Das Kindergeld beträgt 2027 nach heutigem Stand weiterhin 259 Euro pro Monat und Kind, eine Erhöhung darüber hinaus ist nicht beschlossen. Die große Veränderung ist nicht die Höhe, sondern die antragslose, automatische Auszahlung. Ab 2027 fließt das Kindergeld in zwei Stufen ohne eigenen Antrag.
Eltern fragen mich oft, ob das Kindergeld 2027 steigt. Die ehrliche Antwort: Beim Betrag ändert sich nichts, beim Verfahren dafür umso mehr.
Genau das schauen wir uns an, und warum es für Deinen Vermögensaufbau eine Rolle spielt.
Wie hoch ist das Kindergeld 2027?
Das Kindergeld liegt 2027 weiterhin bei 259 Euro pro Monat und Kind. Eine gesetzlich beschlossene Erhöhung über diesen Betrag hinaus gibt es nicht.
Zur Einordnung: Seit 2023 und 2024 lag das Kindergeld einheitlich bei 250 Euro und wurde zum 1. Januar 2026 auf 259 Euro angehoben. In den Gesetzentwürfen zum antragslosen Kindergeld geht es ausschließlich um das Verfahren, nicht um eine erneute Anhebung.
Realistisch ist, dass der Betrag von 259 Euro zunächst fortgeschrieben wird. Anpassungen für einen Inflationsausgleich sind möglich, aber politisch nicht beschlossen und damit reine Spekulation.
Was ist die zentrale Reform ab 2027?
Die wichtigste Änderung ab 2027 ist der Systemwechsel zum antragslosen Kindergeld. Das Kabinett hat am 18. März 2026 den entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen, das Gesetz soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Das Ziel dahinter ist Bürokratieabbau. Eltern sollen das Kindergeld automatisch bekommen, ohne selbst einen Antrag zu stellen. Damit wird das sogenannte Once-Only-Prinzip umgesetzt, bei dem Daten der Verwaltung nur noch einmal mitgeteilt werden müssen.
Nach Berechnungen des Bundesfinanzministeriums könnten dadurch jährlich rund 300.000 Erstanträge entfallen. Für Dich als Elternteil bedeutet das vor allem: weniger Papierkram in der ohnehin vollen Zeit nach der Geburt.
Wie läuft die zweistufige Einführung ab?
Die automatische Auszahlung kommt nicht auf einen Schlag, sondern in zwei Stufen im Laufe des Jahres 2027. Der Gesetzgeber startet bewusst dort, wo die Daten bereits vorliegen.
- Stufe 1 ab März 2027: Familien, die bereits für ein älteres Kind Kindergeld beziehen, bekommen das Kindergeld für ein Neugeborenes automatisch an die bisher kindergeldberechtigte Person ausgezahlt
- Stufe 2 ab November 2027: Auch Eltern mit ihrem ersten Kind sollen das Kindergeld antragslos erhalten, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind
Der Grund für diese Reihenfolge ist praktisch. Bei Familien mit älterem Kind kennt die Familienkasse die relevanten Daten schon, deshalb startet diese Gruppe zuerst.
Welche Voraussetzungen musst Du für Kindergeld in 2027 erfüllen?
Damit das Kindergeld automatisch fließt, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Diese solltest Du kennen:
- Mindestens ein Elternteil wohnt gemeinsam mit dem Kind in Deutschland
- Mindestens ein Elternteil arbeitet in Deutschland und ist unbeschränkt steuerpflichtig
- Der Familienkasse liegt eine gültige IBAN vor
Wo diese Bedingungen nicht erfüllt sind, etwa bei komplexen Fällen oder Auslandsbezug, bleibt es zunächst beim Antrag. Eltern erhalten dann ein Schreiben mit QR-Code zu einem vorausgefüllten Antrag.
Wichtig ist auch: Das antragslose Verfahren ersetzt die Antragstellung, nicht die Prüfung des Anspruchs. Bei unvollständiger Datenlage oder Zweifeln bleibt es bei der bisherigen Praxis.
Wie kommt das Kindergeld automatisch bei dir an?
Der Prozess im Hintergrund ist klar geregelt und läuft über mehrere Behörden, ohne dass Du aktiv werden musst. Nach der Geburt erhält jedes Kind eine Steuer-ID vom Bundeszentralamt für Steuern.
Die Standesämter melden die Geburt an die Meldebehörden, diese melden sie ans Bundeszentralamt für Steuern, das wiederum die Familienkasse informiert. Liegt eine IBAN vor und sind die übrigen Voraussetzungen erfüllt, zahlt die Familienkasse das Kindergeld automatisch aus.
Einen Punkt kannst Du schon heute vorbereiten. Du kannst Deine IBAN bereits jetzt beim Bundeszentralamt für Steuern hinterlegen, über das Elster-Portal oder die IBAN+-App, oder Deine Bank bitten, die IBAN zu übermitteln.
Bringt die Reform Familien mehr Geld?
Nein, einen Mehrbetrag bringt die Reform nicht. Die Höhe bleibt bei 259 Euro. Was sich ändert, ist der Zugang, und der hat durchaus eine Verteilungswirkung.
Familien, die bisher kein Kindergeld beantragt haben, etwa aus Unkenntnis oder wegen Sprachbarrieren, werden künftig leichter erreicht. Die Reform sorgt also dafür, dass mehr Anspruchsberechtigte tatsächlich Geld bekommen, ohne dass der einzelne Betrag steigt.
Anfangs solltest Du mit Übergangsproblemen rechnen, etwa bei der Datenqualität oder den IBAN-Meldungen. Mittelfristig führt die Reform aber zu weniger Bürokratie und weniger verpassten Kindergeldansprüchen.
Was bedeutet das für den Vermögensaufbau Deines Kindes?
Hier wird die Reform für Dich als Familie strategisch interessant. Ab 2027 kommt das Kindergeld automatisch, Du musst also nicht mehr aktiv werden, um es zu erhalten. Die einzige bewusste Entscheidung, die bleibt, ist: Konsumieren oder investieren?
Mit 259 Euro monatlich und 18 Jahren Laufzeit kann ein ETF-Sparplan selbst unter vorsichtigen Renditeannahmen hohe fünfstellige bis sechsstellige Beträge erzeugen. An dieser Logik ändert die Reform nichts, sie senkt nur die Einstiegshürde.
Genau das ist der Hebel. Wenn das Kindergeld automatisch kommt und ein ETF-Sparplan automatisch läuft, ist die Hürde rein psychologisch, nicht mehr administrativ. Die spannende Frage verschiebt sich von „Bekomme ich das Kindergeld?“ zu „Wie viel davon lege ich für mein Kind an?“.
Was solltest Du Dir merken?
Das Kindergeld bleibt 2027 bei 259 Euro pro Monat und Kind, eine zusätzliche Erhöhung ist nicht beschlossen. Die zentrale Änderung ist die antragslose, automatische Auszahlung in zwei Stufen, zunächst ab März 2027 für Familien mit älterem Kind, dann ab November 2027 für Erstgeborene.
Voraussetzung sind Wohnsitz und Arbeit in Deutschland sowie eine hinterlegte IBAN. Diese kannst Du schon heute über Elster oder Deine Bank melden, um den automatischen Ablauf vorzubereiten.
Für den Vermögensaufbau Deines Kindes bleibt die Höhe der entscheidende Hebel, während der Zugang einfacher wird. Wenn Du wissen willst, wie Du das Kindergeld konsequent in einen ETF-Sparplan für Dein Kind lenkst und welche Sparrate zu Deiner Situation passt, schauen wir das gemeinsam durch und finden die beste Lösung für Deine Familie.