Die beste Sparanlage für Kinder ist fast nie nur ein einziges Produkt, sondern ein Mix aus sicherem Tagesgeld und einem ETF-Sparplan im Juniordepot. Die Mischung hängt davon ab, wie alt dein Kind ist und wofür das Geld später gebraucht wird.
Für ein dreijähriges Kind mit 15 Jahren Zeit bis zum 18. Geburtstag sieht die Lösung anders aus als für ein 14-jähriges Kind, das in drei Jahren den Führerschein macht. Der Zeit Horizont entscheidet, was sinnvoll ist.
Die wichtigste Regel: Je länger das Geld liegen kann, desto mehr gehört in ETFs. Je kürzer die Zeit, desto mehr Sicherheit brauchst du durch Tages- oder Festgeld. Ein fünfjähriges Kind verträgt 80 Prozent im ETF-Sparplan, ein 15-jähriges eher 30 Prozent.
Wozu dient das Sparschwein wirklich?
Das Sparschwein ist keine Sparanlage, sondern ein Lernwerkzeug. Kinder sammeln Münzen und Scheine darin, sehen das Geld wachsen und entwickeln ein Gefühl dafür, dass Geld begrenzt ist.
Funktionieren tut es denkbar einfach: Bargeld rein, Bargeld irgendwann wieder raus. Keine Zinsen, keine Rendite, kein Papierkram. Das Kind kann jederzeit ran, die Münzen zählen, damit spielen oder sich was kaufen.
Der pädagogische Wert ist enorm. Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter brauchen diese physische Erfahrung. Sie müssen Geld anfassen, zählen, sehen. Erst dann verstehen sie, dass zehn Ein-Euro-Münzen genauso viel sind wie ein Zehn-Euro-Schein.
Aber als echte Sparanlage ist das Sparschwein komplett ungeeignet. Die Kaufkraft sinkt durch Inflation. Bei zwei Prozent Inflation verlieren 100 Euro in zehn Jahren etwa 18 Euro an Wert. Das Geld liegt einfach nur rum und wird weniger wert.
Außerdem ist es unsicher. Wenn das Haus brennt oder eingebrochen wird, ist das Geld weg. Keine Versicherung ersetzt Bargeld im Sparschwein. Für größere Beträge über ein paar hundert Euro ist das ein echtes Risiko.
Die richtige Rolle: Taschengeld, kleine Geldgeschenke, Lernmittel für Kinder unter zehn Jahren. Mehr nicht. Wer ernsthaft für sein Kind sparen will, braucht andere Lösungen.
Was bringt das klassische Sparbuch noch?
Das Sparbuch ist der Klassiker, den viele Großeltern noch aus ihrer Jugend kennen. Ein Konto bei der Bank, oft mit einem kleinen Heft, in dem Einzahlungen und Zinsen eingetragen werden. Oder digital als Sparkonto ohne Heft.
Einzahlen geht jederzeit, per Überweisung, Dauerauftrag oder bar am Schalter. Das Geld ist fast jederzeit verfügbar, manchmal mit einer kurzen Kündigungsfrist von ein paar Tagen.
Sicherheit und Einfachheit
Bis 100.000 Euro pro Person und Bank sind durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Selbst wenn die Bank pleitegeht, bekommst du dein Geld zurück. Das beruhigt viele Eltern und Großeltern.
Außerdem ist das Sparbuch extrem einfach:
- Keine Kursschwankungen
- Keine Verlustrisiken
- Keine komplizierten Entscheidungen
- Geld rein, Geld liegt da, fertig
Für Menschen, die sich mit Finanzen nicht beschäftigen wollen, fühlt sich das gut an.
Zinsen zu niedrig für Vermögensaufbau
Das Problem: Die Zinsen sind lächerlich niedrig. Aktuell liegen sie bei den meisten Banken zwischen null und 0,5 Prozent pro Jahr. Bei zwei Prozent Inflation verliert das Geld real an Wert.
Rechne es durch: 100 Euro monatlich übers Sparbuch gespart, 18 Jahre lang, null Prozent Zinsen. Am Ende hast du 21.600 Euro eingezahlt und genau 21.600 Euro raus. Klingt nach nichts verloren, aber die Kaufkraft ist auf etwa 15.000 Euro geschrumpft.
Richtige Rolle beim Sparen
Parkplatz für Geld, das in ein bis drei Jahren gebraucht wird. Klassenfahrt, neues Fahrrad, kurzzeitige Ziele. Aber nicht als Hauptanlage für 15 oder 18 Jahre. Dafür ist es viel zu schlecht.
Wozu brauchen Kinder ein Girokonto?
Ein Kinderkonto oder Junior-Girokonto ist kein Sparprodukt, sondern ein Zahlungsverkehrs-Werkzeug. Kinder lernen damit, wie Überweisungen funktionieren, wie man mit einer Karte bezahlt und wie man einen Kontostand im Blick behält.
Die meisten Banken bieten solche Konten ab etwa zehn bis zwölf Jahren an. Ohne Dispo, mit begrenzten Funktionen und unter Kontrolle der Eltern. Taschengeld kommt per Dauerauftrag drauf, das Kind kann damit zahlen oder abheben.
Der Lerneffekt ist riesig. Kinder verstehen plötzlich, dass Geld auf dem Konto begrenzt ist. Sie sehen, wie viel sie ausgeben, wie viel übrig bleibt. Das ist Finanzbildung in der Praxis, nicht in der Theorie.
Aber für Vermögensaufbau ist ein Girokonto komplett ungeeignet. Die Zinsen sind null oder minimal. Es geht darum, Geld zu verwalten, nicht zu vermehren.
Die richtige Rolle: Ergänzung zu einem echten Sparprodukt, kein Ersatz. Ab etwa zehn Jahren sinnvoll, um den Umgang mit Geld zu lernen. Aber das Spargeld gehört woanders hin.
Lohnt sich Tagesgeld für Kinder?
Tagesgeld ist ein Konto mit täglicher Verfügbarkeit und meist etwas besseren Zinsen als das Sparbuch. Du kannst jederzeit Geld einzahlen und abheben, ohne Kündigungsfrist.
Zinsen und Konditionen
Für Kinder gibt es oft spezielle Tagesgeldkonten mit leicht erhöhten Zinsen. Manche Banken zahlen ein bis zwei Prozent, je nach Marktlage. Das ist besser als null Prozent, aber langfristig trotzdem zu wenig.
Flexibilität plus Sicherheit
Tagesgeld kombiniert zwei wichtige Eigenschaften:
- Geld täglich verfügbar bei Bedarf
- Einlagensicherung bis 100.000 Euro greift
- Perfekt als Notgroschen-Konto
- Keine Bindung, keine Kündigungsfristen
Ideale Ergänzung zu ETFs
Tagesgeld eignet sich ideal als Ergänzung zu einem ETF-Sparplan. Du legst zum Beispiel 20 bis 30 Prozent des Sparvermögens aufs Tagesgeld und den Rest in ETFs. Wenn das Kind mit 15 ein teures Fahrrad will, holst du das Geld vom Tagesgeld, nicht aus dem Depot.
Grenzen bei langfristigem Sparen
Über 18 Jahre ist die Rendite zu gering. Bei einem Prozent Zinsen und zwei Prozent Inflation verlierst du real Geld. Für langfristigen Vermögensaufbau reicht das nicht.
Richtige Rolle beim Sparen
20 bis 30 Prozent des Sparvermögens für kurzfristige Ziele und Notfälle. Der Rest gehört in renditestarke Anlagen wie ETFs.
Wann macht Festgeld bei Kindern Sinn?
Festgeld funktioniert so: Du legst einen Betrag für eine feste Laufzeit an, zum Beispiel ein, zwei, drei oder fünf Jahre. Dafür bekommst du einen festen Zinssatz, der höher liegt als beim Tagesgeld. Während der Laufzeit kommst du nicht an das Geld ran.
Der Vorteil ist die Planbarkeit. Du weißt am Anfang genau, wie viel am Ende rauskommt. Bei drei Prozent Zinsen über fünf Jahre wird aus 10.000 Euro exakt 13.439 Euro. Keine Überraschungen, keine Schwankungen.
Festgeld macht Sinn, wenn ein fester Zeitpunkt bekannt ist. Dein Kind wird in drei Jahren 17 und braucht Geld für den Führerschein. Du legst heute 3.000 Euro für drei Jahre fest, bekommst vielleicht zwei Prozent Zinsen, am Ende sind es 3.180 Euro. Passt perfekt.
Aber Festgeld hat zwei Nachteile. Erstens: keine Flexibilität. Wenn das Geld früher gebraucht wird, kommst du nur schwer oder gar nicht ran. Manche Banken erlauben eine vorzeitige Kündigung, aber dann verfallen die Zinsen.
Zweitens: Die Rendite ist langfristig niedriger als bei Aktien-ETFs. Über 15 oder 18 Jahre bringen ETFs historisch deutlich mehr. Festgeld ist sicher, aber nicht renditestark.
Die richtige Rolle: Baustein für mittelfristige Ziele zwischen drei und sieben Jahren. Oft in Kombination mit ETFs: 30 bis 50 Prozent Festgeld für Sicherheit, 50 bis 70 Prozent ETFs für Rendite.
Taugt ein Bausparvertrag fürs Kind?
Ein Bausparvertrag kombiniert Sparen mit der Möglichkeit eines späteren zinsgünstigen Darlehens für Immobilien. Du sparst monatlich ein, bekommst minimale Guthabenzinsen und nach einigen Jahren das Recht auf ein Bauspardarlehen.
Idee hinter dem Produkt
Dein Kind soll später mal Wohneigentum kaufen, und der Bausparvertrag sichert schon heute günstige Darlehenskonditionen. Dazu gibt es unter bestimmten Bedingungen staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie.
Kosten fressen Rendite auf
Das klingt erstmal gut, hat aber massive Nachteile:
- Guthabenzinsen minimal, oft unter einem Prozent
- Abschlussgebühren von ein bis zwei Prozent der Bausparsumme
- Laufende Kontoführungsgebühren
- Kosten fressen die ohnehin magere Rendite komplett auf
Zweckbindung problematisch
Der Bausparvertrag bringt nur was, wenn dein Kind später wirklich eine Immobilie kaufen will. Wenn nicht, hast du 18 Jahre mit mieser Rendite gespart, ohne die Vorteile zu nutzen.
Verbraucherschützer raten bei Bausparverträgen für Kinder meist ab. Die Rendite ist zu schlecht, die Kosten zu hoch, die Flexibilität zu gering.
Richtige Rolle beim Sparen
Nur in Ausnahmefällen sinnvoll, wenn Eltern ganz sicher sind, dass das Kind später eine Immobilie kaufen wird. Für allgemeinen Vermögensaufbau gibt es deutlich bessere Optionen.
Wie funktionieren ETF-Policen und fondsgebundene Versicherungen?
ETF-Policen und fondsgebundene Versicherungen kombinieren Kapitalaufbau mit den Vorteilen eines Versicherungsmantels. Du sparst in ETFs, profitierst aber gleichzeitig von steuerlichen Vorteilen und mehr Kontrolle über die Auszahlung.
Grundprinzip verstehen
Bei einer ETF-Police zahlst du monatlich ein, das Geld wird in ETFs investiert, und die gesamte Konstruktion läuft über einen Versicherungsmantel. Das bringt besondere Vorteile, die ein reines Depot nicht bietet.
Vorteile von ETF-Policen
ETF-Policen bieten mehrere Vorteile gegenüber klassischen Depots:
- Flexiblere Auszahlungsoptionen: Statt Einmalzugriff mit 18 kannst du gestaffelte Auszahlungen vereinbaren
- Steuervorteile bei langer Laufzeit: Nach 12 Jahren Laufzeit und Vollendung des 62. Lebensjahrs greift das Halbeinkünfteverfahren
- Mehr Kontrolle: Police kann auf deinen Namen laufen, du behältst volle Kontrolle bis zur Übergabe
- Schutz vor Zugriffen: Während der Ansparphase geschützt vor Zugriffen Dritter
- Optional Absicherung integrierbar: Bei Bedarf können Zusatzbausteine für Absicherung ergänzt werden
Kostenstruktur transparent machen
ETF-Policen haben höhere Kosten als reine Depots:
- Abschlusskosten in den ersten Jahren
- Laufende Verwaltungskosten (oft 0,5 bis 1,5 Prozent pro Jahr)
- Plus ETF-Kosten (0,2 bis 0,4 Prozent)
Diese Kosten sind der Preis für die zusätzlichen Vorteile. Moderne ETF-Policen mit Nettotarifen haben die Kosten in den letzten Jahren deutlich reduziert.
Wann ETF-Policen Sinn machen
ETF-Policen eignen sich besonders für:
- Eltern, die mehr Kontrolle über die Auszahlung behalten wollen
- Langfristige Sparer, die steuerliche Vorteile nutzen möchten
- Familien, die Vermögensschutz während der Ansparphase wünschen
- Sparer, die gestaffelte Auszahlungen planen (nicht alles auf einmal mit 18)
Richtige Rolle beim Sparen
Sinnvolle Alternative oder Ergänzung zum klassischen Depot, wenn die Vorteile die höheren Kosten rechtfertigen. Besonders interessant bei sehr langen Laufzeiten und wenn Eltern mehr Kontrolle über die Auszahlung behalten wollen.
Sind aktiv gemanagte Fonds eine Lösung?
Aktiv gemanagte Fonds werden von Profis verwaltet. Ein Fondsmanager wählt gezielt Aktien oder Anleihen aus, um besser abzuschneiden als der Markt. Die Idee: Durch kluges Auswählen schlägt der Fonds den Index.
Das klingt gut, funktioniert aber selten. Zahlreiche Studien zeigen: Die Mehrheit der aktiv gemanagten Fonds schneidet nach Kosten schlechter ab als einfache Indexfonds (ETFs). Nicht weil die Manager schlecht sind, sondern weil die Kosten zu hoch sind.
Aktive Fonds kosten oft ein bis zwei Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr. Dazu kommen Ausgabeaufschläge beim Kauf und laufende Transaktionskosten. Ein ETF auf denselben Markt kostet vielleicht 0,2 Prozent pro Jahr. Die Differenz von 0,8 bis 1,8 Prozent jährlich summiert sich über 18 Jahre gewaltig.
Ein Beispiel: 100 Euro monatlich, 18 Jahre, sechs Prozent Rendite vor Kosten. Mit 0,2 Prozent Kosten (ETF) landen etwa 38.400 Euro im Depot. Mit 1,5 Prozent Kosten (aktiver Fonds) sind es nur 34.900 Euro. Der Unterschied von 3.500 Euro geht komplett in Gebühren.
Für Kinder macht das selten Sinn. Die Zeit ist zu lang, die Kosten zu hoch, der Mehrwert zu unsicher.
Die richtige Rolle: Nur wenn Eltern bewusst eine bestimmte Strategie oder einen bestimmten Manager wollen. Für Standard-Vermögensaufbau sind ETFs die bessere Wahl.
Warum empfehlen alle ETF-Sparpläne?
ETF-Sparpläne im Juniordepot sind der Kern jeder modernen Anlagestrategie für Kinder. Verbraucherschützer wie Finanztip und Stiftung Warentest empfehlen sie explizit als Hauptanlage für langfristige Ziele.
Breite Streuung mit einem Produkt
Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index nach, zum Beispiel den MSCI World mit etwa 1.600 Unternehmen weltweit oder den MSCI ACWI mit über 2.900 Unternehmen. Du investierst mit einem einzigen ETF in tausende Firmen auf allen Kontinenten.
Kosten minimal
Die laufenden Gebühren (TER) liegen meist zwischen 0,1 und 0,4 Prozent pro Jahr. Viele Online-Broker bieten Sparpläne komplett ohne Ausführungsgebühr an. Du zahlst also nur die winzige ETF-Gebühr, sonst nichts.
Rendite historisch attraktiv
Weltweite Aktienmärkte haben über lange Zeiträume im Schnitt sechs bis sieben Prozent pro Jahr gebracht. Nicht jedes Jahr, nicht garantiert, aber im langfristigen Durchschnitt. Bei 18 Jahren Laufzeit gleichen sich Schwankungen meist aus.
Ein Beispiel macht das greifbar: 100 Euro monatlich, 18 Jahre, sechs Prozent Rendite. Am Ende stehen etwa 38.200 Euro im Depot. Eingezahlt hast du nur 21.600 Euro. Die Differenz von 16.600 Euro kommt durch Zinsen und Zinseszinsen.
Zum Vergleich: Dieselben 100 Euro monatlich auf einem Sparbuch mit null Prozent Zinsen ergeben nach 18 Jahren genau 21.600 Euro. Du verschenkst 16.600 Euro Rendite, nur weil du auf Nummer sicher gehen wolltest.
Flexibilität enorm
Du kannst jederzeit anpassen:
- Sparrate ändern, aussetzen oder erhöhen
- Einmalzahlungen machen, wenn Oma was schenkt
- Verkaufen, wenn das Geld gebraucht wird
- Keine festen Laufzeiten, keine Kündigungsfristen
Risiken nicht verschweigen
Kurse schwanken, manchmal heftig. In der Finanzkrise 2008 sind Aktienmärkte um 50 Prozent gefallen. 2020 bei Corona um 35 Prozent. Wer da verkauft hat, hat Verluste realisiert. Wer liegen gelassen hat, steht heute besser da als vor der Krise.
Zeit glättet Schwankungen
Über 15 oder 18 Jahre hat es historisch keine einzige Periode gegeben, in der ein weltweit gestreuter Aktienindex Verlust gemacht hätte. Je länger der Zeitraum, desto sicherer wird die Anlage.
Deswegen funktioniert das für Kinder so gut. Ein dreijähriges Kind hat 15 Jahre Zeit bis zum 18. Geburtstag. Selbst wenn zwischendurch ein Crash kommt, ist genug Zeit zur Erholung. Ein 16-jähriges Kind hat nur zwei Jahre, da ist ein Crash kurz vorher fatal.
Richtige Rolle beim Sparen
Kernanlage für Kinder mit mindestens zehn Jahren Anlagehorizont. 70 bis 90 Prozent des Sparvermögens sollten hier rein, der Rest aufs Tagesgeld.
Was bringen Robo-Advisor und Kinder-Sparpläne?
Manche Banken und Fintechs bieten spezielle Kinder-Sparprodukte an. Robo-Advisor wählen automatisch ETFs aus, passen das Risiko an und verwalten das Portfolio. Alles läuft automatisch, Eltern müssen sich um nichts kümmern.
Das klingt bequem und ist es auch. Du gibst an, wofür gespart wird (Studium, Führerschein), wie viel Risiko okay ist, und der Robo macht den Rest. Oft mit hübscher App, Visualisierungen und pädagogischen Elementen fürs Kind.
Aber Bequemlichkeit kostet. Robo-Advisor verlangen zusätzliche Gebühren, meist 0,5 bis 1 Prozent pro Jahr. Dazu kommen die ETF-Kosten von 0,2 bis 0,4 Prozent. Zusammen sind das 0,7 bis 1,4 Prozent pro Jahr.
Ein selbst gewählter ETF-Sparplan kostet nur die 0,2 Prozent ETF-Gebühr. Die Differenz von 0,5 bis 1,2 Prozent jährlich sind über 18 Jahre mehrere tausend Euro.
Dafür musst du beim Robo gar nichts machen. Kein ETF aussuchen, keine Rebalancing-Entscheidungen, kein Nachdenken. Das ist der Preis für die Bequemlichkeit.
Die richtige Rolle: Für Eltern, die sich nicht mit ETFs beschäftigen wollen und Bequemlichkeit über Kostenersparnis stellen. Wer bereit ist, sich zwei Stunden einzulesen, spart mit einem einfachen ETF-Sparplan deutlich mehr.
Wie hilft dir persönliche Beratung bei der Auswahl?
Die Theorie kennst du jetzt. Aber welche Kombination ist für dein Kind die richtige? Wie viel sollte wirklich ins Depot, wie viel aufs Tagesgeld? Macht eine ETF-Police für deine Situation Sinn? Wie bindest du Großeltern und Verwandte ein?
Genau hier hilft persönliche Beratung. Ein spezialisierter Finanzberater analysiert deine individuelle Situation: Wie alt ist dein Kind? Wie sieht eure finanzielle Situation aus? Welche Ziele habt ihr? Wie ist eure Risikobereitschaft?
Daraus entsteht eine maßgeschneiderte Strategie. Vielleicht ist für dich ein klassischer ETF-Sparplan mit 80 Prozent Aktienquote optimal. Vielleicht macht bei deiner Situation eine ETF-Police mehr Sinn, weil du mehr Kontrolle über die Auszahlung behalten willst. Vielleicht ist eine Mischung aus beidem die beste Lösung.
Gute Beratung bedeutet nicht, dir das teuerste Produkt zu verkaufen. Gute Beratung bedeutet, die optimale Lösung für deine Familie zu finden und dir zu zeigen, wie du sie umsetzt.
Du willst wissen, welche Sparstrategie für dein Kind die richtige ist? Buch dir ein kostenloses Erstgespräch. Wir rechnen gemeinsam durch, welche Kombination aus ETF-Sparplan, ETF-Police und Tagesgeld am besten zu eurer Familie passt und wie viel dein Kind damit zum 18. Geburtstag haben wird.
Wie sieht die optimale Kombination aus?
Die beste Lösung ist fast nie nur eine Anlage, sondern ein Mix. Verbraucherschützer empfehlen: ETF-Sparplan als Kern, Tagesgeld als Ergänzung. Die Gewichtung hängt vom Alter des Kindes ab.
Kleines Kind (null bis zehn Jahre)
Anlagehorizont: 10 bis 18 Jahre
Aufteilung:
- 80 bis 90 Prozent ETF-Sparplan oder ETF-Police auf weltweiten Aktienindex
- 10 bis 20 Prozent Tagesgeld für kurzfristige Ziele
Älteres Kind (11 bis 15 Jahre)
Anlagehorizont: fünf bis acht Jahre
Aufteilung:
- 50 bis 70 Prozent ETF-Sparplan oder ETF-Police
- 30 bis 50 Prozent Tages- oder Festgeld
Kind kurz vor Volljährigkeit (16 bis 17 Jahre)
Anlagehorizont: ein bis drei Jahre
Aufteilung:
- 20 bis 40 Prozent ETF-Sparplan
- 60 bis 80 Prozent Tages- oder Festgeld
Logik dahinter
Je näher das Geld gebraucht wird, desto weniger Risiko kannst du eingehen. Ein Crash zwei Jahre vorm Ziel ist problematisch. Ein Crash zehn Jahre vorm Ziel ist egal.
Ein konkretes Beispiel: Dein Kind ist fünf Jahre alt, du sparst 120 Euro monatlich. 100 Euro gehen in einen MSCI-World-ETF-Sparplan, 20 Euro aufs Tagesgeld. Nach 13 Jahren (Kind ist 18) hast du bei sechs Prozent Rendite etwa 23.300 Euro im ETF und 3.100 Euro auf dem Tagesgeld. Zusammen 26.400 Euro.
Hättest du alles aufs Sparbuch gelegt, hättest du nur die eingezahlten 18.720 Euro. Der Unterschied von 7.680 Euro ist der Preis fürs Nichtstun.
Welche Fehler kosten am meisten Geld?
Diese fünf Fehler beim Sparen für Kinder kosten dich am meisten Rendite. Jeder davon kann mehrere tausend Euro Verlust bedeuten.
Fehler 1: Nur Sparbuch oder Tagesgeld
Über 18 Jahre verschenkst du damit locker 10.000 bis 20.000 Euro Rendite. Die Sicherheit ist teuer erkauft. Bei null Prozent Zinsen und zwei Prozent Inflation schmilzt die Kaufkraft Jahr für Jahr.
Fehler 2: Panikverkauf in Krisen
2020 bei Corona sind viele Eltern aus ETFs rausgelaufen, weil die Kurse 30 Prozent gefallen sind. Wer damals verkauft hat, hat Verluste realisiert. Wer liegen gelassen hat, hat heute deutlich mehr als vor Corona.
Schwankungen gehören dazu. Wer langfristig spart, muss Krisen aussitzen können.
Fehler 3: Zu spät anfangen
Jedes Jahr, das du wartest, kostet dich Rendite:
- Kind mit drei Jahren: 15 Jahre Zeit
- Kind mit zehn Jahren: nur acht Jahre Zeit
- Der Zinseszinseffekt braucht Zeit zum Arbeiten
Fehler 4: Zu wenig sparen
25 Euro monatlich klingen nach viel, ergeben aber nach 18 Jahren bei sechs Prozent Rendite nur etwa 9.500 Euro. Das reicht für einen Gebrauchtwagen, nicht für einen echten Startschuss ins Leben.
Wer es ernst meint, spart mindestens 100 Euro monatlich.
Fehler 5: Falsche Produkte ohne Beratung wählen
Produkte mit zu hohen Kosten oder falscher Struktur wählen. Über 18 Jahre können unnötige Gebühren einen riesigen Teil der Rendite fressen.
Deshalb lohnt es sich, die verschiedenen Optionen mit einem Experten durchzurechnen. Die richtige Kombination aus ETF-Sparplan, ETF-Police und Tagesgeld spart über die Jahre mehrere tausend Euro.
Was ist jetzt die beste Sparanlage?
Für langfristige Ziele (zehn bis 18 Jahre) ist ein ETF-Sparplan im Juniordepot die beste Lösung. Ergänzt durch Tagesgeld für kurzfristige Bedürfnisse. Optional kann eine ETF-Police sinnvoll sein, wenn du mehr Kontrolle über die Auszahlung behalten willst. Diese Kombination empfehlen Finanztip, Stiftung Warentest und praktisch alle unabhängigen Verbraucherschützer.
Für mittelfristige Ziele (fünf bis zehn Jahre) wird der Tagesgeld- oder Festgeldanteil größer, der ETF-Anteil kleiner.
Für kurzfristige Ziele (unter fünf Jahren) gehört das Geld fast komplett auf Tages- oder Festgeld, nicht in ETFs.
Die konkrete Umsetzung ist simpel: Juniordepot bei einer günstigen Direktbank eröffnen, ETF-Sparplan auf einen weltweiten Aktienindex einrichten (MSCI World oder MSCI ACWI), Sparrate per Dauerauftrag automatisieren, zusätzlich Tagesgeld als Notgroschen. Optional ETF-Police für mehr Kontrolle. Fertig.
Welche Kombination für deine Familie optimal ist, hängt von eurer individuellen Situation ab. Ein kostenloses Erstgespräch hilft dir, die richtige Entscheidung zu treffen.
Wie funktionieren Steuern und Formalitäten beim Kinderdepot?
Konten und Depots können auf den Namen des Kindes geführt werden. Das nennt sich dann Juniordepot oder Kinderkonto.
Eigene Steuerfreibeträge nutzen
Kinder haben eigene Steuerfreibeträge, die bei den allermeisten Kinderdepots nie ausgeschöpft werden:
- Sparerpauschbetrag: 1.000 Euro pro Jahr
- Grundfreibetrag: 12.348 Euro pro Jahr
- Zusammen: 13.348 Euro steuerfrei
Bis zu 1.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr sind automatisch steuerfrei durch den Sparerpauschbetrag. Dafür richtest du einen Freistellungsauftrag bei der Bank ein.
Über 1.000 Euro greift zusätzlich der Grundfreibetrag von 12.348 Euro. Dafür brauchst du eine Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt.
Hohe Grenzen in der Praxis
Bei sieben Prozent Rendite entspricht das einem Depotwert von etwa 190.000 Euro, bevor überhaupt Steuern anfallen. Die allermeisten Kinderdepots kommen nie in diese Größenordnung.
Verfügungsrecht liegt bei Eltern
Wichtig: Die Verfügung über das Juniordepot liegt bei den gesetzlichen Vertretern, also bei dir als Elternteil. Bis dein Kind volljährig ist, entscheidest du, was mit dem Geld passiert.
Ab 18 gehört das Depot rechtlich dem Kind, und es kann selbst darüber verfügen.
Großzügige Schenkungsfreibeträge
Bei Schenkungen von den Großeltern gibt es ebenfalls großzügige Freibeträge. Bis zu 400.000 Euro können Großeltern ihrem Enkelkind innerhalb von zehn Jahren schenken, ohne dass Schenkungsteuer anfällt.
Bei normalen Sparraten und Geldgeschenken ist diese Grenze praktisch nie ein Thema.
Häufige Fragen
Lasse ist Gründer von SmartKidsInvest und seit über 10 Jahren Finanzberater mit Fokus auf Familien. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie jede Familie versteht – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.



