# Elterngeld Erhöhung in 2027: Was steckt dahinter?

> Quelle: https://smartkidsinvest.de/elterngeld-erhoehung-2027/ · Aktualisiert: 2026-08-25

„Elterngeld Erhöhung in 2027″ klingt erst mal nach einer guten Nachricht für werdende Eltern. Der Mindestbetrag soll steigen, der Höchstbetrag auch. Wer genauer hinschaut, merkt aber schnell, dass hinter der geplanten Erhöhung noch etwas ganz anderes steckt, nämlich eine deutliche Kürzung der Bezugsdauer. Genau deshalb lohnt es sich, die Pläne einmal in Ruhe auseinanderzunehmen und zu schauen, was das für deine Familie bedeutet.

## Was ändert sich 2027 beim Elterngeld?

Familienministerin Karin Prien (CDU) hat einen Referentenentwurf vorgelegt, der das Elterngeld an mehreren Stellen umbauen soll. Der zentrale Punkt: Die maximale Bezugsdauer beim Basiselterngeld sinkt von derzeit 14 auf künftig 12 Monate. Gleichzeitig sollen mehr Väter dazu bewegt werden, selbst Elterngeld zu nehmen. Einen kompakten Überblick, [was sich beim Elterngeld ab 2027 ändert](https://smartkidsinvest.de/elterngeld-ab-2027-was-aendert-sich/), findest du ergänzend zu den hier beschriebenen Details.

Als Ausgleich für die kürzere Dauer plant der Entwurf höhere Beträge. Der Mindestbetrag soll von 300 auf 330 Euro pro Monat steigen, der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro. Das wäre die erste Anpassung dieser Beträge seit Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007.

### Warum will die Reform sparen und mehr Väterbeteiligung zugleich?

Dahinter steckt ein doppeltes Ziel. Das Familienministerium muss wegen einer Finanzierungslücke im Bundeshaushalt 2027 rund 500 Millionen Euro einsparen, und das Elterngeld ist einer der größten Ausgabenposten im Etat. Zugleich möchte die Bundesregierung die partnerschaftliche Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit stärken.

Die kürzere Bezugsdauer bringt die Einsparung, die neuen Vätermonate sollen die Beteiligung der Väter erhöhen. Beides trifft in dieser Reform aufeinander. Wichtig für dich: Der Entwurf steckt noch in der Ressortabstimmung innerhalb der Regierung und ist damit kein geltendes Recht. Alles, was hier beschrieben wird, ist geplant und kann sich im weiteren Verfahren noch ändern.

## Wie viel Elterngeld gibt es aktuell?

Solange die Reform nicht beschlossen ist, gilt weiterhin die bekannte Rechtslage. Das Basiselterngeld liegt je nach Einkommen zwischen 300 Euro und 1.800 Euro pro Monat. Wer vor der Geburt kein Einkommen hatte oder unter den Mindestbetrag rutscht, bekommt trotzdem die 300 Euro. Diese Beträge sind seit 2007 unverändert.

Die Höhe richtet sich nach deinem vorgeburtlichen Nettoeinkommen. In den meisten Fällen ersetzt das Elterngeld rund 65 Prozent davon, wobei es eine Deckelung gibt: Als Nettoeinkommen werden höchstens 2.770 Euro pro Monat berücksichtigt, auch wenn du eigentlich mehr verdient hast. Wie sich das konkret auswirkt, zeigt zum Beispiel eine Rechnung dazu, [wie viel Elterngeld bei 3.000 Euro netto](https://smartkidsinvest.de/wie-viel-elterngeld-erhalte-ich-bei-3000-euro-netto/) herauskommt. Deshalb sind bei vollem Einkommenswegfall maximal 1.800 Euro drin.

### Bis zu 14 Monate mit zwei Partnermonaten

Als Paar könnt ihr aktuell bis zu 14 Monate Basiselterngeld untereinander aufteilen. Voraussetzung dafür sind die zwei sogenannten Partnermonate, im Alltag oft Vätermonate genannt. Ein Elternteil kann höchstens 12 Monate beziehen, der andere muss mindestens zwei Monate nehmen, damit ihr die vollen 14 Monate ausschöpft.

Ergänzend gibt es das ElterngeldPlus mit halbierten Monatsbeträgen und dafür doppelter Laufzeit sowie den Partnerschaftsbonus für die gleichzeitige Teilzeit beider Eltern. Diese Regeln gelten weiter für alle Kinder, die vor dem geplanten Stichtag zur Welt kommen, also auch für alle, die 2026 ein Baby erwarten.

## Kann man ab 2027 mehr als 1.800 Euro Elterngeld bekommen?

Ja, wenn der Entwurf so kommt, wäre künftig ein Höchstbetrag von 1.900 Euro statt bisher 1.800 Euro möglich. Auch der Mindestbetrag soll steigen, von 300 auf 330 Euro pro Monat. Das sind die konkreten Zahlen, die im Referentenentwurf stehen.

Die grundsätzliche Berechnung bleibt dabei gleich, also rund 65 Prozent des Nettoeinkommens und die Deckelung beim berücksichtigten Verdienst. Von der Anhebung profitieren vor allem zwei Gruppen:

- Eltern mit sehr geringem oder keinem vorgeburtlichen Einkommen, die vom höheren Mindestbetrag von 330 Euro profitieren.

- Eltern mit hohem Einkommen unterhalb der Einkommensgrenze, die den neuen Höchstbetrag von 1.900 Euro erreichen können.

Was sich ausdrücklich nicht ändert, ist die Einkommensgrenze. Sie bleibt bei 175.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen. Wer darüber liegt, hat weiterhin keinen Anspruch auf Elterngeld. Ministerin Prien hat betont, diese Grenze nicht antasten zu wollen. Für Kinder, die 2027 geboren werden, zählt dabei das Einkommen aus dem Jahr 2026 als maßgeblicher Zeitraum.

## Warum steckt hinter der Erhöhung eine Kürzung?

Die höheren Monatsbeträge werden mit einer deutlich kürzeren Bezugsdauer erkauft. Statt 14 Monate soll es künftig nur noch 12 Monate volles Basiselterngeld geben, und diese 12 Monate sind an eine strengere Aufteilung geknüpft. Das ist der Kern der Debatte.

### Was bedeutet das 3-6-3-Modell?

Das 3-6-3-Modell teilt die 12 Monate neu auf. Drei Monate sind fest für ein Elternteil reserviert, drei Monate fest für das andere, und die sechs Monate dazwischen könnt ihr frei untereinander aufteilen. Die vollen 12 Monate gibt es nur, wenn beide Eltern jeweils mindestens drei Monate Elterngeld beziehen.

Für viele Familien bedeutet das eine echte Verschiebung. Bislang konnte ein Elternteil bis zu 12 Monate übernehmen. Im neuen Modell bleiben für den hauptbetreuenden Elternteil im Extremfall nur noch neun Monate, wenn der andere genau drei Monate nimmt. Alleinerziehende sollen weiterhin bis zu 12 Monate volles Elterngeld erhalten, ohne an einen zweiten Elternteil gebunden zu sein.

### Warum gleichen die höheren Beträge den Verlust nicht aus?

Rechne es einmal grob durch: Wenn zwei Monate Bezug wegfallen, wiegen 30 Euro mehr beim Mindestbetrag oder 100 Euro mehr beim Höchstbetrag diesen Wegfall in Summe meist nicht auf. Über die gesamte Bezugsdauer bekommen viele Familien dadurch unterm Strich weniger Elterngeld als heute, auch wenn der einzelne Monat etwas höher ausfällt.

Entsprechend deutlich fällt die Kritik aus. Der Deutsche Familienverband nennt die Pläne eine familienpolitische Bankrotterklärung und warnt vor einer faktischen Kürzung zulasten der Mütter. Auch Teile der SPD-Fraktion und Frauenorganisationen wie der Deutsche Frauenrat protestieren, weil sie befürchten, dass die Reform junge Familien besonders trifft. Wenn dich das verunsichert und du wissen möchtest, was das für deine Situation bedeutet, meld dich gern bei mir, dann schauen wir das gemeinsam an.

## Ab wann gelten die neuen Regeln?

Nach aktuellem Stand des Entwurfs sollen die neuen Regeln für Kinder gelten, die ab November 2027 geboren werden. Alles, was davor zur Welt kommt, fällt vollständig unter die heutige Rechtslage mit 14 Monaten, zwei Partnermonaten und den bisherigen Beträgen. Ministerin Prien hat das ausdrücklich bekräftigt: Wer jetzt schwanger ist, bekommt Elterngeld nach der aktuellen Rechtslage. Wenn du also 2026 ein Kind erwartest, ändert sich durch die Reform nichts für dich.

Eine gewisse Vorsicht bei den Details bleibt trotzdem angebracht. Der genaue Wortlaut des Stichtags steht noch nicht endgültig fest, weil der finale Gesetzestext noch nicht veröffentlicht ist. Der Entwurf befindet sich in der Ressortabstimmung und ist noch nicht im Bundestag eingebracht. Bezugsdauer, Vätermonate und Beträge können sich im weiteren Verfahren also noch verändern.

## Was bedeutet die Reform für deine Familienplanung?

Wenn dein Kind ab November 2027 kommen könnte, lohnt es sich, ein paar Punkte frühzeitig mitzudenken. Der wichtigste ist das Betreuungsloch. Der gesetzliche Anspruch auf einen Betreuungsplatz greift erst mit dem vollendeten ersten Lebensjahr, und die Eingewöhnung braucht noch einmal einige Wochen. Fallen zwei Monate Elterngeld weg, entsteht schnell eine Lücke, die ihr ohne zweites Einkommen überbrücken müsst. Ein Blick darauf, [wie viel Geld man monatlich für ein Kind braucht](https://smartkidsinvest.de/wie-viel-geld-braucht-man-monatlich-fuer-ein-kind/), hilft dabei, diese Zeit realistisch zu planen.

### Warum setzen verpflichtende Vätermonate viele Familien unter Druck?

Die drei reservierten Monate klingen nach mehr Partnerschaftlichkeit, können aber praktisch schwierig werden. Nicht jeder Vater kann drei Monate aus dem Job herauslösen, sei es aus betrieblichen oder finanziellen Gründen. Klappt das nicht, verliert die Familie die vollen zwölf Monate. Kritiker warnen deshalb, dass das Elterngeld dadurch für manche zum Projekt derer wird, die sich echte Elternzeit leisten können.

Für eure Planung heißt das, ehrlich zu prüfen, wie flexibel beide Jobs sind und ob drei Vätermonate realistisch machbar sind. Das ist keine Rechnung, die man mit Durchschnittswerten löst, sondern eine sehr individuelle Frage. Wer den finanziellen Rahmen genauer abstecken will, kann sich zum Beispiel ansehen, [was ein Baby im ersten Jahr kostet](https://smartkidsinvest.de/was-kostet-baby-im-ersten-jahr/).

### Individuell rechnen statt auf Durchschnitt vertrauen

Ob die Reform für euch eher Vor- oder Nachteile bringt, hängt stark von eurer Konstellation ab. Ein paar Faktoren solltest du dabei im Blick behalten:

- Euer voraussichtliches Nettoeinkommen und ob ihr eher den Mindest- oder den Höchstbetrag trefft.

- Wie ihr die Betreuung aufteilen wollt und ob drei Monate pro Elternteil zu eurem Alltag passen.

- Wie ihr die Zeit zwischen Elterngeldende und Betreuungsplatz finanziell überbrücken könnt.

- Der voraussichtliche Geburtstermin, weil der Stichtag im November 2027 alles entscheidet.

Da der Entwurf noch nicht beschlossen ist, lohnt es sich, das Gesetzgebungsverfahren im Blick zu behalten und erst zu handeln, wenn der finale Text steht. Wenn du für dein Kind ohnehin einen soliden Vermögensaufbau planen möchtest und dabei alles rund um Familienplanung und Finanzen sortieren willst, hilft dir auch ein Überblick, [welche staatliche Förderung es für Kinder gibt](https://smartkidsinvest.de/welche-staatliche-foerderung-gibt-es-fuer-kinder/), sowie die Frage, [wie viel Geld man pro Monat für Kinder sparen sollte](https://smartkidsinvest.de/wie-viel-geld-sollte-man-pro-monat-fuer-kinder-sparen/). Komm dafür gern auf mich zu. Eine erste Beratung bei mir ist kostenlos und unverbindlich, und viele Eltern gehen danach mit einem richtig guten Gefühl in dieses neue Kapitel. Du musst das nicht allein durchdenken.

## FAQ

### Was ändert sich 2026 beim Elterngeld?

Für 2026 ändert sich nichts. Die geplante Reform soll erst für Kinder gelten, die ab November 2027 geboren werden. Wer 2026 ein Baby erwartet, bekommt Elterngeld nach der aktuellen Rechtslage mit 14 Monaten und den bisherigen Beträgen.

### Kann man mehr als 1.800 Euro Elterngeld bekommen?

Aktuell liegt der Höchstbetrag bei 1.800 Euro pro Monat. Wenn der Referentenentwurf so kommt, wäre ab November 2027 ein Höchstbetrag von 1.900 Euro möglich. Die Einkommensgrenze von 175.000 Euro bleibt dabei bestehen.

### Wie viel Elterngeld gibt es 2026?

2026 gilt die bekannte Spanne von 300 bis 1.800 Euro pro Monat, je nach vorgeburtlichem Nettoeinkommen. Ersetzt werden rund 65 Prozent des Nettos, wobei höchstens 2.770 Euro Nettoeinkommen berücksichtigt werden.

### Was plant die neue Regierung beim Elterngeld?

Der Entwurf von Familienministerin Karin Prien sieht eine Kürzung der Bezugsdauer von 14 auf 12 Monate vor, dazu ein 3-6-3-Modell mit drei fest reservierten Monaten pro Elternteil. Als Ausgleich sollen Mindest- und Höchstbetrag auf 330 und 1.900 Euro steigen.

### Was ist das 3-6-3-Modell?

Das 3-6-3-Modell teilt die 12 Monate so auf, dass drei Monate für ein Elternteil und drei für das andere fest reserviert sind, während ihr die sechs Monate dazwischen frei aufteilen könnt. Die vollen 12 Monate gibt es nur, wenn beide Eltern jeweils mindestens drei Monate nehmen.
