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Welcher ETF eignet sich für Kinder?

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Lasse Falke
zuletzt aktualisiert: 7. Mai 2026
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Welcher ETF eignet sich für Kinder?

Für Kinder eignen sich breit gestreute, kostengünstige Welt-ETFs am besten, die in mindestens 1.600 Unternehmen weltweit investieren. Die klare Experten-Empfehlung: Ein einziger ETF auf einen globalen Index wie MSCI World, FTSE All-World oder MSCI ACWI reicht für den langfristigen Vermögensaufbau völlig aus.

Warum gerade ein ETF? Weil Kinder 15 bis 18 Jahre Zeit haben bis zum 18. Geburtstag. Diese lange Zeit gleicht Börsenschwankungen aus und lässt den Zinseszins-Effekt voll wirken. Ein breit gestreuter Welt-ETF investiert automatisch in die erfolgreichsten Unternehmen der Welt und passt sich an Marktveränderungen an.

Du musst dich nicht zwischen hunderten ETFs entscheiden. Drei große Indizes decken praktisch alles ab: MSCI World für entwickelte Märkte, FTSE All-World für die ganze Welt inklusive Schwellenländer, und MSCI ACWI als Mittelweg. Alle drei funktionieren hervorragend für Kinder.

Welcher ETF eignet sich für Kinder?

Für über 90 Prozent aller Kinder reicht ein einziger Vanguard FTSE All-World ETF völlig aus. Er investiert in über 4.000 Unternehmen aus mehr als 50 Ländern, deckt entwickelte Märkte und Schwellenländer automatisch ab und kostet nur 0,22 Prozent Gebühren pro Jahr.

Dieser ETF ist die einfachste Lösung: einmal einrichten, Sparplan starten, 15 bis 18 Jahre laufen lassen. Kein Rebalancing, keine Anpassungen, keine Entscheidungen. Genau das brauchst du für ein Kinderdepot.

Alternative sind zwei weitere Optionen, die genauso gut funktionieren: Der iShares MSCI ACWI mit etwa 3.000 Unternehmen (ebenfalls Industrie- und Schwellenländer) oder der iShares Core MSCI World mit 1.600 Unternehmen (nur entwickelte Märkte, keine Schwellenländer).

Welcher der drei passt am besten? Wenn du maximale Einfachheit willst: FTSE All-World. Wenn du minimal niedrigere Kosten willst: MSCI World. Wenn du einen Mittelweg suchst: MSCI ACWI. Alle drei sind für Kinder hervorragend geeignet.

Wie unterscheiden sich MSCI World, FTSE All-World und MSCI ACWI?

MSCI World ist der Klassiker und umfasst etwa 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Er deckt rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung entwickelter Märkte ab, enthält aber keine Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien.

Durchschnittliche Rendite seit 1975 liegt bei etwa 8 Prozent pro Jahr, nach Inflation kannst du mit 5 bis 6 Prozent rechnen. Der US-Anteil beträgt etwa 68 Prozent, was die Dominanz amerikanischer Tech-Giganten wie Apple, Microsoft und Nvidia widerspiegelt.

FTSE All-World bietet mit über 4.000 Unternehmen deutlich breitere Streuung. Er kombiniert entwickelte Märkte (etwa 90 Prozent) mit Schwellenländern wie China, Indien, Taiwan und Südkorea (etwa 10 Prozent). Der US-Anteil liegt bei circa 58 Prozent, wodurch bessere geografische Verteilung erreicht wird.

Kosten liegen bei 0,22 Prozent TER pro Jahr, etwas höher als günstige MSCI World ETFs, aber durch umfassendere Abdeckung gerechtfertigt. In den letzten zehn Jahren erzielte der FTSE All-World etwas niedrigere Rendite als MSCI World, hauptsächlich wegen schwächerer Performance der Schwellenmärkte.

MSCI ACWI ist das Pendant zum FTSE All-World und kombiniert ebenfalls Industrie- und Schwellenländer automatisch. Mit über 3.000 Unternehmen bietet er eine Alles-in-einem-Lösung. Gewichtung: etwa 90 Prozent Industrieländer, 10 Prozent Schwellenländer.

Vorteil: Nur ein ETF nötig, automatische Gewichtung, echte Welt-Abdeckung. Der iShares MSCI ACWI ist mittlerweile preislich konkurrenzfähig zum FTSE All-World geworden.

Welche MSCI World ETFs haben die niedrigsten Kosten?

Die günstigsten MSCI World ETFs kosten zwischen 0,05 und 0,20 Prozent pro Jahr. Das klingt nach wenig Unterschied, macht aber über 18 Jahre mehrere hundert Euro aus.

Top 3 nach Kosten:

  • BNP Paribas Easy MSCI World: TER 0,05 Prozent
  • UBS Core MSCI World: TER 0,06 Prozent
  • iShares Core MSCI World: TER 0,20 Prozent

Der iShares Core MSCI World ist trotz höherer Kosten oft die bessere Wahl. Warum? Weil er das größte Fondsvolumen hat, extrem liquide ist und eine hervorragende Tracking-Differenz aufweist. Das bedeutet: Er bildet den Index sehr genau ab.

BNP Paribas und UBS sind zwar billiger, haben aber deutlich kleinere Fondsvolumen. Für Kinderdepots mit 15 bis 18 Jahren Laufzeit ist Sicherheit und Stabilität wichtiger als 0,15 Prozent Kostenersparnis.

Lohnt sich ein S&P 500 ETF für Kinder?

Ein S&P 500 ETF konzentriert sich ausschließlich auf die 500 größten US-Unternehmen. Für ein Kinderdepot ist er deutlich weniger diversifiziert als globale Indizes, bietet aber niedrigste Kosten: Der Invesco S&P 500 hat eine TER von nur 0,05 Prozent.

Risiken sind erheblich: Hohe USA-Konzentration, kein Zugang zu europäischen oder asiatischen Märkten, keine Schwellenländer. Wenn die USA eine schwache Phase haben, leidet das gesamte Depot.

Für Kinder mit Anlagehorizont von 15 bis 18 Jahren ist breitere geografische Streuung empfehlenswerter. Ein MSCI World oder FTSE All-World verteilt das Risiko auf mehr Regionen und schützt besser vor regionalen Krisen.

S&P 500 funktioniert als Beimischung (maximal 20 bis 30 Prozent), aber nicht als alleinige Anlage. Zu viel hängt von einem einzigen Land ab.

Was bedeuten TER und Tracking-Differenz konkret?

TER steht für Total Expense Ratio und zeigt die jährlichen Kosten des ETF in Prozent. Bei MSCI World ETFs liegt die TER typischerweise zwischen 0,05 und 0,50 Prozent. Für Kinderdepots solltest du eine TER unter 0,25 Prozent anstreben.

Aber TER ist nicht alles. Tracking-Differenz zeigt, wie gut ein ETF seinen Index tatsächlich abbildet. Manche ETFs mit höherer TER haben durch geschicktes Wertpapierleihe-Management bessere Gesamtperformance.

Ein Beispiel: ETF A kostet 0,05 Prozent TER, bildet den Index aber schlecht ab (Tracking-Differenz minus 0,30 Prozent). ETF B kostet 0,20 Prozent TER, bildet den Index aber perfekt ab (Tracking-Differenz minus 0,10 Prozent). ETF B ist trotz höherer Kosten am Ende günstiger.

Für Kinderdepots gilt: Schau auf beides. TER unter 0,25 Prozent und Tracking-Differenz möglichst nah am Index. Der iShares Core MSCI World erfüllt beide Kriterien hervorragend.

Sollte der ETF physisch oder synthetisch replizieren?

Physische Replikation bedeutet: Der ETF kauft die Aktien tatsächlich. Das ist transparenter und wird von vielen Anlegern bevorzugt, besonders für Kinderdepots.

Synthetische Replikation nutzt Derivate (Swap-Geschäfte) zur Indexabbildung. Diese ETFs können manchmal bessere Tracking-Differenz aufweisen, haben aber ein Kontrahentenrisiko.

Was heißt das konkret? Bei physischen ETFs gehören die Aktien wirklich dem Fonds. Bei synthetischen ETFs verspricht eine Bank, die Index-Rendite zu liefern. Geht die Bank pleite, kann ein Teil des Geldes verloren gehen.

Für Kinder empfohlen: Physisch replizierende ETFs wegen höherer Transparenz und Sicherheit. Das Kontrahentenrisiko ist zwar gering, aber warum überhaupt eingehen bei 18 Jahren Laufzeit?

Vanguard FTSE All-World und iShares Core MSCI World sind beide physisch replizierend. Perfekt für Kinderdepots.

Thesaurierend oder ausschüttend für Kinder wählen?

Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch, was den Zinseszins-Effekt maximiert. Das ist ideal für Kinderdepots, da keine manuellen Wiederanlagen nötig sind und Vermögensaufbau vollautomatisch läuft.

Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden aus, was steuerlich komplexer sein kann, aber auch erlaubt, kleine Beträge zu entnehmen ohne Anteile verkaufen zu müssen.

Für Kinder empfohlen: Thesaurierende ETFs zur maximalen Nutzung des Zinseszins-Effekts. Über 18 Jahre macht das mehrere tausend Euro Unterschied.

Ein Beispiel: 100 Euro monatlich, 18 Jahre, 6 Prozent Rendite. Thesaurierend: etwa 38.700 Euro. Ausschüttend mit manueller Wiederanlage: ähnlich. Ausschüttend ohne Wiederanlage: nur 33.000 Euro. Der Unterschied von 5.700 Euro kommt durch verlorenen Zinseszins.

Vanguard FTSE All-World gibt es thesaurierend (ISIN: IE00BK5BQT80) und ausschüttend (ISIN: IE00B3RBWM25). Für Kinder die thesaurierende Version wählen.

Lohnen sich Small Caps als Beimischung?

MSCI World Small Cap ETFs investieren in kleinere Unternehmen, die nicht im Standard-MSCI World enthalten sind. Der Clou: Es gibt keine Überschneidungen mit klassischen Weltindizes, wodurch sie perfekte Depotergänzung darstellen.

Chancen sind historisch höhere Renditen durch kleinere, wachstumsstarke Firmen. Risiken sind deutlich höhere Schwankungen und höhere Kosten.

Empfehlung Stiftung Warentest: Maximal 30 Prozent Small Caps, wenn restliche 70 Prozent aus marktbreiten Welt-ETFs bestehen. Für Anfänger und einfache Strategien ist Small-Cap-Anteil aber nicht zwingend nötig.

Für Kinderdepots bedeutet das: Ein FTSE All-World reicht völlig. Wenn du mehr Rendite-Chancen willst, kannst du 15 bis 20 Prozent Small Caps beimischen. Aber erwarte auch mehr Schwankungen.

Brauchen Kinder Schwellenländer im Depot?

Bei einem reinen MSCI World fehlen Schwellenländer komplett. Du kannst diese separat über einen MSCI Emerging Markets ETF beimischen (etwa 10 bis 20 Prozent Anteil) oder gleich einen FTSE All-World oder MSCI ACWI wählen, der sie automatisch enthält.

Performance-Hinweis: In den letzten zehn Jahren erzielten Schwellenmärkte nur 45 Prozent Rendite, während entwickelte Märkte über 260 Prozent erreichten. Das erklärt schwächere Performance von All-World-ETFs gegenüber reinen MSCI World ETFs.

Trotzdem sind Schwellenländer langfristig sinnvoll. China, Indien und andere Schwellenländer wachsen schneller als entwickelte Märkte. Über 18 Jahre kann sich das auszahlen.

Einfachste Lösung: FTSE All-World oder MSCI ACWI mit automatisch 10 Prozent Schwellenländern. Dann musst du dich um nichts kümmern.

Alternative: 70 Prozent MSCI World plus 30 Prozent MSCI Emerging Markets für mehr Kontrolle und etwas höhere Schwellenländer-Quote.

Taugen Technologie-ETFs für Kinder?

Technologie-ETFs fokussieren auf Zukunftsbranchen wie KI, Robotik, Cloud-Computing oder E-Mobilität. Für Kinderdepots sind sie wegen langen Anlagehorizons von 15 bis 18 Jahren grundsätzlich interessant, da Wachstumsbranchen überdurchschnittliche Renditen erzielen können.

Risiken sind erheblich:

  • Deutlich höhere Schwankungen als diversifizierte Welt-ETFs
  • Klumpenrisiken durch Konzentration auf wenige große Tech-Konzerne
  • Tech-Aktien reagieren besonders empfindlich auf Zinsänderungen

Empfehlung: Technologie-ETFs sollten maximal 20 bis 30 Prozent des Depots ausmachen und immer mit stabilem Basis-ETF (MSCI World oder FTSE All-World) kombiniert werden. Als alleinige Anlage für Kinder sind sie zu riskant und zu wenig diversifiziert.

Ein Basis-ETF wie FTSE All-World enthält bereits 20 bis 25 Prozent Technologie-Aktien. Das reicht für die meisten Kinder völlig aus.

Welche ETF-Strategie funktioniert am besten fürs Kinderdepot?

Die beste Strategie ist die einfachste: Ein einziger ETF auf FTSE All-World oder MSCI ACWI. Das deckt Industrie- und Schwellenländer automatisch ab, erfordert kein Rebalancing und ist extrem einfach in der Handhabung.

Vorteil: Maximale Einfachheit, set and forget, ideal für 15 bis 18 Jahre Laufzeit. Beste Wahl ist Vanguard FTSE All-World mit TER 0,22 Prozent.

Fortgeschrittene können eine Kombination wählen: MSCI World (70 bis 80 Prozent) plus MSCI Emerging Markets (20 bis 30 Prozent). Diese Kombination erlaubt individuelle Gewichtung der Schwellenländer und nutzt oft günstigere ETFs beim MSCI World.

Vorteil: Mehr Kontrolle, niedrigere Kosten beim Hauptbaustein. Nachteil: Erfordert gelegentliches Rebalancing (einmal pro Jahr Gewichtung prüfen).

Maximale Diversifikation: MSCI World (60 bis 70 Prozent) plus MSCI Emerging Markets (15 bis 20 Prozent) plus MSCI World Small Cap (15 bis 20 Prozent). Diese Strategie kombiniert Basis-Abdeckung mit zusätzlichen Renditechancen durch kleine Unternehmen.

Vorteil: Maximale Diversifikation über Regionen und Unternehmensgrößen. Nachteil: Höhere Komplexität, mehr Positionen zu verwalten, höhere Gesamtkosten.

Für 90 Prozent aller Kinder gilt: Ein FTSE All-World reicht. Einfach, effektiv, bewährt.

Wie nutzt du die steuerlichen Freibeträge optimal?

Läuft das Depot auf den Namen des Kindes, stehen jährlich großzügige Freibeträge zur Verfügung:

  • Sparerpauschbetrag: 1.000 Euro pro Jahr
  • Grundfreibetrag: 12.348 Euro pro Jahr (mit Nichtveranlagungsbescheinigung)
  • Gesamt: Etwa 13.348 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei

Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt kannst du noch größere Depotgewinne komplett steuerfrei halten. Das macht thesaurierende ETFs besonders attraktiv, da keine Abgeltungsteuer auf reinvestierte Dividenden anfällt.

Bei sieben Prozent Rendite entspricht das einem Depotwert von etwa 190.000 Euro, bevor überhaupt Steuern anfallen. Die allermeisten Kinderdepots kommen nie in diese Größenordnung.

Wichtig: Freistellungsauftrag bei der Bank einrichten für die ersten 1.000 Euro. Für darüber hinausgehende Beträge die Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen.

Welche konkreten ETFs solltest du kaufen?

Für maximale Einfachheit (90 Prozent aller Fälle):

  • Vanguard FTSE All-World (ISIN: IE00BK5BQT80, thesaurierend)
  • TER: 0,22 Prozent
  • Etwa 4.000 Unternehmen inklusive Schwellenländer

Für minimale Kosten:

  • UBS Core MSCI World (ISIN: IE00BD4TXV59)
  • TER: 0,06 Prozent
  • Etwa 1.600 Unternehmen, keine Schwellenländer

Für ausgewogenen Mittelweg:

  • iShares MSCI ACWI (ISIN: IE00B6R52259)
  • TER: etwa 0,20 Prozent
  • Etwa 3.000 Unternehmen inklusive Schwellenländer

Zwei-ETF-Portfolio für Fortgeschrittene:

  • 70 Prozent iShares Core MSCI World (ISIN: IE00B4L5Y983, TER 0,20 Prozent)
  • 30 Prozent iShares MSCI Emerging Markets (ISIN: IE00B4L5YC18, TER etwa 0,18 Prozent)

Alle ISINs stimmen, alle ETFs sind bei allen großen Brokern verfügbar, alle haben ausreichend Fondsvolumen für langfristige Sicherheit.

Gibt es besondere Broker-Angebote für Kinderdepots?

Trade Republic bietet seit 2025 ein spezielles Kindergeld-Programm, bei dem die TER für drei Vanguard ETFs komplett erstattet wird. Das macht ohnehin schon günstige Vanguard-Fonds faktisch kostenfrei.

Scalable Capital bietet hunderte Kids-ETFs mit 0 Prozent TER an. Prüfe, ob dein bevorzugter ETF dabei ist – das kann über 18 Jahre mehrere hundert Euro Ersparnis bedeuten.

Bei beiden Brokern ist der Vanguard FTSE All-World oft kostenfrei besparbar. Das ist die beste Kombination: Top-ETF zu null Prozent Gebühren.

Wichtig: Auch ohne Spezialangebote sind ETF-Sparpläne bei Trade Republic, Scalable Capital und anderen Neo-Brokern meist kostenlos. Die TER des ETF selbst zahlst du immer, aber die Ausführungsgebühr entfällt.

Wie lange sollte das Geld im ETF bleiben?

Für Kinderdepots mit Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren, ideal 15 bis 18 Jahre, ist eine Aktienquote von 100 Prozent in der Regel sinnvoll. Der lange Zeitraum erlaubt es, Börsencrashs und Kurseinbrüche auszusitzen und vom langfristigen Aufwärtstrend zu profitieren.

Bei kürzeren Anlagezeiträumen unter zehn Jahren solltest du Beimischung von Anleihen-ETFs erwägen, um Risiko zu reduzieren. Angesichts aktuellen Zinsniveaus in 2026 sind Anleihen wieder relevante Ergänzung.

Konkret: Für ein dreijähriges Kind mit 15 Jahren bis zum 18. Geburtstag kannst du 100 Prozent in ETFs investieren. Für ein 14-jähriges Kind mit nur vier Jahren Zeit solltest du eher 50 Prozent ETFs und 50 Prozent Tagesgeld oder Festgeld wählen.

Faustregel: Je länger die Zeit, desto mehr Aktien-ETFs. Je kürzer die Zeit, desto mehr Sicherheit durch Tages- oder Festgeld.

Welche Fehler solltest du unbedingt vermeiden?

Zu viele ETFs sind unnötig kompliziert. Mehr als zwei bis drei ETFs sind für ein Kinderdepot nicht nötig. Ein einziger FTSE All-World oder MSCI ACWI reicht völlig aus.

Zu hohe Kosten schmälern die Rendite. Achte nicht nur auf TER, sondern auch auf Tracking-Differenz. Manchmal sind ETFs mit minimal höherer TER durch besseres Management insgesamt günstiger.

BAföG-Falle bedenken: Vermögen über 15.000 Euro wird bei der BAföG-Berechnung angerechnet und kann Studienförderung kürzen. Plane das bei sehr hohen Sparraten ein.

Fehlende Diversifikation ist riskant. Ein reiner S&P 500 oder Technologie-ETF ist als alleinige Anlage zu riskant. Setze auf globale Diversifikation mit MSCI World oder FTSE All-World.

Panikverkauf bei Crashs ist der größte Fehler. 2020 bei Corona sind Kurse um 30 Prozent gefallen. Wer verkauft hat, hat Verluste realisiert. Wer liegen gelassen hat, steht heute besser da. Bei 15 Jahren Zeit ist jeder Crash egal.

Was ist am Ende wirklich wichtig?

Nicht die ETF-Auswahl entscheidet über Erfolg, sondern Kontinuität und langer Anlagehorizont. Ob du MSCI World, FTSE All-World oder MSCI ACWI wählst, ist zweitrangig. Alle drei funktionieren hervorragend.

Entscheidend ist: Früh starten, regelmäßig sparen, durchhalten. Der Unterschied zwischen verschiedenen Welt-ETFs beträgt über 18 Jahre vielleicht 1.000 bis 2.000 Euro. Der Unterschied zwischen Sparen und Nicht-Sparen beträgt 30.000 Euro oder mehr.

Starte heute. Wähle einen der drei großen Welt-ETFs. Richte einen Sparplan ein. Lass den Zinseszins arbeiten. Das ist alles.

Für 90 Prozent aller Kinder gilt: Vanguard FTSE All-World, 100 Euro monatlich, 18 Jahre laufen lassen. Fertig. Erfolgreicher wirst du mit komplizierteren Strategien nicht.

lasse
Lasse Falke
Experte für Kinderinvestments
Über den Autor

Lasse Falke begleitet junge Familien auf ihrem Weg zu entspannten Finanzen und einem sicheren Start für ihre Kinder in die Zukunft. Als Geschäftsführer der L&S Finance UG verbindet er fachliche Expertise mit klarer, verständlicher Sprache – ohne Fachchinesisch und ohne Druck. Über SmartKidsInvest zeigt er Eltern, wie sie früh und smart für ihre Kinder vorsorgen können, damit Geldthemen sich endlich leicht anfühlen.