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Kinderdepot fürs Patenkind: Welche Möglichkeiten hast Du als Pate?

Lasse Falke
Lasse Falke
Finanzexperte für Familien · Aktualisiert am 14. August 2026
Kinderdepot fürs Patenkind: Welche Möglichkeiten hast Du als Pate?

Ein Kinderdepot fürs Patenkind ist rechtlich und steuerlich gut machbar, aber immer nur in enger Zusammenarbeit mit den Eltern oder über ein eigenes Depot auf Deinen Namen, das Du später verschenkst. Als Pate kannst Du ein Junior-Depot nicht allein eröffnen, weil das Recht dazu nur den Eltern zusteht.

Viele Paten kommen mit der schönen Idee zu mir, ihrem Patenkind etwas fürs Leben aufzubauen. Die gute Nachricht: Das geht hervorragend. Du musst nur den richtigen von zwei Wegen wählen, und die unterscheiden sich deutlich in Kontrolle und Steuervorteil.

Darfst Du als Pate überhaupt ein Kinderdepot eröffnen?

Nein, ein Kinderdepot eröffnen dürfen rechtlich nur die sorgeberechtigten Eltern oder ein Vormund. Ein Junior-Depot läuft zwar auf den Namen des Kindes, aber den Eröffnungsantrag müssen die Erziehungsberechtigten unterschreiben.

Als Pate hast Du keine rechtliche Befugnis, eigenständig ein Kinderdepot zu eröffnen. In Deutschland kannst Du grundsätzlich kein Depot auf den Namen eines fremden Kindes eröffnen, wenn Du nicht sorgeberechtigt bist. Auch beim Patenkind gilt das.

Damit steht die erste klare Botschaft fest: Pate und Kinderdepot funktionieren immer nur mit den Eltern, nie statt der Eltern. Ohne deren Unterschrift geht nichts.

Welche zwei Wege stehen Dir offen?

Aus der Praxis kristallisieren sich zwei Standardwege heraus, die sich grundlegend unterscheiden. Der eine maximiert den Steuervorteil fürs Kind, der andere Deine Kontrolle.

  • Weg 1: Die Eltern eröffnen ein Junior-Depot auf den Namen des Kindes, und Du zahlst als Pate auf das Verrechnungskonto ein
  • Weg 2: Du eröffnest ein eigenes Depot auf Deinen Namen und überträgst das Geld später per Schenkung ans Patenkind

Welcher Weg für Dich passt, hängt davon ab, was Dir wichtiger ist. Maximaler Steuervorteil für das Kind oder maximale Kontrolle für Dich. Beide Wege schauen wir uns genauer an.

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Wie funktioniert das Junior-Depot mit Deiner Einzahlung?

Beim ersten Weg eröffnen die Eltern das Kinderdepot auf den Namen des Kindes, und Du überweist regelmäßig oder einmalig Geld auf das zugehörige Verrechnungskonto. Jede Deiner Einzahlungen ist rechtlich eine Schenkung an das Kind.

Das Vermögen gehört dann ausschließlich dem Kind, die Eltern verwalten es treuhänderisch bis zum 18. Geburtstag. Du als Pate hast kein Zugriffsrecht auf das Depot, nur die gesetzlichen Vertreter können darüber verfügen.

Die Vorteile dieses Wegs:

  • Maximaler steuerlicher Hebel durch die Kinderfreibeträge von zusammen über 13.000 Euro pro Jahr
  • Früher Vermögensaufbau auf den Namen des Kindes
  • Gläubiger der Eltern können auf das Geld nicht zugreifen

Die Nachteile solltest Du genauso kennen:

  • Du hast keinerlei Kontrolle über Entnahmen
  • Die Eltern könnten das Geld theoretisch zweckentfremden, was zwar unzulässig ist, aber praktisch schwer zu verhindern
  • Mit 18 verfügt das Patenkind frei über das Geld, auch wenn Du es für Studium oder Wohnen gedacht hast

Wie funktioniert das eigene Depot mit späterer Schenkung?

Beim zweiten Weg eröffnest Du ein eigenes Depot auf Deinen Namen und investierst monatlich fürs Patenkind, etwa über einen ETF-Sparplan. Das Vermögen gehört zunächst Dir, und Du behältst die volle Kontrolle über Anlage, Umschichtungen und Entnahmen.

Die Übergabe ans Patenkind ist dann ein separater Vorgang. Du kannst entweder zum 18. Geburtstag alles auf einmal schenken oder sukzessive Teilbeträge übertragen, etwa für den Führerschein oder das Studium.

Die Vorteile dieses Wegs:

  • Maximale Kontrolle über Anlage, Höhe und Zeitpunkt der Übergabe
  • Schutz gegen Missbrauch durch die Eltern, weil Du allein entscheidest
  • Du bestimmst, ob das Kind mit 18 schon Zugriff bekommt oder erst später

Die Nachteile liegen vor allem in der Steuer:

  • Die Kapitalerträge laufen zunächst über Deine eigenen Freibeträge, nicht über die hohen Kinderfreibeträge
  • Das Vermögen ist Teil Deiner Vermögensmasse und bei Insolvenz potenziell pfändbar, bis Du es verschenkst

Ein wichtiger Punkt zur Steuer: Beim Übertrag von Wertpapieren übernimmt das Kind Deinen ursprünglichen Anschaffungskurs. Spätere Kursgewinne ab der Schenkung kann das Kind dann über seine eigenen Freibeträge nutzen.

Welche Schenkungsfreibeträge gelten für Paten?

Als Pate bist Du in der Regel nicht mit dem Kind verwandt und fällst steuerlich in die Steuerklasse III. Dein Schenkungsfreibetrag liegt damit bei 20.000 Euro alle zehn Jahre.

Bei typischen Sparbeträgen bleibst Du weit darunter. Wer 50 bis 100 Euro monatlich einzahlt, kommt über 18 Jahre auf Beträge, die den Freibetrag nicht ausschöpfen. Erst bei sehr großen Einmalschenkungen wird die Grenze relevant.

Anders sieht es aus, wenn Du gleichzeitig Onkel oder Tante des Kindes bist. Dann gelten je nach Verwandtschaftsgrad andere Freibeträge. Bei normalen Sparraten ist die Schenkungssteuer aber in fast allen Fällen kein Thema.

Wie setzt Du das mit den Eltern praktisch um?

Zuerst klärst Du die Rollen und Zugriffsrechte. Nur die Eltern dürfen das Kinderdepot eröffnen und haben Zugriff. Du als Pate kannst einen Dauerauftrag auf das Verrechnungskonto einrichten oder einmalige Schenkungen zu Geburtstag oder Kommunion leisten.

Ein Recht auf Einsicht oder Weisung hast Du nicht. Ob die Eltern Dir Einblick gewähren, ist eine private Vereinbarung und rechtlich heikel, weil die Eltern Treuhänder für das Kind sind.

Bei größeren Beträgen empfehle ich einen einfachen Schenkungsvertrag. Darin hältst Du fest, dass es sich um Schenkungen an das Kind handelt, und kannst optional eine moralische Zweckbindung wie Studium oder Ausbildung ergänzen. Rechtlich einklagbar ist diese Bindung nicht, kommunikativ aber wertvoll.

Wie sehen konkrete Setups in Zahlen aus?

Ein Rechenbeispiel macht beide Wege greifbar. Die Parameter sind jeweils 18 Jahre Laufzeit und 6 Prozent Rendite pro Jahr.

Setup A kombiniert Eltern-Depot und Paten-Sparrate. Die Eltern legen 50 Euro monatlich an, Du als Pate steuerst per Dauerauftrag 50 Euro monatlich bei. Bei einer Gesamtsparrate von 100 Euro entsteht über 18 Jahre ein Endvermögen von etwa 38.200 Euro. Dein Anteil von 50 Euro monatlich macht davon rund 19.100 Euro aus, faktisch Deine Schenkung ans Kind.

Setup B nutzt Dein eigenes Paten-Depot. Du legst 50 Euro monatlich in einen globalen ETF an und kommst nach 18 Jahren ebenfalls auf etwa 19.100 Euro. Mit 18 überträgst Du das Geld als Schenkung, wobei der Freibetrag von 20.000 Euro je zehn Jahre locker reicht.

Wie passt die Frühstart-Rente ins Bild?

Mit Einführung der Frühstart-Rente, bei der der Staat 10 Euro monatlich für 6- bis 18-Jährige zahlt, entsteht für Dich eine zusätzliche Option. Allerdings betrifft sie eher die Eltern als Dich als Paten.

Die Frühstart-Rente fließt in ein Altersvorsorgedepot und ist für die Rente bestimmt. Du könntest theoretisch zusätzlich einzahlen, aber das müsste über die Eltern geregelt werden, weil es Strukturen des Kindes betrifft.

Für Dich als Pate ist eine klare Trennung sinnvoll. Dein Beitrag fokussiert sich auf die flexiblen Ziele bis 18 oder 25, also Ausbildung und Wohnung, über das Kinderdepot oder Dein eigenes Paten-Depot. Die Altersvorsorge über die Frühstart-Rente bleibt eher Sache der Eltern.

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Welcher Weg passt zu Dir als Pate?

Die Entscheidung läuft am Ende auf eine einzige Frage hinaus: Vertraust Du darauf, dass das Geld richtig eingesetzt wird, oder willst Du selbst die Kontrolle behalten?

Wenn Dir der maximale Steuervorteil fürs Kind wichtig ist und Du ein gutes Verhältnis zu den Eltern hast, zahlst Du ins Junior-Depot ein. Die Kinderfreibeträge holen das Meiste raus, und der Vermögensaufbau läuft von Anfang an auf den Namen des Kindes.

Wenn Du selbst bestimmen willst, wann und wie Dein Patenkind das Geld bekommt, führst Du ein eigenes Depot und schenkst später. Dieser Weg ist steuerlich etwas weniger effizient, dafür aber oft praxisnäher und sicherer vor Fehlverwendung.

In beiden Fällen gehören Schenkungsfreibeträge, Kinderfreibeträge und mögliche Folgen fürs BAföG in die Planung, gerade bei größeren Summen. Wenn Du wissen willst, welcher Weg für Dich und Dein Patenkind am besten passt, schauen wir das gemeinsam an und bauen ein Setup, das zu Deinen Zielen passt.

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Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.

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