Ein neues Baby, ein völlig neues Kapitel und mittendrin die Frage, wie ihr eure Zeit zu zweit und euer Familienbudget in den ersten Monaten organisiert. Genau da setzt das Elterngeld an, und ausgerechnet dieses wichtige Instrument soll sich ab Ende 2027 spürbar verändern. Wenn du gerade planst oder einen Kinderwunsch hast, lohnt es sich, jetzt genau hinzuschauen, damit du weißt, was auf dich zukommt.
Was ändert sich beim Elterngeld ab 2027?
Der spürbarste Punkt: Paare bekommen künftig nur noch zwölf statt bisher 14 Monate Basiselterngeld. Das ist der Kern eines Gesetzentwurfs von Familienministerin Karin Prien, mit dem das Elterngeld grundlegend umgebaut werden soll. Neben der kürzeren Bezugsdauer werden die Monate zwischen Mutter und Vater neu verteilt, der Partnerschaftsbonus fällt weg, und im Gegenzug steigen Mindest- und Höchstbetrag leicht.
Ganz wichtig für dich: Diese Reform ist noch nicht beschlossen. Sie steckt aktuell als Gesetzentwurf im parlamentarischen Verfahren, wird in den Ausschüssen beraten und muss erst noch durch Bundestag und Bundesrat. Bis zur endgültigen Verkündung gilt alles, was hier neu ist, ausdrücklich als geplant und nicht als geltendes Recht.
Und noch ein beruhigender Gedanke gleich vorweg: Die neuen Regeln sollen für Kinder gelten, die ab November 2027 geboren werden. Kommt dein Kind vorher zur Welt, bleibt für dich alles beim Alten, also 14 Monate Basiselterngeld, Partnerschaftsbonus und die bisherigen Beträge. Du hast also Zeit, in Ruhe zu planen.
Wie sieht das Elterngeld aktuell aus?
Bevor wir uns die Reform genauer ansehen, lohnt ein kurzer Blick auf das, was heute gilt. Denn nur so erkennst du, was sich wirklich verschiebt. Das Elterngeld ist eine Einkommensersatzleistung: Es gleicht einen Teil des Gehalts aus, das wegfällt, wenn du nach der Geburt weniger oder gar nicht arbeitest.
Beim Basiselterngeld können Paare aktuell gemeinsam bis zu 14 Monate beziehen, sofern beide jeweils mindestens zwei Monate übernehmen. Ein Elternteil allein kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate nehmen. Die Höhe liegt je nach Einkommen zwischen 300 und 1.800 Euro im Monat und ersetzt in der Regel rund 65 Prozent deines wegfallenden Nettoeinkommens. Wie sich das konkret auswirkt, zeigt etwa das Elterngeld bei 2.500 Euro netto oder das Elterngeld bei 3.000 Euro netto.
ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus als Verlängerung
Zusätzlich gibt es das ElterngeldPlus, mit dem du die Bezugsdauer strecken kannst. Aus einem Monat Basiselterngeld werden zwei Monate ElterngeldPlus, dafür bekommst du pro Monat nur die Hälfte. So kann ein Paar die staatliche Unterstützung auf bis zu 24 Monate verlängern, was besonders praktisch ist, wenn du früh in Teilzeit zurückkehren willst.
Wer als Paar zusätzlich gemeinsam in Teilzeit arbeitet, kann über den Partnerschaftsbonus weitere ElterngeldPlus-Monate erhalten. Seit April 2025 liegt die Einkommensgrenze bei 175.000 Euro zu versteuerndem Einkommen. Wer darüber liegt, hat keinen Anspruch mehr, und das gilt für Paare wie für Alleinerziehende gleichermaßen. Für Alleinerziehende sieht das System zwölf Monate Basiselterngeld und bis zu 24 Monate ElterngeldPlus vor. Insgesamt ist das heute ein flexibles Modell mit viel Gestaltungsspielraum.
Wie wird das Elterngeld ab 2027 gekürzt?
Ab Ende 2027 sollen Paare gemeinsam nur noch zwölf Monate Basiselterngeld erhalten statt der bisherigen 14. Damit fallen zwei Monate weg. Gleichzeitig ändert sich, wie ihr die Monate untereinander aufteilen könnt.
Künftig sollen für jeden Elternteil drei Monate fest reserviert sein. Nur die verbleibenden sechs Monate lassen sich flexibel zwischen euch aufteilen. Diese flexiblen Monate dürft ihr grundsätzlich auch gleichzeitig nehmen, die Mindestbezugsdauer sinkt auf einen Monat, und ein Elternteil allein kann höchstens neun Monate Basiselterngeld beziehen.
Warum spricht man von einer Kürzung durch die Hintertür?
Die vollen zwölf Monate kommen nur zusammen, wenn der Vater seine drei reservierten Monate tatsächlich nimmt. Ein Beispiel macht das greifbar: Beantragt die Mutter für die ersten neun Monate Basiselterngeld, erreicht das Paar die zwölf Monate nur dann, wenn der Vater drei Monate übernimmt. Nimmt er sie nicht, verfallen diese Monate, sie sind nicht auf die Mutter übertragbar.
Für Familien, in denen der Vater aus beruflichen Gründen keine Elternzeit nimmt, bedeutet das faktisch drei Monate weniger Elterngeld gegenüber heute. Genau deshalb sprechen Verbraucherschützer von einer Kürzung durch die Hintertür. Dazu kommt der Wegfall des Partnerschaftsbonus, mit dem bisher zusätzliche ElterngeldPlus-Monate möglich waren.
Ich weiß, das klingt erst mal nach viel auf einmal. Wenn du unsicher bist, wie sich das konkret auf deine Situation auswirkt, meld dich gerne bei mir. Dann schauen wir gemeinsam auf eure Konstellation, oft ist es einfacher zu überblicken, als es auf den ersten Blick wirkt.
Was verbessert sich trotz der Kürzung?
So einseitig, wie es zunächst wirkt, ist die Reform nicht. Einige Punkte bringen dir sogar Vorteile, gerade wenn du ein mittleres oder höheres Einkommen hast. Der Mindestbetrag steigt auf 330 Euro, der Höchstbetrag auf 1.900 Euro pro Monat. Die Faustformel bleibt bei rund 65 Prozent deines durchschnittlichen Nettolohns vor der Geburt.
Das Maximal-Elterngeld von 1.900 Euro erhältst du, wenn du vor der Geburt im Schnitt mindestens 2.923 Euro netto verdient hast. Besonders erfreulich: Auch Leistungsprämien oder ein 13. Monatsgehalt sollen künftig in die Berechnung einfließen. Wer variable Vergütungsbestandteile hat, kann dadurch auf ein höheres Bemessungseinkommen kommen.
Damit du die wichtigsten Werte gut nebeneinander siehst, hilft eine Gegenüberstellung des heutigen und des geplanten Modells.
| Aktuell bis 2027 | Geplant ab November 2027 | |
|---|---|---|
| Basiselterngeld Paare | 14 Monate | 12 Monate |
| Ein Elternteil allein | bis 12 Monate | bis 9 Monate |
| Mindestbetrag | 300 Euro | 330 Euro |
| Höchstbetrag | 1.800 Euro | 1.900 Euro |
| Partnerschaftsbonus | möglich | entfällt |
| Einkommensgrenze | 175.000 Euro | 175.000 Euro |
Neu ist außerdem der Bemessungszeitraum bei Angestellten. Bisher zählten die zwölf Gehälter vor der Geburt, künftig soll das durchschnittliche Monatsnetto aus dem Kalenderjahr vor der Geburt maßgeblich sein. Für Selbstständige ändert sich hier nichts, für sie gilt das Kalenderjahr schon heute. Das ElterngeldPlus bleibt erhalten, und die Einkommensgrenze von 175.000 Euro bleibt unverändert.
Was ändert sich für Alleinerziehende und besondere Familien?
Wenn du alleinerziehend bist, kann ich dich beruhigen: Für dich bleibt bei der Bezugsdauer alles beim Alten. Dir stehen weiterhin zwölf Monate Basiselterngeld und bis zu 24 Monate ElterngeldPlus zu. Die Kürzung der gemeinsamen Paar-Monate trifft dich nicht, und auch der Wegfall des Partnerschaftsbonus bringt dir keinen echten Nachteil, weil dieser Bonus immer eine gemeinsame Teilzeittätigkeit beider Eltern voraussetzte. Deine Möglichkeit, Basiselterngeld in ElterngeldPlus umzuwandeln und die Unterstützung zu strecken, bleibt vollständig erhalten.
Für Familien mit mehreren Kindern kommt eine echte Erleichterung dazu, die gar nichts mit dem Elterngeld selbst zu tun hat. Ab 2027 soll das Kindergeld antragslos ausgezahlt werden. So ist das geplant:
- In der ersten Stufe wird das Kindergeld für jedes weitere Kind automatisch an die Person gezahlt, die bereits für ein älteres Kind Kindergeld bekommt.
- In der zweiten Stufe soll auch für das erste Kind die Auszahlung ohne Antrag starten.
- Voraussetzung ist unter anderem, dass eine IBAN bekannt ist und mindestens ein Elternteil mit dem Kind im Inland wohnt und arbeitet.
Wenn ihr mehrere Kinder habt, lohnt sich vorab ein Blick darauf, wie viel Kindergeld für 2 oder 3 Kinder zusammenkommt. Und noch etwas bleibt dir erhalten: Während der Elternzeit darfst du weiterhin bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten. Das gibt dir Spielraum, Teilzeit und ElterngeldPlus miteinander zu kombinieren, ganz gleich, wie deine Familie aufgestellt ist.
Wie planst du Elterngeld und Elternzeit rund um den Stichtag?
Der wichtigste Hebel ist der Geburtstermin. Kommt dein Kind vor November 2027 zur Welt, sicherst du dir die alten Regeln mit 14 Monaten Basiselterngeld und dem Partnerschaftsbonus. Liegt der errechnete Termin knapp danach, lohnt es sich, verschiedene Szenarien durchzuspielen und früh zu überlegen, wie ihr die Monate verteilen wollt.
Ganz unabhängig von der Reform gelten feste Fristen, wenn du Elternzeit anmelden willst. Diese solltest du unbedingt im Blick behalten, damit dir kein Anspruch durch die Lappen geht:
- Für Elternzeit in den ersten drei Lebensjahren des Kindes gilt eine Frist von sieben Wochen vor Beginn.
- Für Elternzeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag beträgt die Frist 13 Wochen.
- Elternzeit steht dir pro Kind bis zu 36 Monate zu, unabhängig von der Elterngeldreform.
Basiselterngeld gezielt in ElterngeldPlus umwandeln
Willst du über den neunten Lebensmonat hinaus abgesichert sein, ist das ElterngeldPlus eine gute Option. So könntest du zum Beispiel sechs Monate Basiselterngeld und sechs Monate ElterngeldPlus wählen, während dein Partner seine drei reservierten Monate nimmt.
Genau hier liegt der entscheidende Punkt für Paare: Sprecht die Vätermonate früh miteinander ab. Die drei reservierten Monate verfallen, wenn sie nicht genutzt werden, und lassen sich nicht auf den anderen Elternteil übertragen. Wer als Selbstständiger oder mit befristetem Vertrag schwerer Elternzeit nehmen kann, sollte das rechtzeitig einplanen.
Das ist eine Menge zu bedenken, und jede Familie ist anders. Wenn du beim Vermögensaufbau für dein Kind oder bei der Finanzplanung rund um die Elternzeit Unterstützung möchtest, komm gern auf mich zu. Viele Eltern fragen sich in dieser Phase, wie viel man pro Monat für Kinder sparen sollte, und ob sich später ein Kinderdepot lohnt. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich, und viele Eltern gehen danach mit einem richtig guten Gefühl in dieses neue Kapitel. Du musst das nicht allein herausfinden.
Häufige Fragen
Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.






