Ein Brief von der Familienkasse mit dem Wort „Erstattung“ im Betreff lässt vielen Eltern erstmal das Herz in die Hose rutschen. Kindergeld zurückzahlen? Das klingt nach Ärger, nach einem Fehler, den man vielleicht selbst gemacht hat. In den allermeisten Fällen ist es aber weniger dramatisch, als es sich anfühlt, und vor allem ist es klar geregelt. Sobald für einen bestimmten Zeitraum kein Anspruch mehr auf Kindergeld bestand, das Geld aber trotzdem geflossen ist, will die Familienkasse den zu viel gezahlten Betrag zurück. Ganz nüchtern, ganz sachlich.
Wann musst du Kindergeld zurückzahlen?
Kindergeld musst du immer dann zurückzahlen, wenn eine Anspruchsvoraussetzung weggefallen ist, das Geld aber weiter überwiesen wurde. Die Familienkasse zahlt regelmäßig aus, ohne jeden Monat neu zu prüfen. Ändert sich also etwas an den Voraussetzungen und das Geld fließt trotzdem weiter, entsteht eine Überzahlung, und die will die Familienkasse zurück.
Diese Rückzahlungspflicht besteht unabhängig davon, ob dich ein Verschulden trifft. Auch wenn du nichts falsch gemacht hast und die Überzahlung schlicht durch einen zeitlichen Ablauf entstanden ist, muss das zu viel erhaltene Kindergeld zurück. Das klingt streng, ist aber am Ende eine saubere Verrechnung, kein Vorwurf.
Häufige Gründe für eine Rückforderung
So läuft eine typische Rückforderung ab:
- Eine Anspruchsvoraussetzung fällt weg, die Zahlung läuft aber zunächst weiter.
- Für diesen Zeitraum entsteht eine Überzahlung.
- Die Familienkasse fordert das zu viel gezahlte Kindergeld zurück, unabhängig vom Verschulden.
Übrigens gilt das Gleiche für den Kinderzuschlag. Auch zu viel erhaltener Kinderzuschlag wird nach denselben Grundsätzen zurückgefordert. Wenn du dir gerade unsicher bist, welche staatliche Förderung dir für dein Kind überhaupt zusteht, meld dich einfach bei mir, dann schauen wir das gemeinsam in Ruhe durch.
Was steckt hinter dem Aufhebungs- und Erstattungsbescheid?
Der fachliche Name für den Brief, den du bekommst, lautet Aufhebungs- und Erstattungsbescheid. Ein sperriges Wort, aber dahinter stecken eigentlich zwei einfache Schritte. Der Aufhebungsteil hebt den früheren Bescheid auf, mit dem dir das Kindergeld ursprünglich bewilligt wurde. Der Erstattungsteil ordnet dann die Rückzahlung der zu Unrecht erhaltenen Leistung an. Erst wird die Grundlage für die Zahlung rückwirkend beseitigt, dann folgt die Aufforderung, das ohne diese Grundlage geflossene Geld zurückzuzahlen. Beides passiert in einem gemeinsamen Bescheid, deshalb der Doppelbegriff.
Grund, Betrag und Frist im Bescheid
Der Aufhebungs- und Erstattungsbescheid nennt dir alles, was du zum Handeln brauchst:
- Grund der Rückforderung, also warum überhaupt zurückgezahlt werden soll.
- Höhe des zurückzuzahlenden Betrags.
- Frist, bis wann das Geld bei der Familienkasse sein muss.
Lies den Bescheid deshalb in Ruhe komplett durch. Am Ende findest du außerdem die Rechtsbehelfsbelehrung, die dich über deine Rechte informiert und dir erklärt, dass ein Einspruch innerhalb eines Monats möglich ist.
Wer ist zur Rückzahlung des Kindergeldes verpflichtet?
Zur Rückzahlung verpflichtet ist der Antragsteller und Berechtigte, also die Person, die das Kindergeld beantragt hat und für die es festgesetzt wurde. Die Zahlungspflicht bleibt bei dieser Person, ganz gleich, wohin das Geld am Ende überwiesen wurde.
Wie läuft die Rückzahlung ab?
Die Rückzahlung selbst läuft über den Inkasso-Service der Bundesagentur für Arbeit. Dorthin verweist die Familienkasse für die Erstattung zu viel erhaltenen Kindergeldes. Die konkreten Zahlungsdaten entnimmst du deinem individuellen Bescheid, denn eine allgemeine Bankverbindung, die für alle gilt, gibt es hier nicht. Halte dich dabei unbedingt an die im Bescheid genannte Frist. Auch wenn dir der Betrag ungerecht vorkommt oder du ihn anfechten möchtest, ist das Datum verbindlich.
Warum darfst du trotz Einspruch nicht warten?
Ein Einspruch schiebt die Rückzahlungspflicht nicht auf. Der Rückforderungsbetrag ist grundsätzlich trotz laufenden Einspruchsverfahrens zunächst zu überweisen. Ich weiß, das fühlt sich zunächst unfair an, gerade wenn du überzeugt bist, im Recht zu sein. Aber es ist tatsächlich schlauer, erst zu zahlen und parallel den Einspruch zu verfolgen, als die Frist verstreichen zu lassen.
Was passiert bei erfolgreichem Einspruch?
Wenn dein Einspruch Erfolg hat, bekommst du das Kindergeld wieder ausgezahlt. Du gehst also nicht leer aus, wenn sich herausstellt, dass die Rückforderung nicht berechtigt war. Deine Zahlung war dann sozusagen nur eine Zwischenstation, und das Geld kommt zu dir zurück.
Wie kannst du Einspruch gegen den Bescheid einlegen?
Einspruch legst du innerhalb eines Monats ab dem Bescheid ein. Diese Frist steht in der Rechtsbehelfsbelehrung am Ende deines Schreibens und ist verbindlich. Wenn du also den Eindruck hast, dass die Rückforderung nicht stimmt, werde zügig aktiv. Du kannst dir aussuchen, wie du deinen Einspruch erklärst:
- Online über die Angebote der Familienkasse.
- Per Post an den Absender, der auf dem Bescheid steht.
- Persönlich bei der Familienkasse.
So oder so gilt: Ein Einspruch allein hebt die Zahlungspflicht nicht auf. Du kämpfst mit dem Einspruch um dein Recht, überweist aber parallel trotzdem fristgerecht. Wenn dir das alles unübersichtlich vorkommt, ist das völlig normal, und du musst da nicht allein durch. Melde dich gern bei mir für eine kostenlose, unverbindliche Beratung, dann sortieren wir das gemeinsam.
Sind Eltern verpflichtet, das Kindergeld an das Kind auszuzahlen?
Den Anspruch auf Kindergeld hat der Antragsteller und Berechtigte, und genau diese Person ist es auch, die im Fall einer Überzahlung zur Rückzahlung verpflichtet ist. Anspruch und Rückzahlungspflicht liegen also bei derselben Person, klar getrennt von der Frage, auf welchem Konto das Geld landet.
Anderes Konto ändert nichts an der Pflicht
Manche Eltern lassen das Kindergeld direkt auf das Konto des Kindes überweisen, etwa weil das Kind schon älter ist oder in Ausbildung steckt. Das ist völlig in Ordnung und ändert an der Rückzahlungspflicht aber nichts. Die Zahlungspflicht entfällt nicht dadurch, dass das Kindergeld auf Wunsch des Berechtigten an ein anderes Konto überwiesen wurde. Das lohnt sich im Hinterkopf zu behalten, wenn du die Auszahlung mal umleitest. Und falls du gerade überlegst, wie du das an dein Kind ausgezahlte Geld sinnvoll für seine Zukunft anlegst, statt es einfach auf dem Konto liegen zu lassen, komm gern auf mich zu. Genau dafür bin ich da, und der erste Austausch kostet dich nichts.
Häufige Fragen
Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.






