Ein Kinderdepot bei Scalable Capital klingt erst mal richtig gut: ein eigenes Depot fürs Kind, ein charmantes Taschengeld-Feature und die vertraute App, die viele Eltern ohnehin schon nutzen. Bevor du dich entscheidest, lohnt sich aber ein ehrlicher Blick auf die Stellen, an denen es hakt. Ein paar Nachteile gibt es, und die solltest du kennen, damit ihr am Ende die Wahl trefft, die wirklich zu eurer Familie passt.
Was sind die größten Nachteile des Scalable Kinderdepots?
Die größten Schwachstellen drehen sich um vier Punkte: Die Eröffnung ist an eigene Elternkonten geknüpft, das Taschengeld-Feature erlässt weniger, als viele denken, das Wealth-Modell schränkt deine Auswahl ein, und Support gibt es nur digital. Keiner davon ist ein Grund zur Sorge, aber jeder verdient einen ehrlichen Blick.
Beide Elternteile brauchen ein eigenes Scalable-Konto
Wenn ihr das gemeinsame Sorgerecht habt, müssen alle Sorgeberechtigten ein eigenes Scalable-Konto besitzen, bevor ihr überhaupt ein Kinderdepot eröffnen könnt. Das ist keine Kleinigkeit, sondern eine echte Hürde, besonders wenn ein Elternteil bisher nichts mit Scalable zu tun hatte.
Ein Elternteil startet den Eröffnungsprozess, der zweite bestätigt seine Zustimmung digital über die App oder das Web. Das funktioniert, kostet aber etwas Zeit und Nerven, weil sich beide erst registrieren und identifizieren müssen. Wer schnell loslegen möchte, empfindet das oft als lästig.
Taschengeld-Feature erlässt nur die Verwaltungsgebühr
Das Taschengeld-Feature klingt großzügiger, als es tatsächlich ist. Scalable setzt beim Wealth-Kinderdepot die reguläre Verwaltungsgebühr bis zum 18. Geburtstag deines Kindes auf 0 Prozent. Das ist die Management-Fee der digitalen Vermögensverwaltung, also die Gebühr, die Scalable selbst nimmt.
Was dabei bestehen bleibt, sind die laufenden Fondskosten der ETFs, die sogenannte TER (Total Expense Ratio). Diese Kosten stecken direkt in den Fonds und werden von Scalable nicht erstattet. Du sparst also die eine Gebühr, zahlst aber die andere weiter. Genau hier setzt später der Vergleich mit Trade Republic an, das an diesem Punkt einen Schritt weiter geht.
Wealth-Modell ohne frei wählbare Aktien oder ETFs
Entscheidest du dich für das Wealth-Modell, gibst du die Kontrolle über die Auswahl ab. Scalable investiert nach einer eigenen, vordefinierten Portfoliostruktur aus ETFs. Einzelaktien oder selbst ausgesuchte ETFs kannst du dort nicht hinzufügen.
Für Eltern, die bewusst bestimmte Fonds besparen oder gezielt einzelne Aktien fürs Kind kaufen möchten, ist das eine spürbare Einschränkung. Wer diese Freiheit will, ist im Broker-Modell besser aufgehoben, dazu gleich mehr.
Nur App und online, kein Filial-Support
Scalable ist ein reiner Online-Anbieter. Es gibt kein Filialnetz, keine Ansprechperson vor Ort, mit der du dich an einen Tisch setzen kannst. Alles läuft über die App und das Online-Banking. Dazu kommt die Beschränkung auf bestimmte Handelsplätze, während klassische Vollbanken eine breitere Auswahl an Börsenplätzen bieten.
Für digital affine Eltern ist das kein Problem. Wer aber persönliche Beratung vor Ort schätzt, wird sie hier vermissen.
Wie unterscheidet sich das Kinderdepot bei Scalable von Trade Republic?
Der zentrale Unterschied liegt in der Frage, welche Kosten jeweils wegfallen. Scalable erlässt mit dem Taschengeld-Feature die eigene Verwaltungsgebühr, Trade Republic erstattet mit dem Kindergeld-Feature die laufenden Fondskosten ausgewählter ETFs. Das klingt ähnlich, wirkt aber unterschiedlich auf deinen Geldbeutel.
Was ist beim Kindergeld- und Taschengeld-Feature jeweils kostenlos?
Beim Kindergeld-Feature von Trade Republic werden die laufenden Fondskosten bestimmter Vanguard-ETFs monatlich direkt in dein ETF zurück reinvestiert, solange das Kind minderjährig ist. Die Sparpläne auf ETFs werden ohnehin kostenlos ausgeführt. Zu den teilnehmenden Fonds gehören unter anderem diese drei.
- Vanguard FTSE All-World (IE00BK5BQT80)
- Vanguard ESG Global All Cap (IE00BNG8L278)
- Vanguard LifeStrategy 80% Equity (IE00BMVB5R75)
Bei langfristigem Sparen in genau diese ETFs kann das Kindergeld-Feature kostenseitig sehr attraktiv sein, weil die Fondskosten wieder ins Depot des Kindes wandern. Die genaue Liste solltest du jeweils direkt bei Trade Republic prüfen, weil sie sich ändern kann.
Orderkosten, Sparpläne und Voraussetzungen im Vergleich
Bei beiden Anbietern sind ETF-Sparpläne kostenlos, der Unterschied steckt in den Einzelorders. Bei Trade Republic fällt eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro pro Transaktion an. Bei Scalable hängen die Orderkosten vom gewählten Kontomodell ab, etwa Free Broker oder Prime Broker.
Auch bei den Voraussetzungen gibt es Parallelen: Bei beiden brauchen beide Elternteile ein eigenes Konto, sofern kein alleiniges Sorgerecht besteht. Trade Republic verlangt die Geburtsurkunde des Kindes und die Zustimmung des zweiten Elternteils, und das Depot lässt sich dort bis zu einem Alter des Kindes von 17,5 Jahren eröffnen. Schauen wir uns die wichtigsten Unterschiede noch einmal im direkten Vergleich an.
| Scalable Kinderdepot | Trade Republic Kinderdepot | |
|---|---|---|
| Vergünstigung | 0 % Verwaltungsgebühr (Wealth) bis 18 | Erstattung der Fondskosten ausgewählter Vanguard-ETFs |
| Fondskosten (TER) | bleiben bestehen | werden bei ausgewählten ETFs zurück reinvestiert |
| Sparpläne | viele ETFs kostenlos | ETF- und Aktiensparpläne kostenlos |
| Einzelorder | modellabhängig | 1 € Fremdkostenpauschale |
| Voraussetzung | alle Sorgeberechtigten mit Scalable-Konto | beide Erziehungsberechtigten mit TR-Konto |
Viele Vergleichsseiten sehen das Kindergeld-Feature von Trade Republic kostenseitig als besonders stark, gerade beim langfristigen Vanguard-ETF-Sparen. Scalable punktet dafür im Broker-Modell mit der vollen Wertpapierauswahl. Welcher Weg besser passt, hängt davon ab, wie du anlegen möchtest. Wenn du dir da unsicher bist, meld dich gerne bei mir, dann schauen wir gemeinsam, was für euch am meisten Sinn ergibt.
Welche steuerlichen Nachteile gibt es beim Kinderdepot?
Ein Kinderdepot bringt steuerlich einige schöne Vorteile mit sich, aber es gibt auch Stolpersteine, die du kennen solltest. Sie hängen alle damit zusammen, dass das Depot rechtlich dem Kind gehört und nicht dir. Genau das ist Segen und Herausforderung zugleich.
BAföG-Falle: angespartes Geld kann den Förderanspruch mindern
Weil das Vermögen im Kinderdepot dem Kind gehört, zählt es später als dessen eigenes Vermögen. Wenn dein Kind studiert und BAföG beantragt, kann eine größere angesparte Summe den Förderanspruch mindern oder ganz kippen. Die konkreten aktuellen Freibeträge ändern sich immer wieder und solltest du im Zweifel gezielt nachschlagen. Wichtig ist erst mal das Bewusstsein dafür, dass ein prall gefülltes Kinderdepot beim BAföG eine Rolle spielen kann.
Familienversicherung: ab wann Kapitalerträge problematisch werden
Solange dein Kind über dich in der gesetzlichen Familienversicherung mitversichert ist, gibt es eine Einkommensgrenze. Erzielt das Kind über sein Depot zu hohe Kapitalerträge, kann die beitragsfreie Mitversicherung gefährdet sein. Die genauen aktuellen Grenzwerte solltest du bei Bedarf gezielt prüfen, weil sie regelmäßig angepasst werden. Bei den üblichen Sparraten für ein Kind ist das meist kein Thema, bei sehr großen Depots aber schon.
Mit 18 gehört das Depot vollständig dem Kind
Das Depot gehört rechtlich von Anfang an dem Kind, ihr verwaltet es nur als Sorgeberechtigte. Scalable formuliert das ganz klar: Das Kind besitzt das Depot und kann deshalb auch vom Freistellungsauftrag Gebrauch machen.
Mit dem 18. Geburtstag darf dein Kind voll über das angesparte Vermögen verfügen. Ob das Geld dann ins Studium fließt oder in etwas, das du dir anders gewünscht hättest, liegt dann allein in seiner Hand. Für viele Familien ist das kein Problem, aber du solltest es von Anfang an einkalkulieren.
Für wen lohnt sich das Scalable Kinderdepot trotzdem?
Trotz der Nachteile ist das Scalable Kinderdepot für viele Familien eine sehr gute Wahl, vor allem wenn du Wert auf Freiheit bei der Auswahl legst und die steuerlichen Möglichkeiten geschickt nutzt. Entscheidend ist, welches Modell zu euch passt.
Broker-Modell mit voller ETF- und Aktienauswahl
Im Broker-Modell kannst du für dein Kind grundsätzlich alle freigegebenen Produkte handeln, also ETFs, Aktien und ETCs. Damit hast du die volle Freiheit, das Depot genau so aufzubauen, wie du es dir vorstellst. Viele ETFs lassen sich per Sparplan kostenlos besparen, während bei Einzelkäufen die modellabhängigen Orderkosten anfallen.
Steuervorteile mit Freistellungsauftrag und NV-Bescheinigung nutzen
Genau hier wird das Kinderdepot richtig stark. Dein Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro, den du direkt in der Scalable-App über einen Freistellungsauftrag aktivierst. In der App findest du das unter Profil und Freistellungsauftrag, im Web unter Profil, Steuern und Freistellungsauftrag.
Noch mehr Spielraum bringt die Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung). Kombinierst du den Grundfreibetrag mit dem Sparer-Pauschbetrag, kann dein Kind laut Scalable ein steuerfreies Einkommen von bis zu rund 13.384 Euro erreichen. Reichst du die NV-Bescheinigung ein, werden generell keine Steuern abgeführt. Schauen wir uns die nötigen Schritte dafür an.
- Freistellungsauftrag über 1.000 Euro direkt in der Scalable-App einrichten
- NV-Bescheinigung beim Finanzamt beantragen
- Bescheinigung per Kopie an die Scalable Capital Bank GmbH senden oder nach Kontakt mit dem Support hochladen
Das klingt nach viel Bürokratie, ist aber gut machbar und lohnt sich richtig. Wenn du dabei Unterstützung möchtest, meld dich gerne bei mir. Wir gehen das gemeinsam durch, meistens ist es einfacher, als es auf den ersten Blick scheint.
Wann macht das Wealth-Modell mit 0 % Verwaltungsgebühr Sinn?
Das Wealth-Modell mit dem Taschengeld-Feature passt besonders gut, wenn du dich nicht selbst um die Auswahl kümmern möchtest. Scalable legt das Vermögen nach seiner Strategie in ETFs an, und die Verwaltungsgebühr entfällt bis zum 18. Geburtstag komplett. Wer dagegen selbst gestalten und einzelne Werte wählen möchte, fährt mit dem Broker-Modell besser. Beide Wege können richtig sein, es kommt nur darauf an, was zu euch und eurem Alltag passt.
Wenn du beim Vermögensaufbau für dein Kind Hilfe möchtest, kannst du dich jederzeit für eine kostenlose und unverbindliche Beratung bei mir melden. Das kostet dich nichts, und viele Eltern gehen danach mit einem richtig guten Gefühl in dieses neue Kapitel.
Häufige Fragen
Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.






