist, weil er ohne eigenen Aufwand ein Altersvorsorgepolster aufbaut.

Das normale Junior-Depot bekommt keinen direkten Zuschuss, profitiert aber von den hohen Kinderfreibeträgen, durch die Kapitalerträge praktisch steuerfrei wachsen. Diese indirekte Förderung ist für den flexiblen Vermögensaufbau bis 18 oft wertvoller als der kleine direkte Zuschuss.

Am sinnvollsten ist die Kombination aus beidem. Du baust zuerst ein solides ETF-Kinderdepot für den flexiblen Vermögensaufbau auf und nimmst die 10 Euro der Frühstart-Rente für die Altersvorsorge mit, sobald sie startet. Wenn Du wissen willst, wie sich beide Bausteine für Dein Kind optimal ergänzen und welche Sparrate dazu passt, schauen wir das gemeinsam durch.

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Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.

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