# Altersvorsorgedepot: Alles, was du dazu wissen musst

> Quelle: https://smartkidsinvest.de/altersvorsorgedepot/ · Aktualisiert: 2026-08-14

Ab 2027 startet das Altersvorsorgedepot. Die neue staatlich geförderte ETF-Rente soll die Riester-Rente ablösen: einfacher, transparenter und renditestärker. So zumindest das politische Versprechen.

Das Problem kennst du vielleicht: Die Riester-Rente gilt als intransparent, teuer und wenig wirkungsvoll. Viele Eltern haben einen Vertrag abgeschlossen, weil es Zulagen gab, verstehen aber bis heute nicht, was am Ende dabei herauskommt. Das Altersvorsorgedepot soll das ändern.

Der Bundestag hat die Reform beschlossen, Starttermin ist der 1. Januar 2027. Erstmals können auch Selbstständige von der staatlichen Förderung profitieren. Das Depot kombiniert direkte Zulagen mit steuerlichen Vorteilen und setzt auf kostengünstige ETFs statt auf teure Versicherungsmäntel.

## Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge. Du zahlst Geld ein, investierst in zugelassene Fonds oder ETFs und erhältst dafür Zulagen vom Staat plus Steuervorteile. Das Finanzamt prüft dabei automatisch, was für dich günstiger ist – Zulagen oder Steuerersparnis – und du bekommst immer die bessere Variante.

**Wer darf das Altersvorsorgedepot nutzen?**

Grundsätzlich kann jede in Deutschland steuerpflichtige Person ein Altersvorsorgedepot eröffnen, die noch nicht vollständig in Altersrente ist. Wohnsitz und Steuerpflicht in Deutschland sind Grundvoraussetzung. Die staatliche Förderung gibt es allerdings nur für einen definierten Personenkreis.

Zum förderberechtigten Personenkreis zählen typischerweise:

- Arbeitnehmer mit Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung

- Auszubildende in versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen

- Selbstständige und Freelancer, sofern sie in Deutschland steuerpflichtig sind

- Beamte, Richter, Soldaten und sonstige Besoldungsempfänger

- Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke wie Ärzte, Anwälte oder Architekten

- Personen in Kindererziehungszeiten sowie nicht erwerbsmäßige Pflegepersonen

- Bezieher von Arbeitslosengeld I, Krankengeld oder Bürgergeld mit vorheriger Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung

EU-Bürger können ebenfalls teilnehmen, wenn sie hier rentenversichert und steuerpflichtig sind.

## Wie funktioniert das Altersvorsorgedepot?

Du eröffnest bei einer Bank, einem Broker oder einer Versicherung ein spezielles Altersvorsorgedepot und investierst dort in zugelassene Fonds oder ETFs. Auf deine Einzahlungen zahlt der Staat Zulagen, zusätzlich profitierst du von Steuervorteilen. Die einzelnen Förderbestandteile im Überblick:

#### Mindestens 120 Euro jährlich erforderlich

Ohne einen Mindestbeitrag von 120 Euro im Jahr gibt es keinen Förderanspruch. Das entspricht 10 Euro pro Monat. Wer weniger einzahlt, bekommt keine staatliche Unterstützung.

#### Grundzulage staffelt sich nach Einzahlungshöhe

Der Staat zahlt unterschiedliche Fördersätze, je nachdem wie viel du einzahlst:

- 50 Prozent Zulage auf die ersten 360 Euro Jahresbeitrag

- 25 Prozent Zulage auf Einzahlungen von 360,01 bis 1.800 Euro

Daraus ergibt sich eine maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr bei 1.800 Euro Einzahlung: 180 Euro (50 Prozent auf 360 Euro) plus 360 Euro (25 Prozent auf die restlichen 1.440 Euro).

Ein konkretes Beispiel ohne Kinder: Du zahlst 600 Euro im Jahr ein. Der Staat gibt 50 Prozent auf die ersten 360 Euro, also 180 Euro, plus 25 Prozent auf die restlichen 240 Euro, also 60 Euro. Insgesamt erhältst du 240 Euro Zulage.

#### Kinderzulage verdoppelt den Sparbetrag fürs Kind

Zusätzlich zur Grundzulage gibt es eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr. Die Mechanik ist simpel: Für jeden Euro, den du für dein Kind einzahlst, legt der Staat einen weiteren Euro dazu – bis maximal 300 Euro pro Kind erreicht sind.

Ein Beispiel: Du zahlst 25 Euro im Monat für dein Kind ein, das sind 300 Euro im Jahr. Der Staat legt 300 Euro Kinderzulage dazu – der Sparbetrag für dein Kind verdoppelt sich.

#### Berufseinsteigerbonus belohnt frühen Start

Wer das Depot vor dem 25. Geburtstag abschließt, bekommt einmalig 200 Euro Startbonus vom Staat. Dieser Bonus wird nur einmal ausgezahlt und kommt zur normalen Förderung hinzu.

#### Steuerliche Förderung über die Günstigerprüfung

Zusätzlich zu den Zulagen kannst du deine Beiträge als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Das Finanzamt prüft dann automatisch, ob die Steuerersparnis höher wäre als die bereits gezahlten Zulagen. Falls ja, gibt es eine zusätzliche Steuererstattung.

#### Wie hoch ist die maximale Einzahlung?

Wichtig ist, zwei Grenzen auseinanderzuhalten: die maximale Förderung und die maximale Einzahlung. Es gelten folgende Werte:

- Mindesteigenbeitrag: 120 Euro pro Jahr

- Maximal förderfähiger Beitrag: 1.800 Euro pro Jahr

- Maximal mögliche Einzahlung ins Depot: 6.840 Euro pro Jahr

Du kannst also bis zu 6.840 Euro jährlich einzahlen, das entspricht 570 Euro pro Monat. Die direkten Zulagen – Grundzulage, Kinderzulagen und Berufseinsteigerbonus – beziehen sich aber nur auf die ersten 1.800 Euro. Wer mehr einzahlt, profitiert für den darüber liegenden Anteil vor allem von der Steuerbegünstigung im Depot: keine Vorabpauschale und keine Steuer beim Umschichten, aber keine direkte prozentuale Zulage.

## Wie wird ein Altersvorsorgedepot besteuert?

Das Altersvorsorgedepot folgt dem Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Während der Ansparphase zahlst du keine Steuern auf Erträge, im Ruhestand werden die Auszahlungen besteuert.

#### Ansparphase bleibt steuerfrei

Solange du Geld einzahlst und das Depot wächst, gilt steuerlich Folgendes:

- Keine Abgeltungsteuer auf Dividenden, Zinsen oder Kursgewinne

- Keine Vorabpauschale wie bei normalen ETF-Depots

- Keine Steuer beim Umschichten von Fonds oder ETFs innerhalb des Depots

- Beiträge lassen sich als Sonderausgaben in der Steuererklärung ansetzen

Dieser Steuerstundungseffekt ist ein starker Vorteil: Erträge werden über Jahre nicht besteuert und können sich ungebremst vermehren.

#### Auszahlungsphase: persönlicher Steuersatz fällig

Im Ruhestand greift die nachgelagerte Besteuerung. Wie viel Steuern du zahlst, hängt davon ab, welcher Teil deines Depots gefördert wurde.

**Geförderter Anteil:** Einzahlungen bis 1.800 Euro pro Jahr plus alle Zulagen. Auszahlungen aus diesem Teil werden vollständig mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz im Rentenalter besteuert – die Einzahlungen selbst und alle darauf entfallenden Gewinne.

**Ungeförderter Anteil:** Beiträge über 1.800 Euro bis maximal 6.840 Euro pro Jahr. Für regelmäßige Auszahlungen aus diesem Teil greift die Ertragsanteilsbesteuerung. Besteuert wird nur der rechnerische Ertragsanteil, nicht die komplette Zahlung.

Der Hintergrund ist einfach: Im Alter ist der persönliche Steuersatz meist niedriger als im Erwerbsleben. Wer im Beruf 35 oder 40 Prozent Grenzsteuersatz hatte, zahlt als Rentner vielleicht nur 20 oder 25 Prozent. Genau diese Differenz macht die nachgelagerte Besteuerung attraktiv.

## Wie entnehme ich im Ruhestand Geld aus dem Depot?

Die Entnahme läuft über verschiedene Auszahlformen. Du kannst zwischen einem Auszahlplan, einer lebenslangen Rente oder einer Kombination wählen.

#### Regulärer Beginn zwischen 65 und 70

Die Auszahlphase startest du frühestens mit 65 Jahren, spätestens mit 70 musst du in sie wechseln. Früher ist der Start möglich, wenn du bereits gesetzliche Altersrente oder Beamtenpension beziehst.

#### Drei Auszahlformen zur Auswahl

Nach aktuellem Gesetzesentwurf stehen dir diese Varianten offen:

AuszahlformFunktionsweiseLaufzeitAuszahlplanMonatliche oder jährliche Entnahmen aus dem DepotMindestens bis zum 85. Lebensjahr, länger möglichLebenslange RenteUmwandlung des Depots in eine garantierte Rentenzahlung über einen VersichererBis zum LebensendeTeil-EinmalzahlungBis zu 30 Prozent des Guthabens sofort, Rest im Auszahlplan oder als RenteEinmalig zu Rentenbeginn

Nicht entnommenes Restkapital im Auszahlplan ist vererbbar. Bei Tod geht das verbleibende Depot an berechtigte Hinterbliebene über und wird bei diesen entsprechend besteuert.

#### Vorzeitige Entnahme kostet die Förderung

Wer vor 65 Jahren auf das Geld zugreift, muss mit folgenden Konsequenzen rechnen:

- Bereits erhaltene Zulagen müssen zurückgezahlt werden

- Steuervergünstigungen fallen weg

- Erträge werden dann wie bei einem normalen Depot besteuert

Für bestimmte Verwendungen soll es Ausnahmen geben. Ähnlich wie bei der Riester-Rente sind privilegierte Zwecke wie selbstgenutztes Wohneigentum vorgesehen. Die Details werden noch ausgearbeitet.

## Was sind die Nachteile des Altersvorsorgedepots?

Das Altersvorsorgedepot bringt Förderung, aber auch Einschränkungen. Drei Nachteile solltest du kennen, bevor du einsteigst.

#### Geld bleibt bis zum Ruhestand gebunden

Gefördertes Kapital ist bis mindestens 65 Jahre gebunden. Anders als bei einem normalen ETF-Depot kannst du nicht einfach verkaufen, wenn du das Geld brauchst. Wer mit 45 plötzlich eine größere Summe benötigt, greift auf die sogenannte schädliche Verwendung zurück – und macht damit die komplette Förderung zunichte. Die Flexibilität geht verloren.

#### Volles Investmentrisiko beim Sparer

Es gibt keine Absicherung gegen Verluste. Wenn die Börse kurz vor deinem Ruhestand abstürzt, ist dein Depot weniger wert. Das ist politisch bewusst so gewollt: Mehr Renditechancen bedeuten mehr Risiko. Das Altersvorsorgedepot setzt auf Aktien-ETFs und damit auf Schwankungen. Wer das nicht tragen will, braucht andere Produkte.

#### Produktqualität hängt vom Anbieter ab

Es gibt keine einheitliche Staatslösung. Jeder Anbieter kann sein eigenes Altersvorsorgedepot auflegen, solange es zertifiziert ist. Gebühren, Fondsauswahl und Servicequalität unterscheiden sich dadurch erheblich. Manche werden günstige ETF-Lösungen anbieten, andere teure Mischfonds mit hohen Verwaltungskosten – der Vergleich wird entscheidend.

Außerdem sind noch viele Details offen: welche Fonds genau zugelassen werden, wie die Auszahlmodelle funktionieren, was bei Auslandsaufenthalten passiert und wie der Wechsel von Riester zum neuen Depot abläuft. Diese Punkte werden in Verordnungen und Schreiben des Bundesfinanzministeriums konkretisiert.

Das Altersvorsorgedepot ist kein Allheilmittel, sondern ein Baustein in der Altersvorsorge mit klaren Vor- und Nachteilen. Wer die Förderung mitnehmen will, muss die Bindung und das Risiko akzeptieren.

## Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot

#### Ab wann kann ich ein Altersvorsorgedepot eröffnen?

Der Starttermin ist der 1. Januar 2027. Ab diesem Zeitpunkt können in Deutschland steuerpflichtige Personen ein Depot eröffnen, sofern sie noch nicht vollständig in Altersrente sind.

#### Wie viel Förderung bekomme ich maximal pro Jahr?

Bei 1.800 Euro Einzahlung erhältst du bis zu 540 Euro Grundzulage. Hinzu kommen bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Kind sowie einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus, wenn du vor dem 25. Geburtstag abschließt.

#### Kann ich mehr als 1.800 Euro einzahlen?

Ja, bis zu 6.840 Euro pro Jahr. Für den Anteil über 1.800 Euro gibt es aber keine direkten Zulagen, sondern nur die Steuervorteile im Depot wie den Wegfall von Vorabpauschale und Umschichtungssteuer.

#### Was passiert, wenn ich das Geld vor 65 brauche?

Dann liegt eine schädliche Verwendung vor: Du musst alle erhaltenen Zulagen zurückzahlen, verlierst die Steuervorteile, und deine Erträge werden wie in einem normalen Depot besteuert. Ausnahmen etwa für selbstgenutztes Wohneigentum sind geplant.

#### Lohnt sich das Depot auch fürs Sparen für mein Kind?

Die Kinderzulage verdoppelt deinen Einzahlbetrag bis 300 Euro pro Kind und Jahr, das ist attraktiv. Beachte aber, dass das Geld bis zum Ruhestand gebunden ist. Für frei verfügbares Sparen fürs Kind ist ein normales ETF-Depot die flexiblere Wahl.
